Seniorenkarneval in Fuldatal litt unter den Querelen über Finanzierung

Ohrfeigen aus der Bütt

Sie hatten trotz der Querelen ihren Spaß: Helga Speth (von links), Ursula Karnowka, Irmgard Banik und Helga Peters klatschten eifrig mit, wenn es auf der karnevalistischen Bühne hoch herging. Fotos:  Dilling

Fuldatal. Der Seniorenkarneval in Fuldatal ist normalerweise eine lustige Veranstaltung, bei der ältere Menschen einmal im Jahr so richtig etwas zu lachen haben. Doch am Samstagnachmittag überschatteten die vorangegangenen Querelen um die Ausrichtung des Seniorenfaschings, den die Gemeinde kurz vorher mit dem Hinweis auf den noch fehlenden Haushalt 2010 abgelehnt hatte, den Auftakt in der Sporthalle von Rothwesten.

Ralf Breßler, Vorsitzender des Rothwestener Carnevals-Vereins (RCV), verteilte gleich zu Beginn karnevalistisch reimend Ohrfeigen aus der Bütt: „Vor nicht einmal drei Wochen ist die Gemeinde aus dem Tiefschlaf gekrochen. Wir erfuhren, ihr werdet’s kaum glauben, die Gemeinde will den Seniorenkarneval rauben.“ Die Kommune leiste sich ein Millionen teures Bürgerzentrum, fuhr Breßler reimend fort, für die Kosten des Seniorenkarnevals, gebe es bisher aber nur „eine Absichtserklärung“ von Seiten der Gemeinde. „Bei solcher Blauäugigkeit sollte man den Politikern den Hintern versohlen“, fügte der RCV-Vorsitzende an, dessen Verein kurzfristig in die Bresche gesprungen war, um eine Absage des Karnevals zu verhindern.

„Narrentor“

Fuldatals Bürgermeisterin Anne Werderich versuchte anschließend, ebenfalls reimend, die Wogen zu glätten. Sie habe oft den Eindruck, in ihrem Verwaltungsgeschäft täglich „durch ein Narrentor“ zu laufen. Die Narretei habe wohl damit zu tun, dass sie kurbedingt nicht in Fuldatal gewesen sei: „Wenn die Katze aus dem Haus ist ...“ Abseits der Bütt versicherte die Bürgermeisterin, die Kosten des Seniorenkarnevals würden nachträglich bezahlt, sobald der Haushalt verabschiedet sei.

Im Saal reagierten dennoch einige Senioren mit Unverständnis auf die Querelen. Das sei eine traurige Sache, es werde schon jetzt in Fuldatal nicht mehr so viel für die alten Menschen getan, sagte Helga Speth (72) aus Ihringshausen. Ursula Karnowka (69, Ihringshausen) beklagte die vielen leeren Stühle im Saal. In früheren Jahren sei er immer brechend voll gewesen. Viele alte Menschen seien wegen der Schulden der Gemeinde auf die Bürgermeisterin böse, glaubt Irmgard Banik (84, Simmershausen).

Von Peter Dilling

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