In Immenhausen könnte bald 185 Meter hohe Anlage stehen – Ersatz für fünf alte

Riesen-Windrad geplant

Seit 14 Jahren Stromproduzenten: Die 1996 installierten Anlagen des Windparks Mariendorf / Udenhausen haben bislang 50 Millionen Kilowattstunden elektrische Energie geliefert. Archivfoto: Thiele

Immenhausen. Mitte der 90er-Jahre war die Stadt Immenhausen die erste Kommune in der Region, in deren Gemarkung Windkraftanlagen gebaut wurden. Demnächst könnte die Stadt wiederum Vorreiter sein: Mit einem neuen riesigen Windrad.

Diese Anlage soll nicht nur doppelt so viel Energie wie der aus fünf einzelnen Anlagen bestehende Windpark Mariendorf / Udenhausen erzeugen, sondern auch mehr als zweimal so hoch in den Himmel ragen. Die Turmhöhe misst 135 und der Durchmesser der Rotoren 100 Meter, macht eine Gesamthöhe von 185 Metern.

Doch weil eine solche Anlage erheblichen Einfluss auf die Umgebung hat, ist die Genehmigung nicht ganz einfach. Aber Immenhausens Bürgermeister Herbert Rössel ist optimistisch. In Vorgesprächen mit dem Regierungspräsidium in Kassel sei bereits geklärt worden, dass „das durchaus machbar ist“.

Allerdings sei der Planungsaufwand nicht unerheblich, weiß Rössel. So müsse unter anderem ein avi-faunistisches Gutachten erstellt werden, welches die Auswirkungen auf die Vogelwelt darstellt. Zum anderen müsse die Anlage mehr als 1000 Meter von der nächsten Wohnbebauung entfernt liegen. Dass dies selbst in Nordhessen nicht immer ganz einfach ist, lässt sich am bestehenden Windpark Mariendorf / Udenhausen ablesen. Denn der ist weniger als 800 Meter von der nächstliegenden Bebauung entfernt.

Die Kosten des Planverfahrens veranschlagt der Bürgermeister auf rund 50 000 Euro, die Kosten der neuen Anlage werden mit etwa 3,3 Millionen Euro beziffert. Er geht davon aus, dass die Betreiber sich daran beteiligen werden.

Betreiber des bestehenden Windparks ist die Windpark Mariendorf / Udenhausen GmbH & Co KG. Die meisten der 65 Gesellschafter hätten auch Interesse an der neuen Anlage, sagt Geschäftsführer Hans-Georg Thiel. Kein Wunder, denn mit Windenergie lasse sich „auch etwas verdienen“, und zwar sauber und nachhaltig. Dafür müsste dann eine neue Gesellschaft gegründet werden. Der Windpark Mariendorf / Udenhausen ist 1996 ans Netz gegangen. Damals ging man laut Thiel von einer Laufzeit der Anlage von 20 Jahren aus. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erlaubt dem Betreiber nun eine technische Erneuerung. Denn die Windkraftanlagen der neuen Generation sind wesentlich leistungsstärker und leiser. Fachleute rechnen deshalb mit einem Boom in den nächsten Jahren.

Da wollen die Betreiber des Windparks Mariendorf / Udenhausen und mit ihnen die Stadt Immenhausen nicht abseitsstehen. Denn während die einen mit größerem Ertrag rechnen, erwarten die anderen ein höheres Steueraufkommen.

Gerade das können die immer klammer werdenden Kommunen gut gebrauchen. Allein im vergangenen Jahr zahlte die Windpark GmbH 83 000 Euro Gewerbesteuer. Nutznießer war neben Immenhausen und Grebenstein als Standort-Gemeinden auch Trendelburg, das Sitz der Windpark-Gesellschaft ist.

Von Gerd Henke

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