Eltern und Arbeitskreis plädierten für Neubau

Kita Hirzsteinzwerge in Schauenburg bekommt einen Anbau

Soll einen Anbau bekommen: Die Kita „Hirzsteinzwerge“ in Elgershausen nahe des Elgerhauses und des Edeka Marktes.
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Soll einen Anbau bekommen: Die Kita „Hirzsteinzwerge“ in Elgershausen nahe des Elgerhauses und des Edeka Marktes.

Die Kita Hirzsteinzwerge in Schauenburg-Elgershausen wird einen neuen Anbau mit zwei weiteren Gruppen erhalten.

Schauenburg – Diese Entscheidung haben die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Donnerstagabend mit 19 Ja-Stimmen, zwei Nein-Stimmen und vier Enthaltungen getroffen. Einige Mütter, die im Zuschauerraum die Sitzung verfolgten, und die Vorsitzende des Arbeitskreises Kindertagesstätten Dagmar Zindel (SPD) waren damit nicht zufrieden – sie hatten für einen Neubau im Süden des Ortsteils im Bereich Altenritter Straße/Lerchenweg plädiert.

Laut Zindel ist die Kita Hirzsteinzwerge jetzt schon „zu wuselig“ durch die Zweigeschossigkeit. Außerdem müsse dann die Kita „Kleiner Bär“ in dem in die Jahre gekommenen Gebäude bleiben, in dem sie jetzt ist, was schlecht sei. „Wir hoffen auf einen Umzug.“ Der wurde durch die Entscheidung des Parlaments gegen einen Neu- und für einen Anbau vertagt.

Eine Lösung ist nötig, weil der Bedarf an Kita-Plätzen in Elgershausen weiter wachse, heißt es vonseiten der Gemeinde – es sei davon auszugehen, dass es in Schauenburg bis zum Frühjahr 2022 keine freien Plätze mehr gibt.

Die erste Variante, die beschlossen wurde, sieht einen Anbau an die Kita Hirzsteinzwerge für drei Gruppen vor. Die fünfte Gruppe der Kita ist derzeit im ehemaligen Turnraum untergebracht und könnte dann in den Neubau umziehen, wodurch dieser wieder zur Verfügung stünde und zwei weitere Gruppen geschaffen würden.

Außerdem stehe ein Außenbereich zur Verfügung und der Parkplatz an der Eichbergallee könne für die Erweiterung genutzt werden. Ein Nachteil sei neben des Aufschubs einer Lösung für die Kita „Kleiner Bär“ die Verkehrssituation. Die Mütter bemängeln zudem die Größe des Außenbereichs, der bereits jetzt zu klein sei – die Gruppen müssten ihn abwechselnd nutzen.

Die zweite Variante mit einem siebengruppigen Neubau einer Kita im Süden von Elgershausen hätte ebenfalls zwei zusätzliche Gruppen geschaffen, weil die vier Gruppen der Kita „Kleiner Bär“ und die Übergangsgruppe der Kita „Hirzsteinzwerge“ in der Turnhalle an den neuen Standort umgezogen wären. Er liege allerdings im Überschwemmungsgebiet und die Prüfung einer Bebauung hätte dem Zweckverband Raum Kassel zufolge eine Weile gedauert – eine Inbetriebnahme des Betriebes im Frühjahr 2022 sei keinesfalls möglich gewesen.

Die dritte Variante – der Neubau einer Gruppe an der Grundschule Elgershausen auf dem Grundstück des Landkreises – hätte der Gemeinde zufolge mehrere Probleme aufgeworfen, weil die Grundschulkinder hätten gestört werden können, wenn die Kita-Kinder draußen spielen. Außerdem hätte es Schwierigkeiten bei der Flächenaufteilung gegeben, auch die Pläne einer gemeinsamen Mensa hätten verworfen werden müssen.

Bürgermeister Michael Plätzer (SPD) sprach sich für die erste Variante aus – der Gemeindevorstand könne verstehen, dass ein Neubau schöner sei, aber die Variante sei auch deutlich teurer. Für einen siebengruppigen Ausbau entstünden – grob hochgerechnet – etwa vier Millionen Euro an Kosten, für einen Anbau an die „Hirzsteinzwerge“ rund 1,4 Millionen Euro. „Es geht nicht um schön“, erwiderte Zindel und plädierte dafür, die pädagogisch sinnvollere Lösung zu wählen. Sie erhielt Unterstützung von Harald Starke (CDU), Plätzers Argumente wiederum wurden von Frank Hofmann (Offensive) und Timo Storch (SPD) unterstützt – beide hielten es für eine schwierige Entscheidung.

Auch Fluchtweg der Kita „Kleiner Bär“ in Elgershausen war Thema

Eine Diskussion um den Fluchtweg der Kita „Kleiner Bär“ entbrannte in der Gemeindevertretersitzung. Dagmar Zindel (SPD) vom Arbeitskreis Kindertagesstätten berichtete, dass ein Tüv-Mitarbeiter den Notausgang geprüft habe. Dieser gehe über ein zwei Meter hohes Fenster. Der Tüv-Mitarbeiter habe empfohlen, die Flucht aus diesem Fenster mit den Erzieherinnen und den Kindern zu üben – für sie ein nicht nachvollziehbarer Vorschlag.

Harald Starke (CDU), der selbst Berufsfeuerwehrmann war, bezeichnete den Vorschlag des Tüv-Prüfers als absurd. Bürgermeister Michael Plätzer (SPD) sagte, man müsse der Prüfinstanz vertrauen – „ich verbitte mir diese Panikmache“, so der Bürgermeister zu Starke. In etwa fünf Jahren stehe sowieso eine Entscheidung um die Kita an, weil das Gebäude dem Landkreis Kassel gehöre, der es wieder selbst nutzen wolle. 

Die Meinung der Mütter

Zur Gemeindevertretersitzung waren Mütter gekommen, die die Entscheidung für einen Anbau anstatt für einen Neubau nicht verstehen konnten. Sie verließen nach der Abstimmung mit der SPD-Abgeordneten Dagmar Zindel den Saal, ohne auf das offizielle Sitzungsende zu warten. „

Man hat den Eindruck, dass die Meinung schon vorher feststand“, sagt Ireen Kulpe, deren Kinder die Kitas „Kleiner Bär“ und „Pusteblume“ besuchen. Allein das Geld zähle und die Kinder müssten das aushalten. Sie selbst habe die Kita „Kleiner Bär“ besucht – dort hingen heutzutage immer noch die Gardinen von damals. Auch die Gemeinde spricht davon, dass die Kita „stark sanierungsbedürftig“ ist. 

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