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Märchenwache mit neuem Programm: Lesungen und Austellung im nächsten Halbjahr

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Von: Peter Dilling

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Mit Optimismus ins neue Jahr: Christian Abendroth (von links), Hanka Bernard und Thomas Koch bilden den Vorstand des Fördervereins Schauenburger Märchenwache, dem auch der Musikwissenschaftler Martin Forciniti angehört.
Mit Optimismus ins neue Jahr: Christian Abendroth (von links), Hanka Bernard und Thomas Koch bilden den Vorstand des Fördervereins Schauenburger Märchenwache, dem auch der Musikwissenschaftler Martin Forciniti angehört. © Peter Dilling

Von kultureller Aneignung, über Kaiser Wilhelm I. bis hin zu den Untiefen der Berliner Politik - Die Schauenburger Märchenwache stellt sich thematisch breit auf und sucht noch nach Sponsoren.

Schauenburg – Vier Lesungen aus ganz verschiedenen Lebenswelten und eine Ausstellung hat die Schauenburger Märchenwache in Breitenbach für das erste Halbjahr 2023 geplant. „Wir sind dieses Jahr spät dran. Mehrere angefragte Autoren hatten ihre Leserreisen schon durch“, sagt Hanka Bernard, Vorstandsmitglied im Förderverein. Sie verweist darauf, dass alle – ausschließlich ehrenamtlich für die Kultureinrichtung tätigen – Akteure der Märchenwache diesen Herbst in ihrem Beruf stark eingespannt gewesen seien.

Nach dem Kraftakt der Jubiläumsfeiern zum 25-jährigen Bestehen der Wache habe man neue Energie schöpfen müssen, sagt Christian Abendroth, Vorsitzender des Fördervereins.

Dennoch erwartet die Freunde der Märchenwache wieder ein abwechslungsreiches Programm. Den Anfang macht am Samstag, 21. Januar (19 Uhr), die Autorin Birgit Weyhe mit ihrer comicähnlichen Graphic Novel „Rude Girl“. Weyhe, die dieses Jahr für den Max-und-Moritz-Preis nominiert war und auf der Shortlist für den Hamburger Literaturpreis „Buch des Jahres“ steht, erzählt die Geschichte einer selbstbewussten Frau aus der Karibik, die sich in den USA, ihrer neuen Heimat, erfolgreich gegen Diskriminierung zur Wehr setzt, und eine akademische Karriere macht. Gleichzeitig setzt sich die Autorin mit einem ganz aktuellen Streitthema, dem Problem der kulturellen Aneignung, auseinander.

Der Musikpublizist Jochem Wolf spürt am Samstag, 18. März, 19 Uhr, Komponisten nach, die sich auch in der Literatur versucht haben. Die Autoren Heiner Boehncke und Haus Sarkowicz präsentieren zum Tag für die Literatur in Hessen am Sonntag, 7. Mai, ab 15 Uhr die Poesie des Rinnsteins: Lieder der Gescheiterten, der Armen und Vagabunden, die schon Kaiser Wilhelm I. ein Dorn im Auge waren. Am Samstag, 24. Juni, wird in der Märchenwache die Ausstellung „Die Werkstatt Rixdorfer Drucke wird 60 – die Rixdorfer in den Sechzigern“ eröffnet. Ali Schindehütte, Mitgründer und Nestor der Märchenwache, ist Mitglied dieses Berliner Künstlerkollektivs. Der Autor Christoph Peters entführt schließlich sein Publikum am Samstag, 22. Juli, ab 19 Uhr mit einer Lesung aus seinem neuen Buch „Der Sandkasten“ in die Untiefen der Berliner Politik.

Der Kulturbetrieb der Märchenwache wird im Wesentlichen von den vier Vorstandsmitgliedern Christian Abendroth, Thomas Koch, Hanka Bernard und Martin Forciniti getragen. Man sei gut durch die Pandemie gekommen, berichtet Abendroth. Nach dem Sommer habe es einen Rückgang an Spenden gegeben, inzwischen gehe es aber wieder aufwärts. Die Märchenwache habe unter Künstlern einen Namen, manche träten hier nur wegen des besonderen Flairs auf. Dennoch ist die Finanzierung des Programms offenbar jedes Jahr eine Herausforderung. Er wünschte sich Sponsoren, die regelmäßig spenden, sagt Koch. Dann könne man besser planen. Ein weiteres Problem sei, dass die Arbeit auf wenigen Schultern laste. Er hofft auf jüngere Mitstreiter, die sich für die Märchenwache engagieren wollen.

Info, Buchung und Kontakt online unter maerchenwache.de

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