Erkundung soll Eignung für Wärmepumpen ermitteln

Probebohrungen für Geothermie in Vellmar-Nord

Das Bohrgerät gräbt sich bis zu 100 Meter tief: Für die Testbohrung werden insgesamt drei Tage benötigt. Mit den ermittelten Daten können die Geologie und die Wärmeleitfähigkeit des Erdreichs ermittelt werden.
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Das Bohrgerät gräbt sich bis zu 100 Meter tief: Für die Testbohrung werden insgesamt drei Tage benötigt. Mit den ermittelten Daten können die Geologie und die Wärmeleitfähigkeit des Erdreichs ermittelt werden.

Im Baugebiet Vellmar-Nord könnte Erdwärme (Geothermie) ein Baustein auf dem Weg zum klimafreundlichen Wohnen sein. Denn wer im künftigen Energie-Plus-Quartier baut, muss strenge Auflagen erfüllen. Ob sich der Einsatz von Erdwärmepumpen auf dem 16 Hektar großen Areal anbietet, soll jetzt eine Probebohrung ermitteln.

Vellmar – Die Erkundungsbohrung soll zum einen Rückschlüsse auf die Geologie des Erdreiches, aber auch auf dessen Temperatur und Wärmeleitfähigkeit ermöglichen. Die Ergebnisse sollen die Planung von Geothermieanlagen erleichtern. Die Landesenergieagentur (LEA) hat deshalb eine oberflächennahe Erkundungsbohrung bis in eine Tiefe von hundert Metern gemacht. Die Gesteinsproben werden jetzt vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) untersucht.

„Mit einem Thermal-Response-Test (TRT) wird die Wärmeleitfähigkeit und die Temperatur ermittelt“, erklärt Sven Ruhmor vom HLNUG. Die Ergebnisse dieser Bohrung können laut Ruhmor auf einige hundert Meter Fläche übertragen werden. Damit sollen Baufamilien Informationen erhalten, um die eigene Geothermieanlage effizient planen zu können. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen bis Ende des Jahres vorliegen.

Informierten über die Testbohrung: Susanne Jende von der Landesenergieagentur, Bürgermeister Manfred Ludewig, Carola Carius, Koordinatorin des Hessischen Kompetenznetzwerks Geothermie und Sven Rumohr (HLNUG).

Weil Hessen bei der Geothermie noch Schlusslicht ist, finanziert das Land Hessen Probebohrungen an 17 Standorten. „Um bis 2045 klimaneutral zu sein, braucht es auch die Geothermie. Mit der Erkundungsbohrung schaffen wir die Basis dafür“, sagt Carola Carius vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen (HMWEVW). Das Energie-Plus-Gebiet Vellmar-Nord sei „wunderbar aus energiepolitischer Sicht“. So sieht es auch Bürgermeister Manfred Ludewig. Die Stadt „musste dicke Bretter bohren“ bis zur Bauleitplanung. Er wünscht sich, dass die Bohrung erfolgreich ist und möglichst viele Baufamilien davon profitieren.

Susanne Jende, Projektleiterin bei der Landesenergieagentur (LEA), spricht von einem wichtigen Meilenstein. „Wir wollen dazu ermutigen, Geothermie zu nutzen.“ Die Erdwärme gewinne durch die steigenden Gaspreise zunehmend an Bedeutung. Auch Förderprogramme sollen den Ausbau der Geothermieanlagen vorantreiben. Dabei werde der Fokus aber nicht nur auf Neubaugebiete gelegt. Wichtig sei auch, den Bestandsbau klimafreundlicher zu gestalten.

Geothermie 

Die im Erdinneren gespeicherte Wärme kann zum Heizen und Kühlen von Gebäuden, für die Warmwasserbereitung und Stromerzeugung genutzt werden. Erdwärme zählt zu den erneuerbaren Energien, weil sie praktisch unerschöpflich ist. Die Erdwärme wird mittels Sonden über eine Trägerflüssigkeit an die Oberfläche transportiert.

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