Offenes Gerichtsverfahren verhindert Ausbesserung

Gefahr durch Schlaglöcher: Straße in Elgershausen kann nicht saniert werden

Fordern die Sanierung der Straße „Zum Hölzchen“ in Schauenburg-Elgershausen: Hans-Jürgen Heinemann (Grüne) und Ortsvorsteher Frank Hofmann (Offensive).
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Fordern die Sanierung der Straße „Zum Hölzchen“ in Schauenburg-Elgershausen: Hans-Jürgen Heinemann (Grüne) und Ortsvorsteher Frank Hofmann (Offensive).

Die Straße „Zum Hölzchen“ im Schauenburger Ortsteil Elgershausen bereitet Anwohnern und Kommunalpolitikern Bauchschmerzen. Schlagloch reiht sich an Schlagloch, gerade für ältere und gehbehinderte Menschen mit Rollator stellt sie eine große Gefahrenquelle dar. Doch wer den örtlichen Friedhof erreichen möchte, muss die marode Straße passieren.

Schauenburg – Dieser Zustand sei so nicht mehr weiter hinnehmbar, sagen Hans-Jürgen Heinemann von den Grünen und Ortsvorsteher Frank Hofmann von der Offensive.

Bereits seit fünf Jahren ist der schlechte Zustand der Straße immer wieder Thema in Ortsbeiratssitzungen, in der Gemeindevertretung und in der Verwaltung. Doch ihnen seien die Hände gebunden, sagt Bürgermeister Michael Plätzer. Denn wegen eines noch offenen Gerichtsverfahrens vor dem Landgericht Kassel, dürfe die Straße nicht saniert werden. Ansonsten hätte die Gemeinde dies schon vor fünf Jahren getan. „Zumal es sich um eine Strecke von gerade einmal 100 Metern handelt, das ist kein großer Aufwand und könnte innerhalb von zwei Tagen saniert sein“, so Hofmann.

Ein Anwohner hatte damals gegen andere Anwohner der Straße geklagt, die als private Entschließungsgemeinschaft Leitungen in der Straße verlegen ließen. Bei den Arbeiten entstandene Erschütterungen hätten dessen Haus schwer in Mitleidenschaft gezogen, beklagt der Anwohner.

„Mir blutet das Herz angesichts der Tatsache, dass wir trotz der Gefahr aktuell nichts an der Situation verändern können“, so Bürgermeister Plätzer. Wann das Verfahren abgeschlossen sein könnte, ist indes ungewiss. Eine Anfrage dazu an das Landgericht Kassel blieb bis Redaktionsschluss unbeantwortet. Der Gemeinde Schauenburg hatte das Gericht kürzlich mitgeteilt, dass momentan noch ein sogenanntes Beweissicherungsverfahren stattfinden würde. Vorausgegangen war ein Brief von Bürgermeister Plätzer und Ortsvorsteher Hofmann, indem sie den Verfahrensbeteiligten den Ernst der Lage dargelegt hätten, erklärt Plätzer.

„Mit dem Rollator kann man bei Regen hier nicht mehr langlaufen“, sagt Anwohner Matthias Katzmann. Gerade im Winter bei frostigen Temperaturen berge die marode Straße zusätzliche Gefahren, sagt der Anwohner. Zwar habe die Gemeindeverwaltung die Situation genau im Blick, bessere regelmäßig provisorisch nach und lasse die teils zwölf Zentimeter tiefen Schlaglöcher mit Schotter auffüllen. Die kämen nach spätestens drei Tagen aber wieder zum Vorschein, wenn Autos darüber fuhren, sagt Plätzer. „Das hat leider immer nur einen kurzzeitigen Effekt. Wir dürfen den Schotter aber nicht mit einer Rüttelplatte befestigen, weil wir sonst in das Verfahren eingreifen würden“, erläutert der Bürgermeister.

„Das geht so nicht mehr weiter, das Gericht muss zeitnah eine Entscheidung fällen. Es kann nicht sein, dass von einer so kurzen Strecke, solch eine große Gefahr ausgeht“, sagt Heinemann. Zumal sich in direkter Nähe ein Pflegeheim und Betreutes Wohnen befinden. Dazu kommen die Grundschule und die Kita. „Es handelt sich um einen wichtigen Verkehrspunkt in Elgershausen – und muss endlich etwas passieren“, so Hofmann. (Von Daniel Göbel)

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