Neustart mit Tiefkühlpizza

Baunataler-Schauenburger Tafel öffnet am 13. Mai wieder 

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Neustart mit Corona-Regeln: Wolfgang Rodermund mit Piktogrammen, die den Besuchern der Tafel die Verhaltensregeln erklären sollen sowie mit einer der gespendeten Mund-und-Nasenschutzmasken. Die Klienten können weiterhin ihre Lebensmittel aussuchen und müssen dafür eine symbolische Pauschale von zwei Euro zahlen. 

Baunatal/Schauenburg – Gute Nachricht für 500 Menschen in Baunatal und Schauenburg, die Baunataler-Schauenburger Tafel nimmt am 13. Mai ihre Arbeit wieder auf.

Am 12. Mai starten die ehrenamtlichen Fahrer morgens zu ihrer Tour zu den Supermärkten, um das, was diese aussortiert haben, abzuholen. Einen Tag später, am Mittwoch, 13. Mai, von 13.30 bis 17 Uhr, werden dann die Lebensmittel ausgegeben –unter strengen Hygiene- und Abstandsregeln.

Man schreibe noch diese Woche die Klienten der Tafel und die Händler, mit denen man bisher zusammengearbeitet hat, entsprechend an, sagt Wolfgang Rodermund, Vorsitzender des Trägervereins. „Die Vorbereitung der Öffnung war eine Mammutaufgabe“, berichtet Rodermund. Zunächst seien 15 Prozent der ehrenamtlichen Helfer weggebrochen, weil sie zu den Risikogruppen der Coronakrise gehörten. Dann habe die Umsetzung des selbst erarbeiteten Gesundheitskonzepts viel Zeit gekostet. Vier Wochen habe man auf die Lieferung von Spuckwänden aus Plexiglas für die Essensausgabe gewartet. „Das größte Problem war aber die Beschaffung von ausreichenden Desinfektionsmitteln“, sagt der Vereinsvorsitzende. Die neuen Regeln in der Tafel an der Rembrandtstraße werden den oft der deutschen Sprache nicht so mächtigen Klienten mit selbsterklärenden Piktogrammen vermittelt. Sie sehen vor, dass jeweils nur drei Einzelpersonen – also nicht mehrere Familienangehörige – gleichzeitig die Räume betreten dürfen. Ein ehrenamtlicher Türsteher wird für Ordnung sorgen und denjenigen, die keine Maske haben, kostenlos einen Mundschutz geben. 250 seien der Tafel gespendet worden. Dazu habe die Lorenz-Apotheke 100 dünne Schals zur Gesichtsabdeckung gestiftet.

Hygiene vor der Lebensmittelausgabe: Am Eingang hängt ein Desinfektionsspender.

Abstandsmarkierungen auf dem Boden sollen die Orientierung erleichtern, auch den ehrenamtlichen Sortierern der Lebensmittel. Diese werden nur zu viert – statt wie früher zu sechst – gleichzeitig arbeiten können. Der Pausenplausch im Sozialraum wird überschaubar bleiben, weil dort nur jeweils zwei Personen sitzen dürfen.

Zum Auftakt gibt es wahrscheinlich auch Tiefkühlpizza, die Rodermund im Zentrallager der Tafeln in Wetzlar geordert hat. Ansonsten hofft er, dass die Spendenbereitschaft der Geschäfte durch Corona nicht nachlässt.

Schon während der ersten Tage der Krise seien die Spenden wohl unter anderem wegen der Hamsterkäufe zurückgegangen. Mit dem Personal komme man hin, sagt Rodermund. Etwa ein Dutzend neue Interessenten hätten Interesse für eine Mitarbeit signalisiert.

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