39 Netzausfälle seit April

Kein Internet: Bei Glasfaserausbau in Schauenburg werden Kabel beschädigt

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Beim Glasfaserausbau in Schauenburg werden immer wieder Kabel der Telekom beschädigt. Dadurch kommt es zu Internet- und Telefonausfällen. 

Beim Ausbau der Deutschen Glasfaser in Schauenburg werden immer wieder Kabel der Telekom beschädigt. Das Resultat: Kein Internet und kein Telefon.

Der Glasfaserausbau in Schauenburg läuft auf Hochtouren. Bis Ende des Jahres, spätestens aber bis Ende des ersten Quartals 2020, sollen alle Ortsteile ans Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen sein. Soweit die gute Nachricht für die Anwohner. Doch aktuell dürften bei vielen die negativen Begleiterscheinungen des Ausbaus die Stimmung trüben. Denn bei den Bauarbeiten werden immer wieder alte Kabel der Telekom beschädigt. Das Resultat: In vielen Haushalten und sogar ganzen Straßenzügen fallen Telefon und Internet zum Teil für mehrere Tage oder gar Wochen aus.

39 Fälle seit Beginn des Ausbaus Anfang April hat die Gemeinde Schauenburg, die deshalb in ständigem Kontakt mit der Deutschen Glasfaser und auch der Telekom steht, in verschiedenen Ortsteilen dokumentiert. Auch unsere Redaktion erreichen immer wieder Nachrichten von Anwohnern aus Schauenburg, die sich über den Netzausfall beklagen.

Mitte Juli etwa sei die Internet- und Telefonverbindung in der Hirzsteinstraße und der Baunsbergstraße in Elgershausen für mindestens vier Tage unterbrochen gewesen. Etwa zur gleichen Zeit waren nach Angaben eines Anwohners ebenfalls in Elgershausen etwa 50 Haushalte in der Stettiner Straße, der Königsberger Straße und der Breslauer Straße lahmgelegt. Eine Anwohnerin der Teichstraße im Ortsteil Hoof gab in dieser Woche sogar an, seit dem 26. Juni lediglich an zwei Tagen eine funktionierende Verbindung gehabt zu haben.

Ein beim Ausbau beschädigtes Kabel der Telekom.

Frustriert sind die Anwohner vor allem über die dürftigen Auskünfte, die sie im Falle eines Schadens erhielten. Von einem Anwohner in Elgershausen heißt es etwa, die Gemeinde verweise auf die Deutsche Glasfaser, die Deutsche Glasfaser erkläre, dass die beschädigten Leitungen der Telekom gehörten und die Telekom mache nur vage Angaben dazu, wann der Schaden wieder behoben werden könne. Eine Sorge der Anwohner: Gerade ältere Menschen ohne Handy könnten im Notfall nicht mehr selbst den Notarzt rufen.

Die Gemeinde Schauenburg hat das Problem registriert. „Die Anzahl der Störungen ist ungewöhnlich hoch“, sagt Bürgermeister Michael Plätzer. Es gebe die Vermutung, dass das Alter der Telekom-Kabel eine Rolle spielen könnte. Diese wurden teilweise vor über 40 Jahren verlegt – einer Zeit, zu der noch mit Papier isoliert wurde. In der Zwischenzeit habe es viele Straßenarbeiten gegeben, wodurch sich die Tiefe, in der die Kabel liegen, verändert haben könnte, sagt Plätzer.

Schauenburgs Bürgermeister Michael Plätzer

Die Kabel der Telekom sollten eigentlich in einer Tiefe zwischen 60 und 80 Zentimeter liegen. Die Glasfaser baut hingegen nur in einer Tiefe von 40 Zentimetern. Die Häufung an Schadensfällen legt die Vermutung nahe, dass die Kabel der Telekom an vielen Stellen höher liegen und deshalb beim Glasfaserausbau beschädigt werden. „Davon ist keiner begeistert, weder die Kunden, noch die Deutsche Glasfaser, die Telekom oder die Gemeinde“, sagt Plätzer.

In circa drei Wochen soll laut Plätzer die Verlegung des Netzes in allen Ortsteilen abgeschlossen sein. Doch auch dann könne es beim Legen der Hausanschlüsse noch vereinzelt zu Ausfällen kommen.

Das sagt die Telekom: „Behebung ist richtige Handarbeit“

Die Telekom gibt auf Anfrage unserer Zeitung an, dass ein Mitarbeiter beauftragt wurde, den Ausbau in Schauenburg zu beobachten, um im direkten Kontakt mit Deutsche Glasfaser weitere Störungen zu vermeiden. Gerade wenn es sich um größere Kabel handele, sei eine Behebung sehr aufwendig. Zunächst müsse der Fehler durch Messungen lokalisiert werden, erst dann könne man mit den Tiefbaumaßnahmen beginnen. „Sobald das Kabel freigelegt ist, wird dass beschädigte Stück entfernt“, sagt Telekom-Pressesprecherin Martina Weidmann. Das neue Kabel würde dann auf beiden Seiten gespleißt. Dabei müssten mehrere hundert Kupferadern miteinander verknüpft werden. „Das macht keine Maschine, das ist richtige Handarbeit.“ Sobald die Arbeiten abgeschlossen seien, würden die Anschlüsse einzeln hochgefahren und die Straßendecke wieder versiegelt. 

Von einer Anschlussstörung betroffenen Kunden empfiehlt die Telekom, die Störung dem Kundenservice unter der Telefonnummer 0800 / 330 1000 zu melden (an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr kostenfrei). Sollte die Störung anhalten, könne der Anschluss aufs Handy umgeleitet werden – ebenfalls telefonisch über den Kundenservice oder online unter telekom.de/kundencenter. Wenn der Kabelfehler behoben wurde, der Kunde anschließend aber immer noch kein Telefon und Internet hat, empfehle es sich, die Telefonanlage oder den Router für eine Minute vom Netz zu nehmen und dann erneut zu starten. „Oft wählt sich das Gerät dann korrekt ein“, sagt Weidmann. Wenn das nichts hilft, könne der Kunde beim Service-Telefon anrufen. Dann müsse seine Leitung durchgemessen werden.

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