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Schlechte Zeiten fürs Kegeln: Sportstättenkonzept soll künftige Nutzung in Niestetal klären

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Von: Boris Naumann

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Das Bild zeigt eine Kegelbahn. Ein Spieler hat gerade eine Kugel in Richtung der Kegel auf den Weg gebracht.
Der Volkssport Kegeln entwickelt sich immer mehr zu einer Nischensportart. Nach Auffassung der Verwaltung ist das auch in Niestetal so. Unser Archivbild zeigt eine Kegelbahn in Bovenden (Niedersachsen). © Swen Pförtner/dpa

Die Zeiten, in denen sich Vereine, Familien oder Festgesellschaften gerne mal zum Kegeln trafen, scheinen der Vergangenheit anzugehören.

Niestetal - Zumindest in Niestetal scheint das der Fall zu sein, „und das liegt nicht nur an Corona“, sagt Bürgermeister Marcel Brückmann. Seit Jahren sinke das Interesse am Kegelsport. Aber es gibt auch Stimmen, die das anders sehen, denen der Kegelsport immer noch viel Spaß bereitet und die deshalb auch in Zukunft auf entsprechende Spielstätten in Niestetal nicht verzichten möchten. „Es wäre einfach schade, wenn es in Niestetal langfristig keine Möglichkeit mehr gebe, Kegeln gehen zu können“, ist dann zu hören.

Aktuell verfügt Niesetal noch über drei Kegelbahnen mit jeweils zwei direkt nebeneinanderliegenden Laufflächen, sodass immer zwei Teams gegeneinander spielen können. Eine Bahn befindet sich in Heiligenrode in der Gemeindeturnhalle an der Cornelius-Gellert-Straße, die anderen beiden in der Mehrzweckhalle an der Heiligenröder Straße. Von den beiden Bahnen in der Mehrzweckhalle fristet eine ein Schattendasein. Nach einem Defekt wird sie seit über zehn Jahren als Stuhllager genutzt.

„Die andere Kegelbahn läuft noch“, sagt Brückmann. Doch gebe es bereits Überlegungen, auch auf diese Bahn zu verzichten, sodass nur noch die in Heiligenrode übrig bliebe. Grund dafür sei nicht nur die mangelnde Nachfrage. Im Zuge der Sanierung der Mehrzweckhalle werde auch über andere Nutzungsmöglichkeiten nachgedacht. „Langfristig benötigen wir mehr Platz für unser Familienzentrum, das jetzt noch im Rathaus untergebracht ist, aber schon seit einiger Zeit aus allen Nähten platzt“, sagt Brückmann. In der Mehrzweckhalle böten sich dafür Möglichkeiten an.

Jedoch sei das noch nicht spruchreif, es gebe noch keine verbindlichen Planungen. „Das Thema wird wohl erst in einigen Jahren auf uns zukommen“, sagt Brückmann. Ohnehin entscheide letztlich die Politik darüber, welcher Weg eingeschlagen werde.

Nicht mehr ganz so lange soll dagegen die Erarbeitung eines neuen Sportstättenkonzeptes für die Gemeinde Niestetal andauern. Wie Brückmann ankündigt, soll dabei in enger Zusammenarbeit mit den Vereinen, der Bürgerschaft sowie mit der Gemeindevertretung die Frage erörtert werden, welche Sportstätten in Niestetal welche Zukunft haben, und was sich daraus für Nutzungs- und Erhaltungsempfehlungen ableiten lassen. „Wir hoffen, daraus auch Rückschlüsse auf die Zukunft der Kegelbahnen in Niestetal ziehen zu können“, sagt Brückmann. Im späten Frühjahr könnten schon erste Ergebnisse vorliegen und der Gemeindevertretung vorgestellt werden.

Das allerdings täusche nicht über die Tatsache hinweg, „dass Kegeln tatsächlich derzeit nicht besonders im Trend liegt“, sagt Brückmann. Zudem seien die Unterhaltskosten zur Pflege der Kegelbahnen vergleichsweise hoch. „Wenn Reparaturen anstehen, wird es richtig teuer, weil es sich bei den Ersatzteilen um keine Massenware, sondern meist um Sonderanfertigungen handelt.“

Von Boris Naumann

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