Rennfahrerin durch und durch

Jana Ehrlich startet durch: Sie fährt Rennen im Autocross

 
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Von kleinauf autobegeistert: Die 16-jährige Jana Ehrlich aus Martinhagen fährt Autocross. Bei den Meisterschaften des Westdeutschen Autocross Verbands ist sie in der vergangenen Saison Zweite geworden. Mit dem Suzuki Swift MK2 GTi ging sie beim Rennen in Sachsenberg an den Start.

Jana Ehrlich liebt den Rennsport. Die 16-Jährige ist autobegeistert – „von kleinauf“, wie sie selbst sagt. Deshalb ist es nicht erstaunlich, dass sie in ihrer Freizeit Rennen fährt.

Sie mag alles, was laut und schnell ist. Deshalb macht sie eine Ausbildung zur Elektronikerin bei VW, deshalb fährt sie Autocross. Bei ihrer ersten Teilnahme an einer kompletten Saison der Meisterschaft des Westdeutschen Autocross Verbands (WACV) ist sie in diesem Jahr auf Rang zwei gefahren.

Die Entscheidung um die Meisterschaft fiel erst am abschließenden Wettkampftag beim RSV Sauerland. Dort landete Ehrlich in der Gesamtwertung mit 61 Punkten knapp hinter Marlon Pawlowski, der die Meisterschaft mit 64 Punkten für sich entschied. „Dieses Jahr war es spannend bis zum letzten Rennen“, sagt Torsten Fischer, Janas Stiefvater.

Der Stiefvater steckte sie mit der Leidenschaft an

Fischer selbst fuhr zunächst Stockcar, kam dann zum Autocross. Weil er Jana mit seiner Leidenschaft angesteckt hat, fing auch sie mit dem Rennsport an. Und sie scheint ein Naturtalent zu sein. In ihrer ersten Saison nahm sie an vier von sechs Rennen teil, sodass die Anfang Oktober beendete Saison ihre zweite und erste vollständige war. Sofort sprang der zweite Platz heraus. 

Auf der Überholspur: Jana Ehrlich fuhr in dieser Saison fast allen davon.

Von den sieben Startern in der Wettkampfklasse 11 waren zwei weiblich. „Die Jungs finden es schrecklich, wenn sie ein Mädchen überholt“, scherzt Ehrlich.

Die Rennfahrzeuge werden umgebaut

In der kleinen Werkstatt von Torsten Fischer bietet sich zudem die Möglichkeit, die Rennfahrzeuge selbst zu reparieren. „Man muss schon bis zu 5000 Euro in die Hand nehmen, wenn man konkurrenzfähig sein will“, sagt er. Bei den Wagen in Jana Ehrlichs Wettkampfklasse 11 handelt es sich um Serienwagen. 

Diese werden umgebaut, unnötige und schwere Materialien entfernt. So ist der Fahrersitz die einzige Sitzmöglichkeit. Da wiegt der Suzuki Swift MK2 GTi (Foto), mit dem Ehrlich in Sachsenberg an den Start gegangen ist, leer nur noch 740 Kilo – etwa 100 Kilogramm weniger als vor den Umbauarbeiten. „Mit dem Wagen habe ich mich allerdings überschlagen, deshalb hat er auch so viele Beulen“, sagt die 16-Jährige mit einem Lachen.

Ehrlich liebt die schnelleren Strecken

Die Sicherheit spielt in ihrem Sport eine große Rolle. Neben einem Helm und feuerfester Kleidung ist auch ein Überschlagkäfig im Fahrzeug Pflicht. Die Autos werden vor jedem Rennen überprüft. „Autocross heißt zwar ‘kontaktloser Sport’, ist es aber nicht. Zwar sind auf der Strecke alle fair zueinander, dennoch wird angeschoben und angeklopft. Ab und zu überschlägt man sich auch“, berichtet Ehrlich. 

Die Rennstrecken sind alle sehr unterschiedlich, dürfen aber nur über losen Belag wie Erde, Sand oder Schotter verfügen – im Gegensatz zum Rallycross, wo der Untergrund zum Teil asphaltiert ist. „Ich mag die etwas festeren Strecken lieber, die kann man schneller fahren. Das macht mehr Spaß“, sagt Jana Ehrlich. Sie freut sich jetzt schon auf die nächste Rennsaison, wenn sie wieder Gas geben darf.

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