Artenvielfalt in und am Wasser

Erster Abschnitt der Bauna in Schauenburg renaturiert – Anwohner zweifeln am Konzept

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Wurde renaturiert: Die Bauna in Schauenburg-Hoof zwischen der Triftstraße und der Herkulesstraße. Rechts sind die Grundstücke der Anwohner An der Bauna.

Der erste von 13 Abschnitten zur Renaturierung der Bauna in Schauenburg und Baunatal ist fertig.

Schauenburg/Baunatal – Das Programm des Verbandes für Abwasserbeseitigung und Hochwasserschutz Baunatal-Schauenburg (VAH) soll bis 2022 für alle Abschnitte umgesetzt werden. Am Montagnachmittag beschrieben Horst Brixel von der VAH-Geschäftsführung und Schauenburgs Bürgermeister Michael Plätzer in Hoof, was sich an der Bauna zwischen Triftstraße und Herkulesstraße getan hat. Der Kostenvoranschlag für den Streckenabschnitt liegt laut Brixel bei rund 60.000 Euro.

Ziel der Arbeiten war es, die Artenvielfalt und die sogenannte Durchgängigkeit für Fische zu verbessern. Die Renaturierung begann im August und wurde nun fertiggestellt. Darüber informierten sich auch zwei Bauna-Anwohner und ein weiterer Hoofer, die Brixel und Plätzer kritische Fragen stellten.

Brixel erklärte, dass bis 2022 von der Quelle der Bauna bis zur Mündung in die Fulda verschiedene Stellen angegangen werden, um den Bach zu renaturieren und wieder einen besseren Hochwasserschutz gewährleisten zu können. „Das wird sich zeigen“, sagte eine Anwohnerin der Straße „An der Bauna“. Sie hatte vor allem Angst, dass die Schwarzerlen, die am Bach nahe ihres Grundstückes wachsen, irgendwann auf ihre Gartenhütte fallen. Die Wurzeln lägen bereits frei. Brixel beruhigte sie und sagte, Schwarzerlen seien typische Uferpflanzen und tief verwurzelt.

Plätzer erklärte, dass der Bachlauf nun mehr Volumen für das Wasser bietet. Der Graben wurde laut Brixel aufgeweitet. „Alles, was wir bauen, wird für ein Jahrhunderthochwasser ausreichen“, sagte Plätzer. Auf ein Jahrtausendhochwasser allerdings könne man sich niemals komplett vorbereiten. 

Eine Anwohnerin befürchtet, dass die Schwarzerlen auf ihr Grundstück in Schauenburg-Hoof fallen. 

Uwe Unzicker, ebenfalls Anwohner der Straße „An der Bauna“ in Hoof, hat auch die Befürchtung, dass Bäume bei hohem Wasserstand unterspült werden und dass die Steine, die jetzt im oberen Bereich des Bachlaufes liegen, nach unten gespült werden. Plätzer erwiderte, dass das richtig ist, dass die Gemeinde allerdings bei Privatbäumen keine Handhabe besitze und den Eigentümer nicht zum Stutzen oder Fällen der Bäume zwingen könne.

Brixel erklärte, dass viele Steine fest angedrückt worden seien und man eine Fünf-Jahres-Gewährleistung der Baufirma hat. Das Wasser soll bereits vor Hoof gebremst werden. „Der Wald nimmt etwa 60 Prozent des Wassers auf“, sagte er, die Flächen könnten das nicht – deshalb die Ausbreitungszonen. Das sei im Einklang mit den Landwirten abgestimmt worden.

Trotz der Worte von Bürgermeister und VAH-Geschäftsführung blieb Unzicker skeptisch: „Ich habe das Hochwasser mit eigenen Augen gesehen.“ Brixel und Plätzer boten an, dass sich die Anwohner beim VAH und bei der Gemeinde melden können, wenn etwas vorfällt.

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