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Niestetaler kritisiert Lösung an Landesstraße: „Bordstein ist Gefahr für Radfahrer“

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Von: Boris Naumann

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Mit einer Bordsteinkante ist die Einmündung von der Landesstraße in die Bergstraße versehen: Obschon die Bordsteinkante nur wenige Zentimeter hoch ist, könnte sie, so befürchtet ein Anwohner, eine Sturzgefahr für Radfahrer darstellen. Hessen Mobil sieht das allerdings anders.
Mit einer Bordsteinkante ist die Einmündung von der Landesstraße in die Bergstraße versehen: Obschon die Bordsteinkante nur wenige Zentimeter hoch ist, könnte sie, so befürchtet ein Anwohner, eine Sturzgefahr für Radfahrer darstellen. Hessen Mobil sieht das allerdings anders. © Boris Naumann

Hessen Mobil hat erst vor Kurzem die Straße zwischen Sandershausen und Landwehrhagen erneuert. Jetzt meldet sich ein Anwohner zu Wort und übt Kritik an einem Bordstein.

Niestetal – Knapp einen Monat nach Freigabe der frisch sanierten Landesstraße von der hessisch/niedersächsischen Landesgrenze runter nach Sandershausen regt sich Widerstand. Bemängelt wird die bauliche Ausgestaltung der Einmündung von der Landesstraße in die Bergstraße bei Sandershausen, noch vor der Ampelkreuzung rüber zum SMA-Servicecenter.

Vor allem für Radfahrer, die aus Richtung Landwehrhagen kommen und nach rechts in die Bergstraße einbiegen wollen, sei diese Einmündung sehr gefährlich, sagt ein Anwohner. Grund sei der dort in die Fahrbahn eingebaute Bordstein, der die Landesstraße von der Bergstraße trennt. Der Bordstein sei zwar abgesenkt und deshalb nur wenige Zentimeter hoch. Doch reiche diese Kantenhöhe schon aus, um auf dem Rad gefährlich zu stürzen. Zumal Radfahrer dazu gezwungen seien, den Bordstein in einem sehr spitzen Winkel anzufahren, um in die Bergstraße zu kommen.

Nur wenn Radfahrer bereits vor der Einmündung weit auf die Landesstraße ausscherten, um beim Abbiegen den Auffahrwinkel auf den Bordstein zu vergrößern, ließe sich die Sturzgefahr minimieren. „Problem ist dann aber, dass Radfahrer in Konflikt mit Autos geraten, die in der Regel mit hohem Tempo die abschüssige Straße Richtung Sandershausen herabgefahren kommen.“

Auf HNA-Nachfrage gibt Hessen Mobil zu, „dass der drei Zentimeter hohe Rundbordstein für den Radverkehr nicht unbedingt schön ist“, sagt Hessen-Mobil-Sprecher Marco Lingemann. Dennoch handele es sich um eine akzeptable Lösung. „Wir haben uns die Stelle noch einmal angesehen, können die Befürchtungen des Anwohners aber nicht teilen.“ So stelle ein spitzer Auffahrwinkel auf den Bordstein per se noch keine Sturzgefahr für Radfahrer dar. Auch sei ein Ausscheren auf die Fahrbahn der Landesstraße zum Vergrößern des Auffahrwinkels nicht notwendig, wenn Radfahrer nur mit angepasster Geschwindigkeit auf den deutlich erkennbaren Bordstein auffahren.

In erster Linie sei es bei der Sanierung der Straße um den Trinkwasserschutz gegangen. „Auflage war es, dass kein Wasser mehr von der Straße auf die Flächen des Trinkwasserschutzgebietes gelangen kann“, erklärt Lingemann. Dafür sorgten nun Bordsteine neben der Fahrbahn sowie seitliche Rinnen mit Abflussschächten, durch die sämtliches Wasser von der Straße über einen unterirdischen Kanal abfließe.

„Der Einmündungsbereich zur Bergstraße ist besonders sensibel, weil sich dort direkt ein Trinkwasser-Tiefbrunnen der Gemeinde Niestetal befindet“, sagt Lingemann. „So mussten wir sicherstellen, dass kein Wasser von der Landesstraße in die Bergstraße fließen und dann weiter unkontrolliert in den Boden gelangen kann – deshalb der Bordstein, der als Sperre für das die Landesstraße herablaufende Wasser dient.“

Eine andere passende Lösung habe es nicht gegeben, auch nicht mit Bordsteinen anderer Bauart, wie sie für Radwege eingesetzt werden. „Planungsauftrag war primär der Schutz des Trinkwassers, nicht aber der Bau eines Radweges“, sagt Lingemann. Gleichwohl werde bei allen Bauvorhaben stets auch der Radverkehr mit in den Blick genommen. „Was wir im Rahmen unserer Möglichkeiten tun können, machen wir.“

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