Landkreis Kassel baut Kontrollen aus

Rote Karte für Müllsünder: Mit Hightech gegen Plastik im Biomüll

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Warnung in zwei Stufen: Falsch befüllte Biotonnen bekommen einen Warnhinweis (Gelbe Karte) an die Tonne geheftet. Im Wiederholungsfall gibt es dann die Rote Karte und die Tonne wird nicht mehr geleert. Im Bild von links Daron Karabet, Lars Zeller, Umweltingenieur Antonios Vatev und Eigenbetriebsleiter Uwe Pietsch.

Mit Hightech gegen Plastik im Biomüll: Der Landkreis Kassel zeigt Müllsündern die Rote Karte und spürt mit Hightech Plastik im Biomüll auf.

In der Biotonne landen nicht nur Obst- und Gemüsereste, sondern auch Kunststoffe oder Metalle. Das erschwert die Verarbeitung zu Kompost. Damit die Bürger besser sortieren, hilft der Landkreis Kassel nach.

Weil immer noch nicht alle Einwohner des Landkreises Kassel wissen, wie man die Bioabfalltonnen richtig befüllt, wurden die Sammelfahrzeuge nun mit einem Sensorsystem ausgerüstet, das falsch befüllte Mülltonnen aufspürt und deren Leerung verhindert. So können die Nutzer der Tonnen aufgeklärt oder im Wiederholungsfall zu einer Extra-Zahlung für die Leerung aufgefordert werden.

Insgesamt 70.000 Biomülltonnen im Landkreis

Nach Angaben des Landkreises Kassel sind in einem beachtlichen Teil der 70.000 Biomülltonnen im Kreisgebiet immer wieder Störstoffe zu finden, die nicht in den Biomüll gehören und die anschließende Verarbeitung zu wertvollem Kompost erschweren oder ganz unmöglich machen, dazu gehören vor allem Plastiktüten, die nicht verrotten. 

„Nur sauber sortierter Bioabfall kann optimal verwertet werden“, sagt Betriebsleiteer Uwe Pietsch und verweist auf die bisherigen Erfahrungen bei Sichtkontrollen, die zeigten, dass Verbesserungen durchaus möglich sind. „Nun werden wir die Kontrollen schrittweise intensivieren“, beschreibt Pietsch den Ausbau der „Qualitätsoffensive Bioabfall“. Die Nutzer sollen dadurch zu einem besseren Trennverhalten angeleitet werden.

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Aufkleber soll den Nutzer auf das Fehlverhalten hinweisen

Kernstück ist ein neues Sensorsystem, das am Lift des Fahrzeugs angebracht ist und beim Anheben der Biotonnen und noch vor dem Entleeren erkennt, wenn Störstoffe im Biomüll enthalten sind. Das System gibt dann einen Alarmton aus und verhindert die Entleerung der Tonne. Beim ersten Mal wird die Tonne dann dennoch entleert, aber sie bekommt einen gut sichtbaren gelben Aufkleber mit entsprechendem Hinweis an die Biotonnennutzer.

Sind öfter Fremdstoffe in der Bio-Tonne wird nicht mehr geleert

Nach mehrmaligen Touren, bei denen die registrierten Tonnen erneut kontrolliert werden, werden beanstandete Tonnen nicht mehr geleert, bekommen einen roten Aufkleber und bleiben stehen. „Gerade im Sommer ist das wenig angenehm“, sagt Uwe Pietsch. Sie haben dann die Möglichkeit, den Biomüll auszukippen und neu zu sortieren. Oder sie können eine Banderole für die Biotonne erwerben, die eine einmalige Entleerung über die Restmüllabfuhr erlaubt. Sie kostet 20 Euro für die 240-Liter-Tonne und zehn Euro für die 120-Liter-Tonne.

Häufige Störstoffe in der Tonne sind normale Plastiktüten, in denen sich Bioabfälle befinden. Meist wurden, so erklärt Uwe Pietsch, Betriebsleiter der Abfallentsorgung des Landkreises, die Bioabfälle im Haushalt gut sortiert, aber dann aus Bequemlichkeit oder einem Hygienebedürfnis heraus in einer nicht kompostierbaren Tüte aus Plastik in die Biotonne gegeben. Zur Vermeidung der meisten Probleme rät der Landkreis allen Bürgern, sich in den Rathäusern oder im Landratsamt die preiswerten, kompostierbaren Abfallbeutel zu holen.

Weitere Infos gibt es bei der Abfallentsorgung Kreis Kassel unter 0561/1003-1133.

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Kommentare

bradoundAntwort
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:-D

Lasse SvensenAntwort
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Wer meint so handeln zu wollen sollte die Konsequenzen spüren.
Dumm wird es wenn er Andere ›mit in den Abgrund reißt‹…

Lasse SvensenAntwort
(0)(0)

Hoffentlich nicht so viel, dass die Grünen die Tonne flugs zum schützenswerten Kleinbiotop erklären :-D

Kommentare

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