Machbarkeit wird untersucht

Verbindung zwischen Sandershausen und Wolfsanger: Wird weitere Radbrücke gebaut?

Die Rad- und Fußgängerbrücke in Fuldabrück-Bergshausen, die über die Fulda führt.
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Millionen-Projekt: Die Kosten für den Bau einer Geh- und Radwegbrücke über die Fulda bei Sandershausen und Wolfsanger müssten von vielen Schultern getragen werden. Unser Bild zeigt die Rad- und Fußgängerbrücke in Fuldabrück-Bergshausen. Sie könnte als Vorbild dienen.

Es ist noch kein Jahr her, dass die Niestetaler Arbeitsgruppe Nahmobilität den Vorschlag machte, eine Rad- und Fußgängerbrücke über die Fulda etwa in Höhe der Sandershäuser Bucht oder vielleicht noch weiter flussabwärts am Naturschutzgebiet zu bauen.

Niestetal/Kassel – Die Idee ist nicht neu, doch hatte sie die Arbeitsgruppe, die sich im Zuge eines Bürgerbeteiligungsprojektes der Gemeinde Niestetal gebildet hatte, wieder in Erinnerung gerufen. Immerhin gibt es zwischen der Hafenbrücke in Kassel bis runter zum Schleusenwehr bei Wahnhausen keine einzige Querungsmöglichkeit über die Fulda.

Jetzt scheinen die Planungen für solch eine Brücke zumindest langsam in Angriff genommen zu werden. Allerdings befände man sich noch in einem sehr frühen Planungsstadium, bestätigen die Gemeinde Niestetal wie auch die Stadt Kassel. Es habe bereits erste Sondierungsgespräche gegeben, um wichtige Rahmenbedingungen und Grundvoraussetzungen abzuklopfen. „Dazu zählt auch die Frage, wo genau solch eine Brücke über die Fulda gebaut werden könnte, und vor allem, wie die Finanzierung eines solchen Bauwerks aussehen könnte“, sagt Niestetals Bauamtsleiter Peter Lieder.

Denn sicher ist bereits jetzt: Solch eine kombinierte Geh- und Radwegbrücke wird mindestens vier Millionen Euro kosten, zuzüglich der Kosten für den späteren Erhalt der Brücke. Das seien Beträge, die nur in Kooperation mit Niestetal, Kassel und Hessen Mobil zusammen unter Rückgriff auf Fördermöglichkeiten zu stemmen seien.

Noch bis 1969 gab es eine Fährverbindung zwischen Sandershausen und Wolfsanger. Unser Bild zeigt eine Herrenpartie der Sandershäuser Schützen beim Übersetzen in den 1950er-Jahren.

Um an Fördermittel zu kommen, sagt Lieder, sei es wichtig, dass die Geh- und Radwegbrücke nicht nur einem touristischen Zweck diene, sondern auch als wichtige Verkehrsverbindung zum Beispiel für Pendler eingestuft werde. Darin sind sich Niestetal und Kassel schon einig: Denn mit solch einer Brücke ließe sich Sandershausen erstklassig an Wolfs- anger und damit zur Straßenbahnlinie 6 sowie an den Radfernweg R 1 (Fuldaradweg) anbinden. „Für Pendler, die nicht mehr mit dem Auto nach Kassel fahren wollen, ist das eine sehr interessante Alternative“, sagt Lieder.

Und Claas Michaelis, Sprecher der Stadt Kassel, ergänzt: „Solch eine Fuß- und Radverkehrsbrücke über die Fulda zwischen Niestetal-Sandershausen und Kassel-Wolfsanger wäre für Alltagsradler wie auch für Berufspendler eine sichere Ergänzung zur nächsten Querung über die Fulda, der Hafenbrücke.“

So sei das Projekt bereits in der Maßnahmenliste „Baustein Zukunft – Radverkehr“ enthalten. Um sich aber diesem Brückenprojekt weiter anzunähern, müsse erst einmal eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. „Hierbei spielen naturschutzfachliche und wasserrechtliche Aspekte neben der technischen Machbarkeit und Prüfung der Wegeanbindungen eine Rolle“, sagt Michaelis. Die Gemeinde Niestetal und die Stadt Kassel stimmten sich derzeit über die Modalitäten einer Vergabe dieser Machbarkeitsstudie an ein Ingenieurbüro ab. Alles Weitere sei noch nicht spruchreif.

Die Idee, Sandershausen mit Wolfsanger über eine Brücke zu verbinden, ist tatsächlich schon relativ alt, zumal es dort früher schon einen direkten Weg gab – allerdings in Form einer Fähre. Bis 1969 schaffte die „Fähre Wolfsanger“ Menschen von der einen zur anderen Fuldaseite: Man musste auf eine Pfanne hauen, um den Fährmann zu rufen, die Überfahrt kostete dann 30 Pfennig. (Boris Naumann)

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