Das erste Treffen wurde unter Tränen abgesagt

Niestetalerin darf Wincent Weiss nach zwei Jahren endlich persönlich treffen

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„Kaum erwarten“ kann Annika Kirchner das Konzert von Wincent Weiss am Samstag auf dem Kasseler Messegelände. Das Lied läuft bei ihr derzeit in Dauerschleife.

„Irgendwie anders“ heißt das Album von Wincent Weiss. Irgendwie anders ist auch die Geschichte von Annika Kirchner. Deshalb hat die HNA ein Treffen mit dem Sänger organisiert.

Vor zwei Jahren beim Hessentag in Rüsselsheim war Kirchner, die in Niestetal aufgewachsen ist und wegen ihres Jobs nun in Bonn lebt, schon einmal kurz davor, Wincent Weiss privat gegenüberzustehen. Sie fand den Mädchenschwarm – wie wahrscheinlich tausend andere junge Frauen – ziemlich süß. Trotzdem machte sie sich gemeinsam mit ihrem damaligen Freund auf den Weg nach Rüsselsheim. Was sie nicht wusste: Weiss, der durch Songs wie „Musik sein“ und „Feuerwerk“ bekannt ist, sollte als Letztes an diesem Tag auftreten.

Ab 13 Uhr harrte sie mit ihrem Freund auf dem Gelände aus. „Er hatte absolut gar keinen Bock mehr zu warten“, erinnert sich Kirchner. Ziemlich schnell war klar: Ihrem Lieblingskünstler hautnah zu begegnen, konnte sie an diesem Tag vergessen. In diesem Moment platzte für sie ein Traum. „Weil wir mit seinem Auto da waren, musste ich klein beigeben“, sagt die 23-Jährige. Auf dem Heimweg flossen vor ihrem Freund dann die Tränen. „Seit Wochen hatte ich mich auf diesen Moment gefreut und dann war das innerhalb von Sekunden weg.“ Und ihr Freund? Der war kurze Zeit später Geschichte.

Mutter erzählte Geschichte

Zwei Jahre später darf Kirchner das verpasste Treffen mit Wincent Weiss nun nachholen. Schuld ist ihre Mutter. Denn wie Mütter eben so sind, schrieb Liane Kirchner eine E-Mail an die HNA. Darin erzählte sie die herzzerreißende Geschichte ihrer Tochter, die im vergangenen Jahr einen schweren Schicksalsschlag überwinden musste. Im Juli 2018 verlor Annika Kirchner ihren Zwillingsbruder Jonas. Er verunglückte bei einem Busunglück in Dahme tödlich. „Es ist noch immer irreal, als wäre es nicht passiert“, sagt die Zöllnerin und ergänzt: „Wir waren eins.“

In dieser schwierigen Zeit hat ihr die Musik geholfen. „Musik macht Erinnerungen leichter“ und sie verbindet die 23-Jährige auch mit ihrem Zwillingsbruder. Die gefühlvollen Texte von Wincent Weiss’ Liedern würden sich bei ihr in vielen Lebenslagen widerspiegeln. „Nur ein Herzschlag entfernt“ sei nicht nur der Titel eines Songs, sondern auch ihr Bruder. „Er ist immer bei mir.“

Umso größer ist die Freude bei Kirchner darüber, dass die HNA ihren Traum von einem Treffen mit Wincent Weiss ermöglicht. „Ich kann es gar nicht fassen“, sagt sie, während ihr Freudentränen über das Gesicht laufen. „Ich bin überwältigt. Das ist so schön.“

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