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Niestetalerin reist mit dem Flieger zur Delfin-Therapie

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Von: Boris Naumann

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Mutter Beate Pfaff mit ihrer Tochter Viktoria und ihrem Lieblingsstoffdelfin
Am Wochenende beginnt die große Reise für Familie Pfaff in die Karibik: Tochter Viktoria, mit einer seltenen Genmutation geboren, wird dort eine zweiwöchige Delfin-Therapie erhalten. „Ermöglicht haben das zahlreiche Spenden von Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen und vielen anderen mehr“, bedankt sich Beate Pfaff. © Boris Naumann

Die schwerkranke Viktoria Pfaff aus Niestetal tritt ihre Reise in die Karibik an. Dank Spenden wird sie dort eine Delfin-Therapie machen. Die letzten Vorbereitungen stehen an.

Niestetal – Gut acht Monate ist es her, dass sich die Familie Pfaff aus Niestetal an die HNA mit einem Spendenaufruf wandte. Der schwerbehinderten Tochter Viktoria, inzwischen ist sie elf Jahre alt, sollte eine Delfin-Therapie auf der Insel Curaçao in der Karibik ermöglicht werden.

„Jetzt ist es soweit“, sagt Viktorias Mutter Beate Pfaff, „wir fangen langsam an, die Koffer zu packen.“ Sie trägt ein T-Shirt, auf dem groß „Curaçao“ steht, und strahlt über das ganze Gesicht. Viktoria knuddelt derweil mit ihrem Lieblingsstoffdelfin. Beiden ist die Aufregung deutlich anzumerken.

„Tatsächlich sind seit Dezember über 15 000 Euro an Spendengeldern für die zweiwöchige Delfintherapie im Curaçao Dolphin Therapy & Research Center zusammengekommen“, sagt Pfaff. Der erreichte Betrag setzt sich unter anderem aus den Spenden aus dem Spendenportal Betterplace sowie der finanziellen Unterstützung durch den Baunataler VO-Cup-Förderverein, dem FC Südring und dem Verein Freunde zusammen. Beate Pfaff und ihr bei VW in Baunatal beschäftigter Mann Thomas sind überwältigt von so viel Hilfsbereitschaft. „Das ist wirklich unfassbar und kaum zu glauben“, sagt Beate Pfaff – und kann dabei ihre Tränen kaum zurückhalten.

Auf die große Reise geht es nun am kommenden Wochenende. Zuerst fährt die Familie mit dem Auto nach Amsterdam, von dort aus startet der Flieger tags drauf in den Süden. „Eine Nacht im Hotel ist vor dem Abflug für Viktoria wichtig, um nicht zu viel Aufregung auf einmal zu haben“, sagt Beate Pfaff. Auf dem Flughafen werde es zudem eine medizinische Begleitung geben.

Unendlich viel Papierkram und organisatorische Dinge haben die Pfaffs in den vergangenen Monaten geschultert, damit die Delfin-Therapie gelingen kann. Viktoria – wegen ihrer Behinderung hat sie auch eine Essstörung – isst nur Baby-Nahrung einer bestimmten Sorte. „Drei Kisten davon haben wir schon vor Wochen mit enormer Hilfe des Arbeitskollegen meines Mannes und seiner Frau nach Curaçao verschiffen lassen.“

Hinzu kam die Organisation der weiteren Versorgung Viktorias vor Ort. Gibt es dort alle Medikamente? Lässt sich die gewohnte therapeutische Begleitung auch dort zumindest rudimentär aufrechterhalten? Wie sieht die medizinische Versorgungslage vor Ort aus, falls Viktoria gesundheitliche Probleme bekommt? Auf all diese Fragen galt es Antworten zu finden.

„In jedem Fall haben wir eine Reiseversicherung abgeschlossen, damit die 15 000 Euro nicht verloren gehen, falls etwas schief läuft“, sagt Pfaff. Die Familie zahlt die Versicherung aus eigener Tasche, ebenso die ganze Verpflegung, das Hotel in Amsterdam und viele weitere Posten. „Die 15 000 Euro sind alleine für den Flug, die Therapie und die Unterkunft“, sagt Pfaff. Bei der Unterkunft hatte die Familie noch einmal Glück gehabt. Derselbe Arbeitskollege ihres Mannes Thomas, der bereits die Logistik der Gläschen organisiert hat, hat ihnen ein eigenes Ferienhaus auf Curaçao günstig zur Verfügung stellen können.

„Ich will unserer ganzen Familie, allen Freunden und Bekannten, Nachbarn, den vielen Arbeitskollegen meines Mannes und den zahlreichen Spendern danken, die von unserer Geschichte gehört und uns mit ihren Spenden geholfen haben“, sagt Pfaff. Letztlich sei die Delfin-Therapie der Versuch, das Beste aus Viktoria herauszuholen. „Viktoria leidet an einer seltenen Genmutation und wird ihr Leben lang mit ihrer Behinderung umgehen müssen. Jeder noch so kleine Erfolg wird sich positiv auf Viktorias Lebensfreude, Selbstständigkeit und Teilhabe auswirken“, sagt Pfaff.

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