Anlieger fordern nächtliches Parkverbot

Gewerbegebiet in Elgershausen: Lkw-Fahrer hinterlassen Müll und Fäkalien

Das Gewerbegebiet Hilschen in Schauenburg-Elgershausen.
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Das Gewerbegebiet Hilschen in Schauenburg-Elgershausen: Die Anlieger beklagen den schlechten Zustand des Gebiets, vor allem die noch nicht fertig ausgebaute Hauptstraße.

Das Gewerbegebiet Hilschen im Schauenburger Ortsteil Elgershausen sollte zum Erfolg werden. Direkt an der A 44 Kassel-Dortmund liegend, verfügt das 7,5 Hektar große Gewerbegebiet mit der Nähe zum VW-Werk und dem Anschluss an die Autobahn über Standortvorteile.

Schauenburg – Doch nun beklagen Gewerbetreibende den Zustand des Gebiets, was auch den Gemeindevorstand auf den Plan gerufen hat. Die Straße sei in einem äußerst schlechten Zustand und es mangele an Beleuchtung. Das Hauptproblem aber seien Sprinter und Lkw mit ausländischen Kennzeichen, die vor allem an Wochenenden die Straßen als Parkplätze nutzten, sagt Mike Riehl, der dort mit seinem Autoservice „Reifen Riehl“ ansässig ist. „Die Fahrer schlafen auch in ihren Lkw und hinterlassen dann häufig ihren Müll und auch Fäkalien auf den Grundstücken der Anlieger“, sagt Riehl gegenüber der HNA.

Er befürchtet, dass sich die Situation künftig weiter verschlechtert, wenn die Gemeindeverwaltung nicht eingreift. „Das Gewerbegebiet wird weiter ausgebaut, die noch nicht ausgebaute Straße soll zur Hauptstraße werden. Dann bricht hier das Chaos aus“, meint Riehl. Mit seinen Sorgen wandte er sich schließlich an alle im Gemeindeparlament vertretenen Fraktionen. Sein Vorschlag: ein Tempolimit von 30 Km/h sowie ein Parkverbot für Lkw zwischen 23 und 5 Uhr.

Die CDU-Fraktion stellte in der jüngsten Gemeindevertretersitzung einen entsprechenden Antrag, der den Gemeindevorstand nun dazu zwingt, aktiv zu werden. „Die Gewerbetreibenden wollen wissen, wie es weitergeht. Das wurde in vielen Gesprächen mit den Betroffenen deutlich“, sagt CDU-Fraktionschef Joachim Bröse.

Auch Bürgermeister Michael Plätzer (SPD) hat mit den Anliegern gesprochen, um sich ein Bild von der Problematik zu machen. „Uns sind durch rechtliche Vorgaben ein Stück weit die Hände gebunden. Lkw müssen parken können. Wenn wir etwa ein Halteverbot einführen, müssen wir an anderer Stelle Ersatz schaffen, wodurch sich das Problem nur verlagern würde“, sagt Plätzer.

Die Gemeindeverwaltung arbeite an einer Lösung. Es sei aber noch unklar, wie diese aussehen könnte. „Ich weiß aus Gesprächen mit Bürgermeisterkollegen, dass das offenbar ein allgemeines Problem ist, das sich in vielen Gewerbegebieten zeigt. Eine Lösung hat noch keiner gefunden“, sagt Plätzer.

Der Endausbau der Straßendecke sei momentan noch nicht abgeschlossen, weil auf einigen Grundstücken gebaut werde. Wenn dies abgeschlossen sei, könne die Straße ausgebaut werden. Dies könnte Ende kommenden Jahres soweit sein.

Die Fahrer könnten ihre Lkw und Sprinter nach Ansicht von Mike Riehl auch deshalb am Wochenende dort ungehindert kreuz und quer parken, weil es keine Kontrollen seitens des Ordnungsamtes gebe, was auch Bürgermeister Plätzer bestätigt. „Unser Ordnungsamt kann an Wochenenden nicht regelmäßig Kontrollen durchführen, das ist personell nicht möglich“, so Plätzer. (Daniel Göbel)

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