Das haben sich evangelische und katholische Kirchen für das Fest überlegt

Ostern soll wieder persönlicher werden

Ein Pfarrer sitzt in violetter Robe auf einer Bank in einer leeren Kirche.
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Freut sich auf die Osterzeit: Pfarrer Andreas Schreiner im Gottesdienstsaal der Katholischen Pfarrgemeinde Heilig Geist in Vellmar.

Mit Ostern steht jetzt das wichtigste christliche Fest im Jahr an. Vor einem Jahr fielen die Gottesdienste dem ersten Lockdown zum Opfer. Was lassen sich katholische und evangelische Kirchen einfallen, um das Osterfest jetzt zu feiern?

Die Katholiken

In diesem Jahr wird Pfarrer Andreas Schreiner eine violette Robe für einen echten Ostergottesdienst in der Heilig-Geist-Pfarrgemeinde überziehen können. Dazu wird Schreiner, wie die Besucher, eine Maske tragen. Auf den Gesang muss verzichtet werden und das Weihwasser kommt nicht aus der sonst üblichen Steinschale, sondern aus einem Weihwasser-Spender: Ostern unter Corona-Bedingungen. „Es ist ein blödes Gefühl, dass wir nur 55 statt 400 Plätze anbieten können“, sagt der Pfarrer. „Aber ein eingeschränkter Gottesdienst ist besser als gar keiner.“

So könnten auch Infektionen vermieden werden. Schreiner weiß, wovon er spricht. Ende November ist er selbst am Virus erkrankt. Er habe zwar nur einen leichten Verlauf gehabt, sagt der Pfarrer. „Aber ich hechele immer noch wie ein Hund im Hochsommer, wenn ich Treppen steigen muss.“ Man merkt ihm an, dass er sich auf Ostern freut und Gottesdienste halten kann.

Die Protestanten

Nach aktuellem Stand soll in der Evangelischen Kirchengemeinde Oberkaufungen ein Gottesdienst stattfinden – und zwar an Gründonnerstag, wie Pfarrer Johannes Barth sagt. „Das Meiste machen wir in anderer Form.“ Er hat beispielsweise eine Art Oster-Rallye vorbereitet, die über eine App läuft.

Außerdem wird ab Gründonnerstag eine Woche lang ein Stationenweg im Ort aufgebaut sein, der am Stephanushaus beginnt. Im Eingangsbereich des Gebäudes soll es dafür Anleitungen geben. „Besucher brauchen lediglich Brot, Traubensaft, einen Stein und einen Stift“, sagt Barth. Teil des Weges ist auch eine Fußwaschung in der Losse. „Wir wollen die Menschen trotz Corona auf vielfältige Weise ansprechen“, sagt Barth.

Alle Angebote der Gemeinde finden sich auf der Homepage: ev-kirche-oberkaufungen.de

Fast drei Monate habe kein Gottesdienst stattgefunden in der Gethsemane-Kirche in Baunatal-Mitte. Das Fazit von Pfarrer Günter Törner dazu lautet: „Das tat mir weh.“ Mitte März war es dann endlich so weit: „Da konnten wir uns wieder treffen“, sagt Törner. Es sei Zeit gewesen: „Alle Plätze waren belegt, die Leute haben das wirklich vermisst.“

Gerade jetzt sei es unglaublich wichtig, in Kontakt zu bleiben. Um dem gerecht zu werden, biete die Gemeinde vier Gottesdienste rund um das Osterfest an – mit jeweils 60 Besuchern. Spielt das Wetter mit, könne man sich auch im Innenhof der Kirche treffen. Hier hätten 100 Menschen Platz.

Die Hoffnung bleibt, dass die Treffen tatsächlich möglich sind. „Kein Gottesdienst, das geht gar nicht“, sagt Törner.

Von Moritz Gorny

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