Kreis Kassel

Homeoffice in Corona-Zeiten: IT-Firmen helfen Unternehmen aus der Region

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IT- Spezialist im Homeoffice: Simon Osadnik, stellvertretender technischer Leiter von VaMax, richtet vom heimischen PC aus Heimarbeitsplätze online ein.

IT-Firmen haben wegen der Corona-Krise im Kreis Kassel Hochkonjunktur: Immer mehr Unternehmen setzen auf das Homeoffice, um ihre Mitarbeiter zu schützen. 

  • Das Coronavirus breitet sich in der Region Kassel aus.
  • Viele Unternehmen schicken deswegen ihre Mitarbeiter ins Homeoffice.
  • IT-Firmen aus der Region Kassel unterstützen sie dabei.

Die Nachfrage hat sich in der Baunataler Region mehr als verdoppelt. Das berichten zumindest die IT-Firma Incotech aus Schauenburg und das Systemhaus VaMax in Baunatal. „Jedes zweite Telefonat dreht sich um das Homeoffice“, sagt Michael Eckhardt von Incotech. Er und seine Kollegen machen Überstunden, um die Nachfrage abzuarbeiten.

Homeoffice wegen Corona: Server werden meistens online umgestellt

Sein Unternehmen habe bereits im Vorfeld die Kunden über die Möglichkeit der Umstellung aufHeimarbeitsplätze informiert, berichtet Marcel Marx, technischer Vertriebsleiter des IT-Dienstleisters VaMax, das nach eigenen Angaben sowohl Kleinbetriebe als auch Unternehmen von 400 oder 500 Mitarbeitern betreut. Homeoffice-Aufträge könne man in zwei bis drei Tagen – manchmal auch noch schneller – erledigen. Von einem oder zwei Tagen spricht Eckhardt.

Zumindest die größeren Kunden seien bereits mit der nötigen Systemtechnik ausgerüstet. „Diese müssen dann nur noch ein paar Lizenzen dazu kaufen“, sagt Marx. Die Mitarbeiter der IT-Firmen müssen häufig gar nicht in die Betriebe fahren. Die dort stehenden Server werden online umgestellt, die von zu Hause aus mit dem Laptop arbeitenden Mitarbeiter werden mit einer verschlüsselten, Daten sicheren VPN-Verbindung („Virtual private Network“) versorgt. Das System stelle sicher, dass die Daten auf dem Firmenrechner bleiben, wenn der Mitarbeiter von zu Hause aus mit ihnen arbeitet.

Corona in Kassel: Viele Unternehmen stellen auf Homeoffice um

Häufig reichten die in Unternehmen verfügbaren Server schon aus, um ein Netzwerk für das Homeoffice zu installieren. „Wir können Ressourcen im Server umschichten“, erklärt Eckhardt. Wo das nicht ausreicht, muss ein neuer Server her. Das könne auch ein gebrauchter sein, meint Marx. Oft sei die Einrichtung eines Homeoffice schon mit einem vierstelligen Betrag möglich.

Marx hat allerdings Sorge, dass die Arbeit im Homeoffice künftig durch zu hohen Datenverkehr im Netz gebremst werden könnte, wenn nämlich viele Jugendliche, die sonst in der Schule wären, zu Hause stundenlang Computerspiele online am PC spielten und Erwachsene, die sonst an der Arbeit wären, ständig Filme im Netz guckten. 

„Netflix hat seine Datenrate schon heruntergefahren“, sagt Marx. Er habe bereits erlebt, dass die Internetverbindung kurzzeitig unterbrochen wurde, als er einen IT-Schulungsfilm ansehen wollte. Hier sei die Deutsche Telekom gefordert, ihre Knotenpunkte im Glasfasernetz aufzurüsten. „Da muss mehr Dampf dahinter“, erklärt der technische Vertriebsleiter.

Von Peter Dilling

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