Fast täglich Staus in A7-Baustelle

A7-Staus werden umfahren: Lkw-Dauerlärm in Sandershausen

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Lärm, Abgase, Dauerstress: Staus auf der A7 bedeutet für die Anwohner Sandershausens immer eine Mehrbelastung.

Schon seit Bestehen der A7-Baustelle im April sorgt der tägliche Lkw-Stau auf der Autobahn zwischen Hann. Münden/Lutterberg und Kassel-Nord nicht nur für teils tragische Unfälle.

Auch entstehen immer wieder chaotische Situationen im Ortskern Sandershausens. Grund: Viele Lkw-Fahrer umfahren den Stau auf der A 7, indem sie in Höhe Hann. Münden/Lutterberg abfahren, um dann über die Umleitungsstrecke (L 562) via Sandershausen (Hannoversche Straße) und Kassel (Dresdener Straße) wieder auf die A 7 auffahren (Kassel-Nord) zu können.

Tatsächlich nutzen dabei viele Lkw-Fahrer nicht die neue Umleitungsstrecke über den Sandershäuser Berg (Hermann-Scheer-Straße) sondern weiter die alte Route, die mitten durch Sandershausen bis zur Dresdener Straße führt. „Es sind vermutlich die Navigationsgeräte, die die Lkw-Fahrer nach wie vor auf die alte Umleitung lenken“, schätzt Harald Stückrad, Leiter des Ordnungsbehördenbezirks, die Situation ein.

An der A7-Baustelle herrscht Wildwest: Lkw-Fahrer missachten das Überholverbot, allgemein gibt es viel Chaos, Unfälle und Staus im Baustellenbereich.

Anwohner klagen über Lärm und Abgase

Tatsächlich gehen seit April – also seit Bestehen der A7-Baustelle – vermehrt Anrufe bei der Gemeinde Niestetal ein, sagt Sandra Fleck vom Ordnungsamt. Anwohner klagen über erhöhte Lärm- und Abgasbelastung durch zunehmenden Lkw-Verkehr.

Eine Verkehrszählung durch den Ordnungsbehördenbezirk im Mai bestätigt: Täglich nutzen im Schnitt 8750 Fahrzeuge die Hannoversche Straße in Sandershausen. 700 davon sind Lkw, die meisten davon fahren tagsüber. Im Schnitt ergibt das einen Lkw pro Minute während der hellen Stunden.

Hannoversche Straße für Lastwagen sperren?

So steht schon seit einiger Zeit die Idee im Raum, die Hannoversche Straße innerhalb der Ortslage Sandershausens für den Lkw-Verkehr über 7,5 Tonnen zu sperren – zumindest für die Dauer der Großbaustelle auf der A7 bis Ende 2020. Doch ist das so einfach?

Hessen Mobil wie auch der Ordnungsbehördenbezirk halten solch ein Durchfahrtsverbot für Lkw über 7,5 Tonnen durchaus für wünschenswert, aber eben nicht für praktikabel. „Bei der Hannoverschen Straße handelt es sich um eine Landesstraße von großer überörtlicher Bedeutung“, sagen Harald Stückrad und Marco Lingemann, Sprecher von Hessen Mobil. Solch eine Straße ließ sich nicht einfach mal so für Lkw sperren.

Verkehrsbelastung ist hoch

So habe es schon Gespräche zwischen Hessen Mobil, der Gemeinde Niestetal und dem Ordnungsbehördenbezirk, dem Niestetal, Kaufungen, Nieste, Helsa und Söhrewald angehören, gegeben – allerdings bislang ohne Ergebnis. „Die aktuelle Verkehrsbelastung ist natürlich hoch“, räumt Stückrad ein, allerdings sei sie für eine Landesstraße von dieser Bedeutung noch normal.

Bleibt also nur eine langfristige Lösung, an der die verantwortlichen Akteure nun arbeiten wollen. So bestehe bereits die Absicht einen Runden Tisch unter Beteiligung von Hessen Mobil, der Ordnungsbehörde, des Regierungspräsidiums wie auch der Polizei zu bilden, sagt Stückrad.

Langfristige Lösung gesucht

Ziel einer langfristigen Lösung, die Sandershausen entlastet, könnte die Umwidmung der Hermann-Scheer-Straße in eine Landesstraße sein. Damit würde der Hermann-Scheer-Straße jene verkehrliche Bedeutung zugesprochen werden (und damit auch der neuen Umleitungsstrecke), die derzeit noch der Hannoversche Straße in Sandershausen zukommt. Die Hannoversche Straße wiederum könnte herabgestuft werden zu einer kommunalen Straße.

„Mit solch einer Umwidmung ließen sich dann auch bauliche Maßnahmen verbinden, wie die Neuorientierung des Verkehrs an der Ampelkreuzung Hannoversche Straße/Zum Solarwerk“, schlägt Harald Stückrad, Leiter des Ordnungsbehördenbezirks vor. 

Lange Wartezeiten

Bislang verursacht die Ampel dort lange Wartezeiten für den aus Landwehrhagen kommenden Linksabbieger-Verkehr in Richtung Hermann-Scheer-Straße. „Eine Änderung der Straßenführung in diesem Bereich könnte den Hauptverkehr ohne lange Ampelbeeinflussung direkt in Richtung Hermann-Scheer-Straße lenken – zum Beispiel als abknickende Vorfahrt“. Alle anderen Verkehrsbeziehung müssten nachrangig ausgestaltet werden.

„Und natürlich sollten auch die Software-Updates von Navigationsgeräten durch die Hersteller und die Nutzer stets auf dem aktuellsten Stand gehalten werden“, fügt Sandra Fleck vom Niestetaler Ordnungsamt an

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