Karl-Heinz Duhme kann Internet trotz Glasfaseranschlusses nicht störungsfrei nutzen

Ärger und Empörung über langsames Netz in Elgershausen

 Karl-Heinz Duhme aus Elgershausen in seiner Wohnung vor seinem Laptop.
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Immer wieder stoppt das Bild beim Videoschauen: Karl-Heinz Duhme aus Elgershausen fühlt sich von seinem Internetanbieter im Stich gelassen.

Wenn er gemeinsam mit seiner Frau Filme oder Serien in Mediatheken schauen möchte, kommt bei Karl-Heinz Duhme aus dem Schauenburger Ortsteil Elgershausen schnell Ärger auf. Obwohl er über einen Glasfaseranschluss der Deutschen Glasfaser verfügt, sei es nicht möglich, beispielsweise Videos störungsfrei zu schauen.

Schauenburg – Immer wieder bleibe das Bild stehen und es dauere, bis es irgendwann weitergehe. Beim Messen der Geschwindigkeit seines Anschlusses stellt der 77-Jährige nach eigenen Angaben immer wieder fest, dass die tatsächliche Geschwindigkeit deutlich von dem abweiche, was ihm vertraglich versprochen wurde. „Ich bin zur Deutschen Glasfaser gewechselt, damit ich schnelles Internet habe. Nun habe ich deutlich mehr Probleme als zuvor“, ärgert sich der frühere Bauleiter.

Als die Deutsche Glasfaser 2018 in dem Schauenburger Ortsteil für ihre Anschlüsse wirbt, wittert Duhme seine Chance. Obwohl er noch vertraglich an seinen alten Anbieter 1&1 gebunden ist, unterzeichnet er einen Vertrag mit der Deutschen Glasfaser. Bis zum Ende seines alten Vertrags müsse er nicht für den neuen Vertrag zahlen, versichert man ihm. Duhme bucht das Paket Premium 600. Das verspricht einen schnellen Internetanschluss mit 600 Mbit/s im Down- und 300 Mbit/s im Upload.

Eine Geschwindigkeit, die leider niemals bei ihm ankäme, wie Duhme nach eigenen Messungen festgestellt hat. Auf dem Handy habe er etwa Geschwindigkeiten zwischen 82 Mbit/s im Down- und 87,4 Mbit/s im Upload gemessen. Auf dem Laptop waren es 146 Mbit/s im Download. Regelmäßig kämen Störungen hinzu, wo auch mal gar nichts mehr gehe. „Im August gab es zum Beispiel an zwei Wochenenden stundenlang gar kein Internet und auch das Telefon funktionierte nicht“, so Duhme.

Was ihm zudem aufgefallen sei, ist, dass sein Internet besonders zu Stoßzeiten, etwa freitagabends, sehr langsam sei. Zweimal habe er sich bereits an die Störungsstelle der Deutschen Glasfaser gewandt. „Eine Rückmeldung habe ich nie bekommen. Nur eine automatisierte Antwort, dass mein Anliegen in der Bearbeitung sei“, sagt der 77-Jährige. Auch müsse er trotz der niedrigen Geschwindigkeiten den vollen Preis für seinen Anschluss zahlen. „Dabei ist es gesetzlich geregelt, dass man nur für die Geschwindigkeit zahlt, die auch tatsächlich ankommt.“

Die Deutsche Glasfaser erklärt auf Nachfrage, dass man sich umgehend mit Karl-Heinz Duhme in Verbindung setzen werde, um eine Lösung zu finden, so Unternehmenssprecher Dennis Slobodian. Den Vorwurf, dass die Deutsche Glasfaser in Schauenburg Anschlüsse mit Geschwindigkeiten verkauft, die aufgrund einer zu schwachen Leistung der Leitungen gar nicht erzielt werden können, weist Slobodian zurück. Das Problem sei, dass der Kunde keinen Router der Deutschen Glasfaser nutze. „So können wir uns nicht draufschalten, um nachzuprüfen, woran es hakt“, erklärt Slobodian. Messungen am Handy oder Laptop seien nicht ausreichend. Die Geschwindigkeit müsse immer direkt am Router, bestenfalls mit einem LAN-Kabel gemessen werden.

Aus diesem Grund müsse Duhme den Preis zahlen, den sein gebuchtes Paket umfasst. „Uns liegen leider noch keine validen Messergebnisse vor“, so Slobodian. Diese seien aber ausschlaggebend für eine Preisminderung bei zu geringer Geschwindigkeit. Dazu müssen Betroffene das offizielle Tool der Deutschen Netzagentur nutzen. Dieses steht aber erst ab kommenden Montag, 13. Dezember, online unter breitbandmessung.de, zur Verfügung. (Daniel Göbel)

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