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Neues Schutzgebiet: Sandgrube wird zum Biotop

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Artenschutz: In einer ehemaligen Sandgrube östlich von Vollmarshausen soll der Lebensraum für seltene Amphibien gesichert werden
Artenschutz: In einer ehemaligen Sandgrube östlich von Vollmarshausen soll der Lebensraum für seltene Amphibien gesichert werden. Unser Foto zeigt vor dem Bagger der Firma Volker Löber aus Schauenburg Manfred Henkel (Nabu-Ortsgruppe), Rüdiger Germeroth (Untere Naturschutzbehörde), Detlef Schmidt (Agar), Axel Krügener (Regierungspräsidium) und Vizebürgermeister Klaus Steffek (Gemeinde Lohfelden). © HNA/Wohlgehagen

Lohfelden. Die ablehnende Haltung einer Landeigentümerin war schuld daran, dass ein für die Region bedeutsamer Kreuzkrötenstandort in der ehemaligen Sandgrube östlich von Vollmarshausen jahrelang nicht gesichert werden konnte.

Jetzt hat der neue Eigentümer der Artenschutzmaßnahme zugestimmt, durch die der Lebensraum für selten gewordene Amphibien an dieser Stelle verbessert werden kann.

„Im Frühjahr wissen wir, ob die Kreuzkröte hier ist.“

Detlef Schmidt

Außer der in unserer Region seltenen Kreuzkröte sollen auch die Geburtshelferkröte und Kammmolche in dem Krater wieder ein Zuhause finden: „Im Frühjahr wissen wir, ob die Kreuzkröte hier ist.“ Die Chance sei groß, sagte Detlef Schmidt von der Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz (Agar), die das Projekt fachlich begleitet.

10.000 Euro kostet die Artenschutzmaßnahme. Das Geld komme aus dem Landeshaushalt, sagte Axel Krügener von der Oberen Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel.

Die als flächenhaftes Naturdenkmal ausgewiesene Sandabbaugrube ist etwa zwölf Meter tief. Ihre Tümpel sind durch den Schatten der Bäume und Sträucher teilweise verlandet. „Deshalb haben wir die Gehölze bis auf eine Baumgruppe an der Nordseite fällen lassen“, sagte Axel Krügener.

Jetzt ist auch ein Bagger für die Freilegung des sandigen Grubenbodens im Einsatz. Die drei Teiche sollen gründlich entschlammt werden. An der Südseite entstehen Sandwände, in deren Ritzen und Spalten die in ihrer Existenz bedrohten Kröten Winterquartiere beziehen können.

Der Leiter der Naturschutzbehörde beim Landkreis Kassel, Dr. Ingo Aselmann, erwartet verstärkte Amphibienwanderungen vom Naturschutzgebiet Vollmarshäuser Teiche zur höher gelegenen Sandgrube. Um die Amphibien zu schützen, ist jedes Jahr ab Anfang März die Kaufunger Straße während der Nachtstunden für den Verkehr gesperrt.

Alle Beteiligten sind froh, dass die Maßnahmen zum Schutz der seltenen Amphibienarten jetzt endlich umgesetzt werden: „Was lange dauert, wird endlich gut“, sagte Manfred Henkel, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe. Mitglieder des Naturschutzbundes hatten das Naturdenkmal gemeinsam mit der Naturlandstiftung über Jahre gepflegt.

Das Naturschutzgebiet Sandgrube darf künftig nicht befahren werden, bleibt aber öffentlich zugänglich. (ppw)

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