Hebebühne fehlt zum Aufräumen

Storchenbrut gefährdet: Sandershäuser Nest vermüllt und wackelig

+
Erfolgreiche Brut: Das Sandershäuser Storchenpaar brütet als bislang einziges Storchenpaar rund um Kassel seit 2012 in Nietstetal an der Fulda. 2018 wurden erstmals vier Jungtiere großgezogen.

Seit 2012 brütet in Sandershausen ein Storchenpaar. Jedes Jahr zieht es zwei bis vier Junge auf. Es ist das einzige Storchenpaar rund um Kassel. Doch ist der künftige Bruterfolg des Paares in Gefahr.

Grund ist Müll, der sich im Laufe der Jahre im Nest angesammelt hat. Es waren die Altvögel selbst, die vor allem Plastikabfälle wie Tüten oder Folienreste als Nistmaterial ins Nest eingebaut haben. „Solche Plastikfragmente können bei längeren Regenperioden zu Staunässe im Nest führen und damit die Aufzucht der Jungstörche gefährden“, sagt der Hobbyfotograf Johannes Brenner aus Kassel, der das Sandershäuser Storchenpaar schon seit vielen Jahren mit seiner Kamera begleitet.

Plastikabfälle in Storchennestern können den Jungtieren tatsächlich zum Verhängnis werden. So starben im Juni 2018 in Basel (Schweiz) zwei Jungstörche, weil sich deren Beine in Schnüren und Plastikmüll verheddert hatten. Die Abfälle hatten die Altvögel zuvor selbst als Nistmaterial in Nest geschleppt. In Norddeutschland sind Jungstörche nach langen Regenfällen schon in ihren Nestern ertrunken, weil Kunststoffmaterialien die Nester nahezu wasserdicht gemacht haben – im Dauerregen verwandelten sich die Nester in Badewannen. 

„Ein weiteres Problem ist mittlerweile die Höhe des Nestes“, sagt Brenner. Jedes Jahr bauten die Störche eine neue Schicht Nistmaterial auf die alte aus dem vergangenen Jahr. Das Ergebnis: „Das Nest weist inzwischen eine deutliche Schieflage auf“. 

Um ans Nest zu kommen: Nabu sucht einen Hubwagen 

Dass das Nest dringend bearbeitet werden muss, ist auch der Niestetaler Nabu-AG längst bekannt. „Wir wollen schon seit zwei Jahren da ran, haben aber keine Möglichkeit“, sagt Paul Krum, Leiter der Nabu-AG. Was fehle, sei ein Hubwagen, der eine kleine Arbeitsbühne mindestens zehn Meter hoch positionieren kann. „Weder der Bauhof der Gemeinde Niestetal noch unsere Feuerwehr verfügen über solch ein Fahrzeug“, sagt Krum. Insofern ist Krum über die aktuellen Beobachtungen Brenners sehr dankbar. „Wir suchen dringend zum Beispiel eine Firma, die uns einen Hubwagen für wenigstens eine Stunde zur Verfügung stellen kann“, sagt Krum. 

Tatsächlich müsse das Nest vor allem zurückgebaut werden, um seine Höhe zu reduzieren“, sagt Krum. Andernfalls drohe das Nest irgendwann wie ein Turm mitsamt der Jungtiere zur Seite zu kippen.

Müll im Nest: Mit dem Teleobjektiv lassen sich die Plastikfetzen im und am Nest gut erkennen.

Schon jetzt mahnt Brenner zur Eile. „Denn jederzeit könnten die Altstörche wieder aus ihrem Winterquartier nach Sandershausen zurückkehren“. Im vergangenen Jahr sei das Weibchen bereits am 11. Januar zum Nest zurückgekommen.

Aufruf: Interessierte, die einen Hubwagen ausleihen können, können sich bei Paul Krum, Nabu-AG Niestetal, Tel. 0561 / 52 25 68, melden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.