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Lampen bleiben an: Schauenburg hält an nächtlicher Straßenbeleuchtung fest

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Von: Sebastian Schaffner

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Mit großer Mehrheit haben die Schauenburger Gemeindevertreter beschlossen, dass die Straßenlaternen trotz Energiekrise auch nachts weiter eingeschaltet bleiben. Unser
Mit großer Mehrheit haben die Schauenburger Gemeindevertreter beschlossen, dass die Straßenlaternen trotz Energiekrise auch nachts weiter eingeschaltet bleiben. Unser © Sebastian Schaffner

Energiekrise hin oder her: Die Straßenbeleuchtung in Schauenburg bleibt nachts an. Darauf hat sich das Gemeindeparlament mit großer Mehrheit geeinigt.

Schauenburg – Der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeindevertretung hatte empfohlen, die Straßenbeleuchtung aller Gemeindestraßen in der Zeit von 0.30 Uhr bis 5 Uhr abzuschalten, um Energie zu sparen. Bis auf vier Abgeordnete fand dieser Vorschlag allerdings keine Fürsprecher. Im Gegenteil.

„Wir sind nicht bereit, das subjektive Sicherheitsempfinden unserer Bürger zu opfern“, sagte Joachim Bröse von der CDU. Schließlich würde die Gemeinde bis zum Ablauf der Energiesparverordnung („Ensikumav“) im Februar gerade einmal rund 8000 Kilowattstunden Strom sparen. Zum Vergleich: Das würde etwa dem Jahresstromverbrauch zweier Vier-Personen-Haushalte entsprechen. Selbst bei Erreichen des von der Bundesregierung geplanten Strompreisdeckels von 40 Cent pro Kilowattstunde hätte die Gemeinde also maximal 3200 Euro Kosten sparen können.

„In Kassel machen sie die Lichter an, um Weihnachtsmarkt zu feiern, und wir sollen im Dunkeln nach Hause finden?“, fragte Frank Hofmann (Offensive) und lieferte die Antwort gleich mit: Nein. Sein Fraktionskollege Gerhard Schaumburg sagte: „Die Bürger sind schon zu Genüge belastet.“ Auch Timo Storch von der SPD wies darauf, dass Gemeindevorstand bereits „viele schmerzhafte Entscheidungen“ getroffen habe.

„Die wirtschaftliche Betrachtung können wir vernachlässigen“, sagte auch Bürgermeister Michael Plätzer (SPD). Ohnehin regelten sich die auf LED umgestellten Straßenlaternen nachts schon automatisch „auf die halbe Watt-Zahl“ herunter.

Bürgermeister Plätzer erinnerte daran, dass die Straßenbeleuchtung ein seit Jahren viel diskutiertes Thema in Schauenburg sei. Ab 2010 blieben die Lampen im Rahmen der Haushaltskonsolidierung jahrelang nachts zwischen 1 und 4.30 Uhr ausgeschaltet. 2019 hatte die Gemeinde dann damit begonnen, sämtliche Straßenlaternen auf LED-Technik umzurüsten. Insgesamt gibt es zwischen Martinhagen und Elgershausen nach Angaben des Bürgermeisters rund 1000 Straßenlaternen. Sie verbrauchten im vergangenen Jahr insgesamt rund 90 000 Kilowattstunden Strom.

Laut Bürgermeister entsprach das – wohlgemerkt vor dem Ukrainekrieg und seinen wirtschaftlichen Auswirkungen – Kosten in Höhe von 25 000 Euro.

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