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Erstes Hospiz im Landkreis Kassel

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Von: Clara Veiga Pinto

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Hinter der Schauenburghalle in Hoof steht nun das erste stationäre Hospiz im Landkreis.
Hinter der Schauenburghalle in Hoof steht nun das erste stationäre Hospiz im Landkreis. © Clara Pinto

Hinter der Schauenburghalle an der Straße Wahlgemeinde in Hoof liegt es: das erste Hospiz im Landkreis Kassel. Umgeben von viel Grün und einem ruhigen Wohngebiet, bietet es Raum für Schwerstkranke und Sterbende. Ein Ort, um würdevoll aus dem Leben zu gehen. Der Standort wurde möglich durch einen Grundstückstausch.

Schauenburg – „Das hier ist kein totes Haus. Und erst recht keins der Traurigkeit“, sagt Heinrich Schnatmann bei der Einweihung des neu gebauten Hospizes. „Es ist ein Schutzraum mit vielen fröhlichen Momenten.“ Schnatmann ist als Geschäftsführer des Internationalen Bildungs- und Sozialwerks (Int-BSW) Träger und Bauherr des Hauses. Ganz im Sinne des Leitfadens begrüßt ein großer Baum alle Gäste direkt im Eingangsbereich.

Respekt und Würde sollen im Hospiz großgeschrieben werden. „Zu uns kommen keine Bewohner, wir dürfen Gäste begrüßen“, sagt Schnatmann. Sie werden demnach rund um die Uhr pflegerisch und medizinisch betreut.

Nach einem Jahr und drei Monaten Bauzeit ist das Haus nun fertig und bietet Platz für acht Menschen. Wegen gestiegener Kosten und Lieferschwierigkeiten hat Int-BSW statt 3,2 Millionen Euro 3,9 Millionen in das Hospiz investiert.

Das zweigeschossige Gebäude hat circa 760 Quadratmeter Grundfläche. Im Erdgeschoss befinden sich Foyer und Empfangsbereich, die Verwaltung, Hausleitung und ein großer Veranstaltungsraum.

Im Obergeschoss werden die acht Gäste beherbergt. Die Zimmer sind mit Balkon und eigenem Bad ausgestattet. Krankenhausatmosphäre kommt dabei nicht auf: Die Räume sind eingerichtet, wie normale Schlafzimmer. Ein Fernseher und W-Lan gehören zur Grundausstattung. Sowohl die Türen als auch der Balkon sind so gestaltet, dass die Gäste mit dem Bett an die frische Luft geschoben werden können.

Neben den Zimmern befinden sich im Obergeschoss mehrere Gemeinschaftsbereiche sowie ein Ruhe- und Abschiedsraum. Auch einen Zugang zum Garten gibt es für die Gäste. „Dieser Ort ist einfach fantastisch für das Haus. Die Ruhe ist einzigartig“, sagt Hospizleiterin Ute Schwendt.

Doch das Hospiz soll nicht nur Menschen mit Erkrankungen dienen: „Es ist für alle da: Angehörige sowie Freunde werden auch von uns begleitet“, sagt Schnatmann. Besuch sei daher jederzeit möglich, Angehörige können im Zimmer des Gastes oder im Angehörigenzimmer übernachten.

Somit ist jetzt fast alles fertig. Nur wenige Dinge fehlen noch: zum Beispiel die Wärmepumpe. Bis sie geliefert und eingebaut ist, wird das Haus mit Gas beheizt. Und auch die Außenanlagen werden, sobald es das Wetter es zulässt, fertig gestaltet.

Interessenten gibt es bereits, berichtet Benno Wolfgang Ecker, ebenfalls Geschäftsführer des Int-BSW. Sobald die letzten Angelegenheiten mit den Krankenkassen geklärt sind, könne der Betrieb losgehen. „Wenn alles gut geht, dann ist das in einigen Wochen“, sagt Ecker. „Wir freuen uns, bald die ersten Gäste betreuen zu können. Unsere Mitarbeiter brennen für diese Arbeit.“ (Clara Pinto)

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