Betrieb ab Herbst 2022 geplant

Schwimmbad-Rohbau in Niestetal ist fertig

Die Luftaufnahme zeigt das Niestetaler Schwimmbad im Rohbau noch ohne Dach von oben.  In der rechten Gebäudehälfte ist das große Hauptbecken zu erkennen, links unten das quadratische Kursbecken sowie das kleine Kinderbecken.
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Noch fehlt das Dach: Im neuen Niestetaler Schwimmbad ist schon viel zu erkennen. In der rechten Gebäudehälfte befindet sich das große Hauptbecken, links unten das quadratische Kursbecken sowie ein kleines Kinderbecken. Links oben ist Platz für die Umkleidekabinen mitsamt der Duschen.

Gut zwölf Meter hoch ragt inzwischen der helle Betonkubus des neuen Niestetaler Schwimmbades in den Himmel. Sämtliche Außen- und Innenwände sind fertig – auch die sogenannten Beckentische im Bauch des Bades sind bereits einbetoniert. Auf ihnen werden später die beiden Schwimmbecken aus Edelstahl ruhen.

Niestetal - „Der Rohbau ist jetzt abgeschlossen“, teilt Projektleiter Thiemo Glomb vom Kasseler Büro infra+net mit. „Und wir sind voll im Zeitplan.“ Seit Beginn des Rohbaus im März habe die Kasseler Firma Emmeluth ganze Arbeit geleistet, „die Arbeiter haben das alles hier in nur etwas mehr als einem halben Jahr geschafft“, sagt Glomb.

Mitte November würden bereits die Stahlträger für das Dach angeliefert und via Kran in die Betonkonstruktion eingehoben. „Das Dach selbst besteht aus Holzfertigelementen“, sagt Glomb. Es werde mit den Stahlträgern gleich mitgeliefert.

Ebenfalls fertig werde in diesem Jahr noch die Fernwärme-Übergabestation im Erdgeschoss. „Wenn das Dach erst mal drauf ist und die Heizung eingerichtet, werden sämtliche Folgegewerke im Schwimmbad ungehindert weiterarbeiten können.“ Der Einbau der Ausstattung und der Technik werde jedoch noch viele Monate in Anspruch nehmen.

So kompakt der Rohbau des neuen Schwimmbades mit seinen 37 mal 40 Metern Grundfläche auch wirkt – die Raumaufteilung im Inneren lässt kein Gefühl von Enge aufkommen. Der Haupteingang wird sich an der Ostseite des Gebäudes hin zur Autobahnbrücke befinden. Ein luftiges Foyer mit Treppenhaus und Fahrstuhl schließen sich an – Besucher müssen zuerst ins Obergeschoss, um ins Bad zu kommen. Denn: Im Erdgeschoss ist die gesamte Schwimmbadtechnik untergebracht, einen Keller gibt es aus Gründen des Hochwasserschutzes nicht.

Aber: Alles im neuen Niestetaler Bad ist barrierefrei. Im Foyer wird ein großer Service--Bildschirm auf Eintrittspreise, Kursangebote und Buszeiten hinweisen. „Im Treppenhaus wird es auch Kunst geben“, sagt Glomb. Ein entsprechender Künstler-Wettbewerb werde noch ausgeschrieben.

Die Kasse befindet sich im Obergeschoss. Von dort aus geht es direkt zu den Umkleiden und zu den Duschen. „Es wird zehn Einzel-, zwei Sammel- und zwei Familien-Umkleiden geben“, zählt Glomb auf. Hinzu kämen noch zwei Umkleiden für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sowie zwei Wickeltische für Kleinkinder. „Es stehen 84 Spinde bereit, 32 davon in den Sammelumkleiden“.

Projektleiter Thiemo Glomb vor dem künftigen Hauptbecken: Das neue Niestetaler Schwimmbad ist als Freizeit- und Familienbad konzipiert.

Von den Umkleiden geht es dann direkt in die Schwimmhalle. Herzstück ist das 25 Meter lange und 10 Meter breite Mehrzweckbecken. Auf etwa drei Viertel der Länge wird es zwei Meter tief sein, auf einem Viertel der Länge 1,10 Meter tief. „Für Wettkämpfe wird das Becken wegen der 1,10 Meter Tiefe nicht geeignet sein“, sagt Glomb. Das Schwimmbad sei rein als Freizeit- und Lehrschwimmbad konzipiert.

So gibt es denn auch gleich nebenan noch ein acht mal acht Meter großes Kursbecken, in dem Wassergymnastik, Babyschwimmen und andere Kurse stattfinden können. „Die Tiefe des Beckens kann via Hubboden von 1,80 Meter bis theoretisch auf null eingestellt werden“, sagt Glomb. Nicht zuletzt wird es auch ein Plansch- und Spielbecken für Kinder geben.

Was jedoch keinen Platz gefunden hat, ist ein kleines Restaurant. „Für den Hunger zwischendurch werden aber ein Getränke- und ein Snack-Automat bereitstehen“, sagt Glomb.

Glomb geht davon aus, dass der weitere Bau des neuen Schwimmbades trotz Corona-Krise ohne große Verzögerungen fortgesetzt werden kann. „Wir haben in die Zeitplanung einige Puffer eingebaut“, sagt Glomb. So ließen sich Verzögerungen noch gut auffangen. Der Testbetrieb soll noch in der zweiten Jahreshälfte 2022 anlaufen, „die Inbetriebnahme möchten wir noch bis zum Herbst 2022 hinbekommen“.

Am Kostenrahmen hat sich bislang nichts geändert. Das Bad wird rund 12 Millionen Euro kosten, von denen 5,55 Millionen von Bund und Land kommen. 6,45 Millionen Euro stemmt die Gemeinde Niestetal im Alleingang. (von Boris Naumann)

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