Im Ortsbeirat wurde über geplante Ansiedlung im Gewerbegebiet diskutiert

Elgershäuser haben Bedenken gegen Betonwerk

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Noch hielt sich der Unmut gegen das geplante Betonwerk bei den 30 Besuchern in Grenzen, die die Ortsbeiratssitzung besuchten. 

Schauenburg – Die Baugenehmigung liegt noch nicht vor, eine Abstimmung ist noch nicht terminiert und ob und wann der erste LKW das Gelände des geplanten Betonwerkes im Elgershäuser Gewerbegebiet verlässt, ist derzeit noch völlig offen.

Dennoch bildet sich in der Bevölkerung, egal, ob die Menschen im angrenzten Wohngebiet ihr zu Hause haben oder im Ort wohnen, ein gewisses Unbehagen gegen das Vorhaben. Dieser Eindruck entstand jedenfalls in der jüngsten Ortsbeiratssitzung, an der rund 30 Einwohner teilnahmen und ihre Bedenken vortrugen.

Bürgermeister Michael Plätzer ging dabei in die Offensive und stellte die geplante Bebauung eines zirka 8000 Quadratmeter großen Grundstückes im Gewerbegebiet unterhalb des Kreisels in seinen ersten Entwürfen vor. Ein Unternehmen aus Warburg (Nordrhein-Westfalen) beabsichtigt dort eine Anlage zu bauen, die Beton aufarbeitet, mischt, in Metonmischer verlädt und abtransportiert. Das Bauvolumen soll rund 3,5 Millionen Euro betragen und bis zu zwölf neue Arbeitsplätze schaffen. Plätzer ging auch auf die Arbeitszeiten des Unternehmens ein: „Geplant ist, dass im Ein-Schicht-Verfahren gearbeitet wird“, erklärte er zu dem Vorhaben. „Das bedeutet, dass in der Zeit von sieben Uhr morgens bis zirka 17 Uhr rund 60 Lastwagen zu dem Werk hin oder wieder abfahren“. Allein diese Zahl wurde von den Zuhörern angezweifelt. „Wer kann denn ausschließen, dass es doch mehr werden, oder später im Mehrschichtbetrieb gearbeitet wird?“, war eine der Fragen dazu.

Bedenken hatte auch Torsten Hansten in einem ganz anderen Punkt. „Ein Betonmischwerk hat einen sehr hohen Wasserbedarf. Durch die letzten sehr trockenen Sommer steht es damit ohnehin nicht zum Besten. Wie soll das geregelt werden?“, wollte er wissen. Plätzer meinte dazu, dass die Wasserversorgung von Elgershausen gesichert sei. „Wir sitzen auf einer großen Wasserblase, an der sogar das VW-Werk in Baunatal hängt.“ Außerdem werde das Unternehmen dafür sorgen, auch Oberflächenwasser zu gewinnen und zu verwerten.

Einen Imageschaden für den Ortsteil Elgershausen sieht Ulrich Greifenberg. „Sollte das Werk gebaut werden, wird die Wohnqualität in Elgershausen abgewertet. Am Rande des Gewerbegebietes sollen weitere Neubauten entstehen. Wer will da schon hinziehen, wenn die Lärmbelastung immer größer wird“, meinte er zu den Plänen.

Aus Sicht von Plätzer werde jedenfalls alles getan, um die Lärm- und Umweltbelastung so gering wie möglich zu halten. „Es wird alles auf den Prüfstand kommen. Die Genehmigung eines Bauantrages obliegt letztlich dem Landkreis Kassel. Dann muss die Gemeinde entscheiden, ob gebaut werden soll.“ Nach Aussagen des Unternehmens könne man im Frühjahr beginnen und im Spätherbst die Anlage in Betrieb nehmen.

Plätzer meinte zu dem Thema abschließend, dass es sicherlich notwendig sei, gemeinsam mit dem Unternehmen eine größere Informationsveranstaltung zu planen, bei der die Bürger ausreichend zu Wort kommen. Da der Ortsbeirat krankheitsbedingt nicht beschlussfähig war, konnte er die Pläne des Vorhabens lediglich zur Kenntnis nehmen.

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