Spaziergänger haben verendetes Tier entdeckt

Trauriges Ende für den Fulda-Biber nahe der Fulda in Niestetal

Fleißiges Nagetier: Die Biber haben am Ufer der Fulda zahlreiche Bäume gefällt. Die Tiere ernähren sich von der Rinde und den Blättern.
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Fleißiges Nagetier: Die Biber haben am Ufer der Fulda zahlreiche Bäume gefällt. Die Tiere ernähren sich von der Rinde und den Blättern.

Spaziergänger haben nahe Sandershausen einen toten Biber entdeckt. Vermutlich wurde er von einem Auto überfahren.

Niestetal – Die Fulda zwischen Sandershausen und der niedersächsischen Landesgrenze ist ein Naturparadies. Kormorane sitzen in den Baumwipfeln, Reiher sind auf Fischfang, Wildgänse schnattern. Und nachts sind fleißige Gesellen am Werk. Kleine und große umgestürzte Bäume säumen den Uferrand und zeugen davon, dass hier Biber ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgegangen sind.

Sollte es nur ein Einzelgänger gewesen sein, so dürfte damit nun Schluss sein: Spaziergänger haben knapp unterhalb der Kreisstraße, die von Sandershausen nach Spiekershausen führt, an der steilen, kurzen Böschung neben dem Fuß- und Radweg einen verendeten Biber entdeckt. Vermutlich ist er Opfer des Straßenverkehrs geworden. Kollisionen mit Autos seien die häufigste Ursache, wenn die fleißigen Nager gewaltsam zu Tode kommen, sagt Carolin Bräuer vom Regierungspräsidium (RP) Kassel.

Der verendete Biber lag bis vor Kurzem noch wie schlafend zwischen zwei Bäumen, an einer nur schwer einsehbaren Stelle. Der Niestetaler Harald Rehwald und seine Lebensgefährtin Sandra Lipphardt entdeckten das tote Tier durch Zufall. Ein Hund sei zu der Stelle gelaufen und habe geschnuppert. Dadurch seien sie aufmerksam geworden, berichtet die Spiekershäuserin.

Die Aktivitäten des Bibers hätten sie seit dem vergangenen Sommer bemerkt, sagt Lipphardt, die öfter an der Fulda spazieren geht. „Uns sind immer wieder frisch am Stamm abgenagte und umgestürzte Bäume aufgefallen“, erzählt sie. Einmal habe sie in der Dämmerung sogar eines der Nagetiere am Ufer ins Wasser gleiten sehen. Sie vermutet, dass der Biber im Seitenarm der Fulda auf der dem Fußweg gegenüberliegenden Flussseite seine Behausung hatte. Die Natur habe in diesem Abschnitt einiges zu bieten, meint Lipphardt. Einmal habe sie beobachtet, wie mehrere Wildschweine den Fluss durchschwammen.

Ein Biber im Wasser.

Carolin Bräuer vom RP schätzt, dass inzwischen etwa 200 bis 300 der unter Naturschutz stehenden Biber im Landkreis Kassel heimisch geworden sind. Die Tendenz sei steigend. Die Kolonien würden von Ehrenamtlichen beobachtet. Die Tiere zögen aus Ost- und Südhessen, wo starke Populationen leben, in Richtung Norden. „Die wandern die Werra hoch“, erklärt Carolin Bräuer. Kolonien gebe es vor allem an den Nebenarmen der Fulda und an der Losse.

Zuletzt hatte die Feuerwehr Hann. Münden vor drei Wochen einen in der Schleuse Wilhelmshausen eingeklemmten Biber befreit. Autos seien inzwischen der größte Feind der bis zu 30 Kilo schweren Nager. „Es gibt auch Leute, die den Bibern nicht so wohlgesonnen sind“, sagt die RP-Mitarbeiterin und berichtet von Fällen, in denen Dämme oder Behausungen der Biber, so genannte Burgen, beschädigt oder zerstört wurden. Die von Bibern errichteten Barrieren können zu Überflutungen führen. Doch wer die Bauwerke von Bibern zerstört, muss mit einem Bußgeld von bis zu 50 000 Euro rechnen. Solche Taten könnten sogar strafbar sein, sagt Bräuer.

Verendete Tiere kann man nach Angaben von Bräuer der Straßenmeisterei oder dem zuständigen Förster melden. Biber, deren Todesursache ungeklärt erscheint, würden untersucht. Gut erhaltene Exemplare kämen auch für eine Präparation in Betracht. (Peter Dilling)

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