Provisorische Erweiterung sorgt für Unmut

Eltern beklagen Unterrichtscontainer an der Grundschule Elgershausen

Die vom Landkreis Kassel für die Grundschule Elgershausen angemieteten Container.
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Ärger um Unterrichtspavillons: Die vom Landkreis Kassel für die Grundschule Elgershausen angemieteten Container sorgen für Unzufriedenheit in der Elternschaft.

In der Elternschaft der Grundschule im Schauenburger Ortsteil Elgershausen regt sich deutliche Kritik an den kürzlich aufgestellten Unterrichtscontainern.

Schauenburg – Wegen steigender Schülerzahlen hatte der Landkreis Kassel kurzfristig vier Container angemietet, um den zusätzlich benötigten Raum sicherstellen zu können (wir berichteten). Gegenüber der HNA kritisieren nun einige Eltern, dass die Container Ausdruck zu späten Handelns des Landkreises seien. „Die steigenden Schülerzahlen waren schon vor fünf Jahren bekannt. Das heutige Handeln ist ein zu spätes Handeln und nur eine provisorische Notlösung, um die Versäumnisse in der Vergangenheit einzudämmen“, sagt Carolin Knopp, die auch Mitglied im Elternbeirat ist. Der Neubau der Schule sollte schon längst am Laufen sein.

Der Landkreis weist den Vorwurf auf Anfrage zurück, seit Jahren von den steigenden Schülerzahlen zu wissen. „Das ist mitnichten so“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. „Die Schülerzahlen an der Grundschule Elgershausen lagen immer so, dass die vorhandenen Räumlichkeiten ausreichten.“

Der Landkreis wolle das Anmieten der Pavillons dazu nutzen, um innerhalb der nächsten drei Jahre gemeinsam mit der Schulleitung je nach Entwicklung der Betreuungszahlen eine bauliche Erweiterung zu planen, erklärt Kühlborn. Für die Eltern ist das allerdings nicht zufriedenstellend. „Die Zeit, die jetzt für den Landkreis gewonnen wurde, ist keine Zeit, um zu gucken, wie sich die Zahlen entwickeln. Es ist einfach nur eine Möglichkeit, die Schule, die Kinder und die Eltern zu vertrösten und zu sagen, man habe doch etwas getan“, kritisiert Knopp. Ähnlich sieht das Alica de Berry. „Man kommt einfach nicht vorwärts. Alles wird schöngeredet, aber keiner sagt, wie es wirklich ist“, erläutert sie gegenüber der HNA.

Auch der aktuelle Standort der Container auf dem Schulhof stört die Eltern. „Die Container werden auf dem Schulhof aufgebaut, dafür musste zum Beispiel ein unter den Kindern sehr beliebtes Klettergerüst weichen. Der Aufbau auf der Wiese war nicht möglich, weil kein Fundament mitgeliefert wurde“, ärgert sich Knopp. Ebenso sei der W-Lan-Empfang in den Containern sinnlos, wenn Glasfaseranschluss und entsprechende Endgeräte fehlten, fügt de Berry hinzu.

Schulleiter Jürgen Kremper kann die Aufregung um die Pavillons nicht so recht nachvollziehen, wie er gegenüber der HNA sagt. „Die Container hätten grundsätzlich auch auf der Wiese aufgestellt werden können. Da ein festes Fundament fehlt, ist das aber ein hoher Kostenfaktor und hätte wenig Sinn gemacht.“ Das Klettergerüst hätte ohnehin keine Zukunft gehabt, da es baufällig und bei einer Sicherheitsprüfung durchgefallen sei. Seit 2018 hätten sich die Zahlen, insbesondere in der Nachmittagsbetreuung, erhöht. Seitdem sei der Landkreis um eine räumliche Erweiterung bemüht gewesen.

Er könne aber den Wunsch der Eltern nach schnellerem Handeln nachvollziehen. „Die Planungen baulicher Erweiterungen dauern aber manchmal länger, gerade bei Projekten in öffentlicher Hand“, erklärt der Rektor.

Die Kosten für das Anmieten der Unterrichtscontainer für drei Jahren liegen laut Landkreis bei 96 000 Euro. Mit Auf- und Abbau sowie der Elektrik kämen etwa 4000 Euro hinzu, wodurch die Gesamtkosten bei 100 000 Euro liegen. (Von Daniel Göbel)

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