Sorge ums Eigenheim

Kritik über zu schmale Baustellenstraße in Schauenburg

Frank Mantel befürchtet, dass sein Haus durch die Zufahrtsstraße, die derzeit noch eine Schotterpiste ist, in Mitleidenschaft gezogen wird.
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Macht sich große Sorgen: Frank Mantel befürchtet, dass sein Haus durch die Zufahrtsstraße, die derzeit noch eine Schotterpiste ist, in Mitleidenschaft gezogen wird.

Seit 13 Jahren wohnt Frank Mantel in seinem Haus am Sandweg in Elgershausen. Bisher war er dort auch sehr zufrieden. Doch jetzt macht er sich große Sorgen um sein Anwesen.

Schauenburg – Nicht wegen der neuen Häuser, die hinter seinem Grundstück auf dem Feld gebaut werden sollen (HNA berichtete), sondern wegen der Zufahrtsstraße, die zu dem Neubaugebiet führen soll. Diese ist jetzt noch eine Schotterpiste und geht direkt an Mantels Eigenheim vorbei zu dem Betrieb neben seinem Haus. Der Betriebsinhaber ist auch der Eigentümer der etwa 5000 Quadratmeter großen Baufläche und wird über die Schotterstraße regelmäßig von Lastwagen beliefert. Im Zuge der neuen Grundstücke steht auch der Ausbau der Schotterpiste zur Hauptzufahrtsstraße mit Bürgersteig, eineinhalb Meter entfernt von Mantels Grundstücksgrenze, auf dem Plan.

In der Gemeindevertretersitzung am 1. Juli soll der Bebauungsplan mit der Nummer 68 beschlossen werden. Bereits im Juni 2020 wurde das Bauleitverfahren auf den Weg gebracht.

Infolge des Ausbaus der Zufahrtsstraße würden auch die Neubauten über diese Straße mit Baumaterialien beliefert. „Ich befürchte, dass die Lastwagen im Akkord vorbeifahren“, sagt der Elgershäuser. Mantel ärgert sich vor allem über das Vorgehen der Gemeinde Schauenburg, wie er berichtet. „Die Verantwortlichen haben sich nicht genug mit der Situation auseinandergesetzt“, bemängelt er. Vor einigen Monaten erst hätte sich ein 40-Tonner in der engen Straße festgefahren. Er sei nicht um die enge Kurve gekommen, sagt der Anwohner.

Frank Mantel hat bereits vor einem Jahr einen Anwalt eingeschaltet und auch Einspruch gegen das Verfahren eingelegt. Allerdings hätte er bis heute keine Antwort von der Gemeinde bekommen, sagt er. „Diese Ignoranz belastet mich sehr. Hier geht es um meine Existenz“, erklärt er. Seine große Angst ist, dass sein Haus durch die starken Bodenspannungen, die durch die Schwerlastwagen und Bauarbeiten entstehen können, Risse bekommt. Er sei gezwungen, vor den Bauarbeiten ein Gutachten für eine Beweissicherung in Auftrag zu geben, sagt er. Der Elgershäuser befürchtet, dass seinen Nachbarn gar nicht bewusst ist, was dabei auf dem Spiel steht. In dieser Situation fühle er sich allein gelassen und als Einzelkämpfer, so Mantel. Ihm ginge es nicht um die neuen Bauplätze, sondern einzig und allein um die Zufahrtsstraße dorthin und den dazugehörigen Bürgersteig, der 1,50 Meter von seiner Grundstücksgrenze entstehen soll. „Die Straßen sind zu eng für große Baufahrzeuge“, sagt er. Frank Mantel befürchtet, dass sein Grundstück in Mitleidenschaft gezogen wird, weil die Lkw aufgrund ihrer Breite auf sein Grundstück ausweichen müssen.

„Hätte ich vor 13 Jahren gewusst, was auf mich zukommt, hätte ich dieses Grundstück niemals gekauft“, sagt er.

Das sagt der Bürgermeister zur Kritik an zu schmaler Baustellenstraße in Schauenburg

„Herr Mantel hat einen Rechtsbeistand zu Hilfe genommen, der auf Nachfrage von uns auch Antworten bekommen hat“, sagt Schauenburgs Bürgermeister Michael Plätzer. Das sei schon bei der Eröffnung des Verfahrens der Fall gewesen. Die Gemeinde hätte frühzeitig den Ortsbeirat über die Baupläne informiert, der sich dafür ausgesprochen habe.

„Der Ortsbeirat, das Bauamt, der Zweckverband und ich selber haben uns vor Ort ein Bild gemacht und auch die Bedenken von Herrn Mantel mit in unsere Entscheidungen einfließen lassen und nicht vom grünen Tisch aus entschieden“, stellt der Rathauschef klar. Damit Frank Mantel nicht direkt von seinem Grundstück auf der Straße steht, hätte man sich mit dem Erschließungsträger geeinigt, den Bürgersteig auf der Grundstücksseite von Frank Mantel entlanglaufen zu lassen. Die Situation werde sich für den Anwohner stark verbessern. „Nach der Bauphase hat er eine ruhige und saubere Straße vor der Haustür und keine Schotterpiste mehr“, sagt Plätzer. Der Rathauschef betont: „Wenn wir Straßen bauen, würde ich vor der Bauphase auch eine Beweissicherung machen.“ Das hätte er auch schon mehrfach in Schauenburg erlebt. Allerdings seien die meisten Sorgen der Anwohner unbegründet.

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