„Wir sind gesegnet worden“ 

Else und Hans Friedrich aus Breitenbach feiern Eiserne Hochzeit

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Else und Hans Friedrich aus Breitenbach feiern ihren 65. Hochzeitstag, die Eiserne Hochzeit. Ja sagten sie am 5. Februar 1955.

Else und Hans Friedrich können auf 65 Jahre Eheglück zurückblicken. Dieses Jubiläum nennt man „Eiserne Hochzeit“.

Schauenburg – „Das ‘Eisern‘ gefällt mir nicht“, sagt Hans Friedrich, „denn alte Liebe rostet nicht, Eisen aber schon.“ Hans Friedrich hat sich deshalb selbst etwas ausgedacht: „65 Jahre unter Gottes Segen.“

Der Glaube und die Kirche haben für das Paar immer eine besondere Rolle gespielt. Kennen lernten sie sich nämlich bei einem kirchlichen Jugendtreffen in der Wiesentalsmühle in Bad Emstal, damals am 1. Mai 1953. Hans wusste gleich, dass sie auf „der gleichen Wellenlänge“ waren. Doch es brauchte etwas Zeit, bis Else, die damals noch Weidel hieß, und Hans Friedrich ein Paar wurden.

Else und Hans Friedrich (Bildmitte) aus Breitenbach feiern ihren 65. Hochzeitstag, die Eiserne Hochze it. Ja sagten sie am 5. Februar 1955.

Auf einer Fahrt der Jugendgruppe nahm Elses Freundin Elfriede die Sache in die Hand. Sie wusste, dass die beiden sich gefielen, und half, eine Verabredung zu arrangieren. „Er konnte zuhören und gut erzählen“, erinnert sich Else Friedrich. Beeindruckt war sie auch von dem Motorrad, das der gebürtige Breitenbacher sich im Oktober 1950 gekauft hatte. Gelegentlich kam er damit nach Gleichen, wo sie geboren und aufgewachsen ist. Er ist wohl dem Lauf der Ems gefolgt, die von Breitenbach nach Gleichen fließt, resümiert Hans Friedrich.

Der gelernte Schreiner weiß noch genau, was sie damals zusammenführte: „Wir konnten uns gut verstehen, das war wichtig. Wenn ich so darüber nachdenke, es muss Gottes Wille gewesen sein.“ Das findet auch seine Ehefrau: „Wir sind gesegnet worden.“ Diese Segnung führte sie am 5. Februar 1955 vor den Traualtar.

Bei ihrer kirchlichen Trauung in Lohne waren sie etwas zu früh dran, berichtet Hans Friedrich und muss lachen. „Der Pfarrer hatte noch seine Hausschuhe an“, sagt er. Gefeiert wurde mit den engsten Freunden und der Familie im kleinen Kreis, denn das Geld war damals knapp.

Eine Woche nach der Hochzeit zog Else in das Elternhaus ihres Mannes in Breitenbach. Hans Friedrich lebte dort mit seinem Vater, der ihn in der eigenen Schreinerei das Handwerk gelehrt hatte.

Auf den Ehesegen folgte der Kindersegen. Im Jahr 1955 wurde ihr erstes Kind – Sohn Reiner – geboren. Zwei Jahre später kam Heike und 1963 Annegret zur Welt. Inzwischen gehören auch fünf Enkel und ein Urenkel zur Familie, die zur Feier des Hochzeitstags im kleinen Kreis zusammenkommt. Das große Fest folgt im März, wenn Hans Friedrich seinen 90. Geburtstag begeht.

Viel Spaß hatte das Paar auf seinen Reisen nach Rügen oder ans Mittelmeer und besonders nach Oberstdorf, wo sie im Jahr 1969 ihren ersten gemeinsamen Urlaub verbrachten.

„Zum Geschenk des Lebens ja sagen“, darin liegt für Hans Friedrich das Rezept für eine glückliche Ehe. „Man muss sich aber auch bemühen und das Miteinander finden“, ergänzt ihn seine Ehefrau. So fände man das H in Ehe, denn „das steht für mich für Heimat, Hand und Himmel“, sagt er und beide lächeln.

Von Sarah Schnieder

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