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Parteien in Schauenburg wollen Bäume besser schützen

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Von: Daniel Göbel

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Wohnanlage in Schauenburg-Hoof
Nachdem in Schauenburg-Hoof auf dem Grundstück einer Immobiliengesellschaft kürzlich zahlreiche Bäume und Äste gefällt worden sind, wird nun über mehr Baumschutz in der Kommune diskutiert. © Daniel Göbel

Wird es in der Gemeinde Schauenburg künftig eine Baumschutzverordnung geben? Die Chancen dafür stehen zumindest nicht schlecht.

Schauenburg – Nach unserer Berichterstattung über das Vorgehen einer Immobiliengesellschaft im Ortsteil Hoof soll das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Gemeindevertretersitzung im März gebracht werden, darüber sind sich die Fraktionen bereits einig. Die beauftragte Firma hatte kürzlich auf den Grundstücken der Immobiliengesellschaft Bäume nicht fachmännisch gefällt, wie der Landkreis nach einer Begutachtung festgestellt hatte. Auch einige Anwohner zeigten sich empört und schalteten die Gemeindeverwaltung sowie die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises ein. Doch ohne Baumschutzverordnung hat die Gemeinde keinen Einfluss darauf, was auf Privatgrund geschieht.

„Wir sprechen parteiintern über das Thema und ein mögliches weiteres Vorgehen“, sagt Timo Storch, Fraktionsvorsitzender der SPD im Gemeindeparlament. Allerdings habe eine Baumschutzverordnung nicht nur Vorteile. Denn von schärferen Regeln seien dann auch die Grundstückseigentümer betroffen, die Bäume auf ihrem Grundstück fachgemäß fällten. Daher schaue sich die SPD-Fraktionen auch in Nachbarkommunen um, wie die mit dem Thema umgingen.

Auch in der CDU werden momentan die Für und Wider abgewogen, sagt Fraktionschef Joachim Bröse. „Wenn eine solche Verordnung dem Sinne der Allgemeinheit dienen und den Naturschutz stärken kann, müssen wir darüber diskutieren.“ Die Berichterstattung über den Fall in Hoof habe verdeutlicht, dass etwas getan werden müsse. Er plädiert dafür, Baumschulen und Gartenbaufirmen mit einzubeziehen, um deren Fachwissen mit einfließen zu lassen.

Ähnlich sehen das auch die Grünen, wie Fraktionsvorsitzende Sabine von Dalwig erklärt. Als Grüne sei es ihnen ein Anliegen, die Baumbestände zu schützen. Daher werde das Thema in der kommenden Gemeindevertretersitzung im März auf der Tagesordnung stehen.

Linke-Fraktionschef Antonio Bassetto plädiert für eine Baumschutzsatzung, damit die Gemeinde die Möglichkeit habe, auch Bäume auf Privatgrund schützen zu können, wenn diese unsachgemäß gefällt werden sollten. „Uns ist der Schutz der Natur wichtiger als die Befindlichkeiten einiger Grundstücksbesitzer“, so Bassetto.

„Wir müssen nun ausloten, ob dies ein Einzelfall ist, oder ob mehr Regulierungsbedarf besteht“, so Gerhard Schaumburg, Fraktionschef der Offensive. Wenn dies solchen Ärger auch bei Anwohnern nach sich ziehe, dann müsse über mehr Handlungsfähigkeit seitens der Gemeinde diskutiert werden. (Daniel Göbel)

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