Vom Kommunalpolitiker zum Berufspolitiker

Im Porträt: Florian Schneider rückt für Manuela Strube in den Landtag nach

Florian Schneider fühlt sich im Schauenburger Ortsteil Elgershausen zuhause.
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Den Heimatort im Rücken: Florian Schneider fühlt sich im Schauenburger Ortsteil Elgershausen zuhause.

Auf Florian Schneider aus dem Schauenburger Ortsteil Elgershausen kommen spannende Aufgaben zu: Nachdem Manuela Strube die Bürgermeisterwahl in Baunatal gewonnen hat, folgt der 29-Jährige für die Sozialdemokratin als Abgeordneter in den Hessischen Landtag in Wiesbaden.

Schauenburg – Für den IT-Fachmann eine grundlegende Veränderung: vom ehrenamtlichen Kommunalpolitiker zum Berufspolitiker. Entsprechend intensiv sei momentan die Übergangsphase und Übergabe von Strubes Abgeordnetenbüro, wie Schneider im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. „Dazu kommen viele organisatorische Fragen, etwa nach Wohnungen oder Übernachtungsmöglichkeiten in Wiesbaden. Das ist momentan alles noch etwas unklar“, so Schneider.

Klar sei hingegen seine Freistellung von seinem jetzigen Posten als Senior-IT-Spezialist bei der Deutschen Post. Das Abgeordnetengesetz ermögliche zwar eine Freistellung zur Ausübung des Mandats. Allerdings sei dies kein Thema für ihn, sagt Schneider, da er seinem Arbeitgeber frühzeitig erklärt habe, dass ein solcher Fall eintreten könnte. Dabei habe er auf viel Verständnis bauen können.

Politisches Interesse und den Wunsch nach ehrenamtlichen Engagement habe er eigentlich schon immer gehabt. Politikwissenschaft als Schulfach habe ihn während seiner Abi-Zeit dazu motiviert, in eine Partei einzutreten. Ausschlaggebend sei aber sein bester Freund gewesen, der damals bereits in der SPD aktiv gewesen sei, erinnert sich Schneider. Nach Abschluss seiner Ausbildung zum Informatikkaufmann habe besagter Freund ihn angesprochen, ob Schneider nicht auch Lust habe, sich im Ortsverein zu engagieren. „Das hat mich dann dazu motiviert, auch in der Vereinslandschaft aktiv zu werden“, sagt Schneider, der eigentlich aus Baunatal stammt und in Elgershausen mittlerweile einen neuen festen Lebensmittelpunkt gefunden hat.

Für die Sozialdemokraten sitzt der 29-Jährige derzeit im Gemeindeparlament, was er künftig auch neben seiner Abgeordnetentätigkeit nach Möglichkeit so beibehalten möchte. Dazu ist er Vorsitzender des Haupt- und Finanzausschusses und Mitglied im Planungsbeirat der Gemeinde Schauenburg. Auch bekleidet er mehrere innerparteiliche Ämter, etwa als Vorstandsmitglied im Unterbezirk.

Alte Traditionen müssten gewahrt werden, sagt Schneider und bezieht sich beispielsweise auf das jährliche Schützen- und Heimatfest in Elgershausen oder die Tradition der Sterbekasse, für die er ebenfalls Mitglied des Vorstands ist. „Gemeinschaftssinn ist mir unheimlich wichtig. Ich bin zum Glück so flexibel, dass ich neben meinem Beruf Zeit dafür aufwenden kann, mich in die Gesellschaft einzubringen“, sagt Schneider.

Dass er künftig wohl weniger Zeit dafür haben könnte, sei dem kinderlosen Single durchaus bewusst. Dennoch freue er sich auf die vielen neuen Möglichkeiten, die er künftig als Abgeordneter in Wiesbaden habe. Vor allem die Frage, in welchen Ausschüssen er künftig arbeiten könnte, treibe ihn derzeit um. Den Vorsitz des Petitionsausschusses würde er nur ungern von Manuela Strube übernehmen. „Ich würde gerne in den Kulturpolitischen Ausschuss und in den Ausschuss für Digitales und Datenschutz. Dort könnte ich mein Wissen als IT-Fachmann am besten einbringen“, sagt Schneider.

Ein Thema, das dem 29-Jährigen besonders am Herzen liegt, sei es, durch politische Aktionen das Ansehen der Berufsausbildung im Vergleich zum Hochschulstudium aufzuwerten. Schneider ist neben seinem Beruf selbst Ausbildungsprüfer bei der Industrie- und Handelskammer. „Die Berufsausbildung muss mehr Anerkennung finden. (Daniel Göbel)

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