Ruine ist beliebtes Ausflugsziel

Blick von neuer Raststelle der Schauenburg genießen - Burg war einst Grafenstammsitz

Joachim Fette und Thorsten Naumann (von links), Mitarbeiter des Naturparks Habichtswald, stellen den neuen Tisch und zwei neue Bänke auf dem Märchenrastplatz auf dem Gelände der Burgruine Schauenburg auf.
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Joachim Fette und Thorsten Naumann (von links), Mitarbeiter des Naturparks Habichtswald, stellen den neuen Tisch und zwei neue Bänke auf dem Märchenrastplatz auf dem Gelände der Burgruine Schauenburg auf.

Viele kennen Schauenburg als Gemeinde im südwestlichen Landkreis Kassel. Die Schauenburg war aber auch eine Burg, die im Mittelalter entstand – vermutlich wurde sie zwischen 600 und 800 gebaut.

Heute ist nur noch eine Ruine übrig, dennoch ist der Standort der Schauenburg ein beliebtes Ausflugsziel. Deshalb haben die Gemeinde und der Naturpark Habichtswald nun die zwei Bänke und den Tisch am Aussichtspunkt – dem sogenannten Märchenrastplatz – für rund 1200 Euro erneuert.

Die alten waren laut Schauenburgs Bürgermeister Michael Plätzer marode und standen bereits seit etwa 15 Jahren an dem Aussichtspunkt. Die neuen sind aus Eiche und sollen mindestens ebenso lang halten, hofft, Rainer Weishaar, Leiter des Baubetriebshofs vom Naturpark Habichtswald.

Vom Märchenrastplatz aus kann man Richtung Osten das gesamte Bauna-Tal sehen und bis zum VW Werk blicken. „Bei gutem Wetter kann man fast bis ins Sauerland gucken“, sagt Plätzer mit Blick Richtung Westen. Eine Holztafel zeigt, welche Orte wo liegen – diese soll laut Plätzer demnächst eventuell erneuert werden.

Auf dem Weg hinauf zur Burgruine Schauenburg lassen sich Mauerreste entdecken.

Außerdem bieten vier Landschaftsthrone mit Blick gen Westen eine tolle Aussicht. Es ist anzunehmen, dass die Schauenburg in fränkischer Zeit erbaut worden ist – vermutlich als Grenzbefestigung gegen die Sachsen. 1089 wird „Scouwenborg“ in einer Schenkungsurkunde des Klosters Helmarshausen erstmals urkundlich genannt. In alten Urkunden wird die Burg auch Scowenburch genannt – im Jahr 1143 –, 1184 Schowinburc und 1240 Scoenburc, wie auf der Internetseite der Gemeinde Schauenburg zu lesen ist.

Seit dem elften Jahrhundert war die Burg Stammsitz der Grafen von Schauenburg, wie aus Recherchen des Geschichtsvereins Schauenburg hervorgeht.

Der erste war vermutlich ein gewisser Adalbert. Die in der Kasseler Landschaft vermögenden Grafen gehörten im 12. und 13. Jahrhundert zu den bedeutendsten edelfreien Geschlechtern Nordhessens.

Die auf der Schauenburg verbliebene Adelslinie starb vermutlich mit Graf Berthold 1253 aus. Zahlreiche Verpfändungen folgten, bis die Burg schließlich um 1312 an Reinhard I. von Dalwigk fiel. Der letzte Bewohner war vermutlich Berthold von Dalwigk, der die Schauenburg 1534 erhielt. Zu dieser Zeit war die Burg wohl schon stark verfallen, wie die Recherche des Geschichtsvereins ergab.

Die eigentliche Burgfläche hatte einen Durchmesser von etwa 45 Metern. Über das Bauwerk ist ansonsten wenig bekannt. Wahrscheinlich befanden sich mehrere Stein- und Fachwerkhäuser an den Innenseiten der Ringmauer. In der Mitte stand wohl ein für die damalige Zeit typischer quadratischer Wohnturm.

Die vier Landschaftsthrone am Aussichtspunkt der Burgruine Schauenburg mit Blick Richtung Westen laden dazu ein, die Aussicht zu genießen.

Der Eingang zur Burg befand sich im Süden, der Hauptburg schloss sich im Norden und Osten eine Vorburg an. Diese war von einer Mauer umgeben, von der noch ein kleines Stück im Osten erhalten ist.

Im südlichen Bereich erkennt man heute noch Wall und Graben. Ab 1989 arbeiteten der Naturpark Habichtswald und die Gemeinde Schauenburg daran, Mauer- und Burganlagenreste der Ruine an der Schauenburg zu sichern und zu erhalten. (Lara Thiele)

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