Situation am Sandershäuser Berg in Niestetal hat sich entspannt

Polizeikontrollen gegen Auto-Poser zeigen Wirkung

Das Bild zeigt zwei Polizeibeamte, die ein getuntes Auto angehalten haben. Man erkennt am Auto breite Reifen, Rennauspuff und eine tiefe Heckschürze.
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Seit die Polizei am Sandershäuser Berg in Niestetal verstärkt kontrolliert, ist es dort zu keinen nennenswerten Poser-Treffen mehr gekommen.

Gut zwei Monate nach Aufbau der Einsatzgruppe Tuner verzeichnet die Polizei erste Erfolge am Sandershäuser Berg in Niestetal.

Niestetal - „Seit der Verhängung von Durchfahrtsverboten und verstärkter Kontrollen der Polizei und der EG Tuner hat es zuletzt dort im Gewerbegebiet keine größeren Treffen mehr gegeben“, erklärt Polizeisprecher Matthias Mänz. Auch nach Wegfall der nächtlichen Ausgangsbeschränkungen werde die Polizei das Geschehen am Sandershäuser Berg aufmerksam weiterverfolgen.

Die Parkplätze und Straßen im Bereich des Kreisverkehres am SMA-Standort hatten sich zu einem beliebten Treffpunkt der sogenannten Poser- und Raser-Szene entwickelt, was zu Ruhestörungen durch lautstarke Fahrmanöver bis tief in die Nacht sowie zu Vermüllungen geführt hatte. Zuletzt hatten sich am Osterwochenende etwa 200 Autofahrer aus ganz Nordhessen im Gewerbegebiet gesammelt, um dort ihre hochmotorisierten Fahrzeuge zur Schau zu stellen – oft einhergehend mit enormer Lärmbelästigung und gefährlichen Fahrmanövern wie dem Driften um den Kreisverkehr in Höhe des SMA-Standorts. Bei einem Runden Tisch mit der Gemeinde Niestetal war ein Maßnahmenbündel ausgearbeitet und sofort umgesetzt worden (HNA berichtete).

„Zudem wird die EG Tuner ihre Arbeit und die Kontrollen auch in Kassel und Umgebung fortsetzen“, kündigt Mänz an. Der erhöhte Kontrolldruck habe schon zu weniger Verstößen geführt. „Das betrifft sowohl Autos, die durch bauliche Veränderungen zu laut sind, als auch Raser, die mit ihrem Fahrverhalten oder bei illegalen Rennen andere gefährden.“

Bislang seien 43 von insgesamt 173 überprüften Autos wegen Erlöschens der Betriebserlaubnis beanstandet und elf Wagen zur späteren Begutachtung durch einen Kfz-Sachverständigen sichergestellt worden. Insgesamt 123 verschiedene Verstöße zeigte die EG Tuner an.

Um effektiv gegen Raser und illegale Rennen vorzugehen, setze die Polizei nun verschiedene Geschwindigkeitsmesstechniken ein. „31 Tempoverstöße, darunter 17 im Bereich von Fahrverboten, sind bislang angezeigt worden“, teilt Mänz mit. Zum Verhängnis sei der Kontrolldruck der Polizei Ende April einem 21-jährigen Fahrer aus dem Landkreis Kassel geworden. „Bei einem mutmaßlich illegalen Autorennen, das er sich am 23. April gegen 21.40 Uhr auf der Dresdener Straße in Kassel mit einem anderen Autofahrer lieferte, war die Kamera eines Zivilwagens der EG Tuner mitgelaufen“. Die Staatsanwaltschaft ordnete die sofortige Beschlagnahme seines Führerscheins an: „Der Mann muss sich nun wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und verbotenen Autorennens verantworten und vorerst auf seinen Führerschein verzichten“.

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