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Märchenstraße lockt Touristen mit neuen Routen nach Nordhessen

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Von: Peter Dilling

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Unterwegs von Schauenburg Richtung Baunsberg: Radfahrer, die an der Landrattour teilnahmen, gehörten zu den ersten, die eine Teiletappe der Nordhessen-Route der neuen Märchen-Radroute testeten.
Unterwegs von Schauenburg Richtung Baunsberg: Radfahrer, die an der Landrattour teilnahmen, gehörten zu den ersten, die eine Teiletappe der Nordhessen-Route der neuen Märchen-Radroute testeten. © Stefan Arend

Der Verein Deutsche Märchenstraße will Radfahrer mit einer Fernradroute durch mehrere Bundesländer auf die Spuren der Brüder Grimm locken.

Neben der Hauptroute, die wiederum in zahlreiche Etappen aufgeteilt ist, können Radwanderer unter einer Reihe von Regionalrouten wählen. Einige verlaufen auch durch Nordhessen und haben unter anderem die Stadt Kassel als Ausgangs- und Zielpunkt. Manche Etappen durchs hessische Bergland sind wegen der häufigen Anstiege anspruchsvoll und schweißtreibend. Dort empfiehlt sich ein Rad mit vielen Gängen oder ein Pedelec.

Der Verein mit Sitz in Kassel hat für die neuen Märchen-Routen bereits vorhandene offizielle Radwege miteinander verknüpft, indem vorhandene Lücken durch die Nutzung von Wirtschafts- und Forstwegen, die zum Teil nur geschottert sind, geschlossen werden.

Ein Radexperte sei dazu die gesamte Strecke abgefahren, zuvor habe man Datenbanken zu den jeweiligen Örtlichkeiten auswerten müssen. Das sei herausfordernd gewesen und in Abstimmung mit dem Radverkehrsclub ADFC geschehen, sagt Jutta Arbter, Projektmanagerin des Vereins und erklärt: „Mit diesem Angebot wollen wir neue Zielgruppen erschließen. Die Zahlen der Radtouristen explodieren.“

Der Verein hat nicht nur die Langstrecken-Radwanderer im Blick, sondern vor allem auch die Ausflügler, die auf überschaubaren Strecken ihre Heimatregion auf dem Fahrradsattel erkunden wollen. In Nordhessen hat der Verein daher sechs Etappen konzipiert, die beispielsweise von Fritzlar über Schauenburg nach Kassel, von Kassel nach Hessisch-Lichtenau oder nach Hofgeismar führen. Auf jeder Route erfährt der Radfahrer auf der Homepage des Vereins etwas über Sehenswürdigkeiten am Wegesrand, über Einkehrmöglichkeiten, lokale Angebote und Veranstaltungen.

Die Orientierung auf den neuen Routen dürfte momentan noch eine stellenweise anspruchsvolle Angelegenheit sein. Auf der Homepage findet der Radfahrer zwar einenn GPX-Tracker. Der Verein empfiehlt aber, zusätzlich analoges Radkartenmaterial zu nutzen. Das Problem: Es gibt noch keine durchgehenden Wegweiser an den Märchenlandrouten.

„Schilder aufstellen, geht so einfach nicht“, sagt Arbter. Das müsse mit der Verkehrsbehörde Hessen-Mobil und den jeweiligen Gemeinden abgestimmt werden. Bis Mitte Dezember wolle man aber eine App entwickeln, die das Auffinden der Routen erleichtern werde. Außerdem werde der neue Märchenland-Radweg nächstes Jahr in die beliebten Bikeline-Radtourenbücher des Esterbauer-Verlags aufgenommen. Aber auch schon aktuell würden die Tourenvorschläge des Vereins gut genutzt, sagt Arbter.

Von Peter Dilling

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