Protest gegen Dauerbrummen

Anwohner in Schauenburg sind massiv genervt vom A44-Lärm

+
Sie haben genug vom Lärm: Volker Leis (hinten von links), Dirk Sauermann, Eric McGowan, Nico Storch, Sven Wille, Dietmar Speckmann und Gabriele Leis (vorne). Sie alle leben nicht weit von der A 44 entfernt. Der von der Gemeinde in Eigenregie gebaute Lärmschutzwall (rechts) habe kaum Linderung gebracht. Der Lärm gehe an den Seiten der Anlage vorbei, sagen die Anwohner.

Schauenburg. Die Anwohner fordern einen besseren Lärmschutz. Sie sind genervt von dem Dauerbrummen, das von der A 44 herüberdringt in die Schauenburger Ortsteile und bis hinein ins Firnsbachtal.

„Man hat das Gefühl, die Autobahn geht durch den Garten“, sagt Gabriele Leis. Die Elgershäuserin steht gemeinsam mit mehreren Anwohnern aus Elgershausen und aus dem benachbarten Hoof einen Steinwurf entfernt von der Autobahn und macht ihrem Ärger Luft.

Die Menschen sind genervt von dem Dauerbrummen, das von der A 44 herüberdringt in die Schauenburger Ortsteile und bis hinein ins Firnsbachtal. „Bei Nord-Ost-Wind bekommt man den Lärm voll mit“, sagt auch Dirk Sauermann, der nicht weit entfernt am Sandweg wohnt. „Wir haben uns schon überlegt, ob wir nicht wegziehen. Die Lebensqualität hat massiv gelitten.“

Das bestätigt auch Eric McGowan, der an der Königsberger Straße in Elgershausen wohnt. Es gebe viele Bereiche in Schauenburg, die betroffen seien. An ruhiges Kaffeetrinken im Garten sei nicht mehr zu denken.

Die Anwohner beschreiben ausführlich, wie sich die Lärmbelastung in Elgershausen und Hoof in den vergangenen Jahren erhöht hat. „Ich bin vor zwölf Jahren hierher gezogen. Da war der Lärmpegel noch absolut erträglich“, sagt Sauermann. Jetzt gebe es ein massives Grundrauschen im Ort, „ein Heulen von den Lkw-Reifen“. Und Gabriele Leis ergänzt: „Wir haben vor 34 Jahren hier gebaut. Da konnte man die Autos auf der Autobahn zählen.“

Gezählt hat die Verkehrsbehörde Hessen Mobil die Fahrzeuge im Jahr 2015. Demnach rollen im Schnitt täglich 73.200 Autos über die A 44 in Höhe der Gemeinde Schauenburg. Davon seien 15.300 Lastwagen, berichtet Hessen-Mobil-Sprecher Horst Sinemus.

Hoffnung für eine Verbesserung des Lärmschutzes könnte es mit einem sechsstreifigen Ausbau der Autobahn zwischen Zierenberg und Wilhelmshöhe geben. „Zum Zeitrahmen für eine mögliche Umsetzung des sechsstreifigen Ausbaus können wir keine Aussage machen“, berichtet Sinemus allerdings. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 werde das Projekt unter der Kategorie „Weiterer Bedarf“ gelistet.

Viele wehren sich

Die Schauenburger wollen sich jedenfalls nicht mit der Situation zufriedengeben. Mittlerweile steht der Protest gegen den Autolärm auf breiter Basis. Kürzlich hat schon das Gemeindeparlament einstimmig einen Antrag verabschiedet, wonach bei Hessen Mobil auf die Einrichtung eines Tempolimits in diesem Abschnitt (80 km/h für Autos, 60 für Lkw) sowie ein Überholverbot für Lastwagen hingewirkt werden soll.

Demnächst soll die Fahrbahn auf der A 44 in Fahrtrichtung Kassel erneuert werden. Dafür fordern die Anwohner jetzt den Einbau eines offenporigen, lärmschluckenden Asphalts. Für das grundsätzliche Problem halten sie den Aufbau einer Lärmschutzwand an der Autobahn für dringend notwendig. „Eine Lärmschutzwand wäre das Beste“, sagt auch Parlamentsvorsitzender Nico Storch.

„Hessen Mobil prüft derzeit eine Erneuerung des Asphaltbelages auf einem etwa vier Kilometer langen Streckenabschnitt der A 44 zwischen den Anschlussstellen Zierenberg und Kassel-Bad Wilhelmshöhe in Fahrtrichtung Kassel“, bestätigt der Hessen-Mobil-Sprecher. Im Zuge der Bauvorbereitung werde nach den geltenden Kriterien auch die Verwendung von lärmmindernden Asphaltdeckschichten geprüft. „Gegenwärtig lassen sich dazu jedoch noch keine verbindlichen Aussagen treffen.“

Es gibt eine Online-Petition, die mehr Lärmschutz an der A 44 vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fordert. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.