Lärm der Tiere nervt die Anwohner

Frösche quaken zu laut: Teichbesitzer erhalten anonyme Briefe aus der Nachbarschaft

Ein Frosch sitzt auf einer Seerose im Teich.
+
Einer der quakenden Übeltäter: Weil die Frösche im Mai und Juni häufig zu laut sind, fühlen sich manche Nachbarn der Ilgens gestört.

Bei Doris und Uwe I. quakt’s. Neun Frösche leben im Gartenteich des Ehepaars aus Niestetal. Und die machen vor allem im Mai und Juni mächtig Lärm – so viel Lärm, dass das Paar regelmäßig anonyme Briefe aus der Nachbarschaft erhält, in denen es aufgefordert wird, etwas gegen die quakenden Quälgeister zu unternehmen.

Niestetal - „Es gibt immer eine Phase im Jahr, in der die Frösche etwas lauter sind. Nämlich dann, wenn sie sich auf Partnersuche befinden“, erklärt Uwe I.. Das Besondere an den Tieren im Teich: Die Frösche sind allesamt männlich. Weibchen gibt es dort aktuell keine. „Bei den Männchen spielen die Hormone in der Paarungszeit so sehr verrückt, dass sie sich zunächst gegenseitig begatten“, sagt der 64-Jährige mit einem Schmunzeln.

Allerdings würden die Männchen sehr schnell merken, dass sie im Teich unter sich sind. Dann pusten sie sich auf, tragen untereinander Revierkämpfe aus und versuchen, mit ihren Lauten Weibchen anzulocken. „Das ist der Lärm, den die Nachbarn wahrnehmen“, sagt Ehefrau Doris, die zugibt, dass die Tiere mitunter ordentlich Krach verursachen – so viel Krach, dass sie nachts manchmal das Fenster schließen müsse, um in Ruhe schlafen zu können.

Froschlärm: Jedes Jahr ein neuer anonymer Brief aus der Nachbarschaft

1999 haben die beiden ihren Gartenteich angelegt, ein Naturparadies für viele Tierarten geschaffen. Die ersten Frösche haben sich 2015 angesiedelt. „Die sind uns zugewandert, plötzlich waren sie da. Umsiedeln können wir sie nicht, dann kommen sofort die nächsten, denn die Fulda ist ganz nah. Aber als der erste Frosch kam, haben wir das schon fast gefeiert“, sagt Doris I..

Dennoch: Die grünen Gartenteichbewohner kommen nicht bei jedem gut an. Seit 2017 erhält das Ehepaar jedes Jahr einen anonymen Brief aus der Nachbarschaft. Das laute Quaken sei „nicht mehr auszuhalten“ und alle Menschen im Wohngebiet „leiden ganz schlimm unter diesem lauten Froschlärm“, heißt es in einem Schreiben.

Froschlärm: Teichbesitzer werben um Verständnis

In einem weiteren Brief steht, dass das Quaken die Menschen krank mache. Dafür trage das Ehepaar I. die Verantwortung. „Wollen Sie das?“, fragt der unbekannte Verfasser. Die Schreiben sind mit einem Computer erstellt, unterschrieben sind manche mit den Worten „Mit jetzt noch freundlichen Grüßen“ und dem Absender „XYZ“ oder „Einer im Namen aller Nachbarn“.

Die Teichbesitzer erklären: „Natürlich haben wir in der Nachbarschaft gefragt, wer die Briefe verfasst hat. Niemand will es gewesen sein.“ Stattdessen seien viele Anwohner erzürnt, dass sich einer im Namen aller Nachbarn beschwert. „Viele unserer Nachbarn haben überhaupt kein Problem mit den Fröschen. Manche haben meinem Mann sogar kleine Keramikfrösche für unseren Teich zum Geburtstag geschenkt“, erzählt Doris I..

Die Tiere habe sie mittlerweile lieb gewonnen. „Ich habe sogar schon überlegt, ob ich ihnen kleine Badekappen nähe, um sie besser auseinanderzuhalten“, sagt sie und lacht. Und auch Ehemann Uwe findet Gefallen an den Fröschen: „Wir haben einen dabei, der dreht sich immer auf die Seite, bläst sich auf und streckt uns seinen weißen Bauch entgegen. Das sieht schon ganz witzig aus.“ Das Ehepaar hofft, dass die Tiere auch von den Leuten geduldet werden, die sich über das Quaken der Frösche beschweren. „Wir bitten um ein bisschen Verständnis, die Leute sollen sich doch viel lieber darüber freuen, dass sie so viel Natur erleben“, sagt das Ehepaar.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.