Trial-Sport

Mit dem Rad über Steine: Niestetalerin macht Sportart "Trial"

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Jeder Sprung ein Kunstwerk: „Das Springen von Fels zu Fels erfordert viel Geschicklichkeit“, sagt Celina Römmelt. Um solche Tricks sicher fahren zu können, sollte man vorher schon zwei Jahre lang die Grundlagen trainiert haben.

Trial - das heißt mit dem Rad über Hindernisse zu klettern. Celina Römmelt aus Niestetal-Heiligenrode macht diesen Sport.

Egal ob große Felsbrocken, schwere Kabeltrommeln, dicke Betonrohre, hoch aufgestapelte Paletten oder in luftiger Höhe montierte Balken – kein Hindernis ist Celina Römmelt aus Niestetal-Heiligenrode zu schwer. Nicht, dass sie einfach nur darüber klettert. Nein, sie macht das alles mit dem Fahrrad.

Trial heißt der Sport, dem sie sich seit zehn Jahren verschrieben hat. Normales Fahren ist dabei Nebensache – ihr Trial-Rad hat noch nicht einmal einen Sattel. Eher wird mit dem Fahrrad gesprungen und gehopst, es wird stehend balanciert und mit großer Präzision das nächste Hindernis angesteuert – das alles meist in einer Höhe von gut einem Meter.

Auf höchstem Niveau

Schon längst treibt Celina den Trial-Radsport auf höchstem Niveau. Ihr Verein ist der TSV Heiligenrode. Bereits im Jahr 2017 hat sie an der Trial-Weltmeisterschaft in der 15-Millionen-Stadt Chengdu in der Provinz Sichuan im Westen Chinas teilgenommen, ein Jahr später noch einmal. „Beide Male habe ich den 14. Platz geschafft“, sagt Celina.

Wolfgang Wenzel, TSV Trial-Trainer

Zu diesem Zeitpunkt hatte sie schon den Deutschen Meistertitel (2014) und den Vize-Titel (2018) geholt. „Das ist definitiv Weltklasse“, sagt Wolfgang Wenzel, der beim TSV die Trial-Abteilung leitet und selbst schon bei neun Weltmeisterschaften dabei war und zweimal Deutscher Meister wurde.

Tatsächlich ist der TSV Heiligenrode schon so etwas wie eine Star-Schmiede. „Wir haben hier schon so manchen Fahrer auf internationales Niveau gebracht“, sagt Wenzel. Und auch bei Celina sieht er noch viel Potenzial.

Traum, bei einem Trial-World-Cup abzuräumen

Die 19-Jährige hat eben ihr Fachabitur gemacht und will jetzt erst mal für einige Monate nach Kanada. „Aber danach mache ich weiter“. Ihr Traum ist es, bei einem der nächsten Trial-World-Cups abzuräumen.

Sie weiß: Das wird kein Pappenstiel – auch wenn sie jetzt schon zu den wirklich guten Trial-Fahrerinnen gehört. Allein schon, um das Niveau zu halten, muss sie jede Woche mindestens zehn Stunden lang trainieren. „Manche verbessern ihr Können sogar mit einem 30-stündigen Trainingspensum pro Woche“, sagt Wenzel. Doch das sei schon die Obergrenze. „Wer noch mehr macht, zehrt von der Substanz.“

Vielseitiger Sport

Natürlich sei der Sport anstrengend. „Aber er ist auch sehr vielseitig“, sagt Celina. Es geht um Konzentration, Koordination, Ausdauer, Motorik, Schnelligkeit, Kraft und Beweglichkeit. „Das macht ihn so interessant“, sagt sie. Natürlich gehöre auch Leidenschaft und Wille dazu. „Es gibt Eltern, die haben ihren kompletten Garten in eine Trial-Strecke umgewandelt, um der Passion ihrer Kinder gerecht zu werden“, erzählt Wenzel.

Aktuell zähle der TSV Heiligenrode rund 15 aktive Trial-Fahrer. „Neueinsteiger sind immer willkommen“, sagt Wenzel. „Wer früh anfängt, hat gute Chancen, weit zu kommen.“ Denn: Trial-Radfahren lernt man nicht von heute auf morgen. Bis die ersten ernst zu nehmenden Trial-Strecken bewältigt werden können, vergehen gut zwei Jahre. Celina, die über ihren Bruder an den Sport gekommen ist, hatte schon mit neun Jahren angefangen. „Das ist ein gutes Alter“, lädt sie ein, auch einmal beim TSV vorbeizuschauen.

Wer sich für den Trial-Radsport beim TSV Heiligenrode interessiert, kann sich bei Wolfgang Wenzel unter info@wolfgangwenzel.de melden. Trainiert wird montags ab 17 Uhr auf dem Trial-Gelände an der Wilhelm-Leuschner-Schule, Karl-Marx-Straße 32, im Winter in der Turnhalle.

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