Aktiv für Rugby Cassel

Predigt mit blauem Auge: Dieser Baunataler Pastor spielt Rugby

 
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Ruben Moser ist Pastor bei der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Baunatal. In seiner Freizeit spielt er Rugby.

Ruben Moser ist Pastor in Baunatal. In seiner Freizeit aber wird es ruppig: Der 34-Jährige spielt liebend gern Rugby. Beruf und Hobby sind für ihn kein Widerspruch.

Ruben Moser ist verheiratet, Vater von zwei Kindern, außerdem Pastor in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Baunatal. So weit, so normal. Sein Hobby hingegen scheint so gar nicht zu seinem Beruf zu passen: Moser spielt schon seit mehr als 15 Jahren Rugby.

„Beruf und Hobby waren für mich nie ein Widerspruch“, sagt Moser. Auch mit Bluterguss oder einer blutigen Nase lasse sich arbeiten. „Ich habe auch schon mit einem blauen Auge gepredigt“, erzählt er lachend. Die Leute aus seinem kirchlichen Umfeld seien fasziniert von seinem Hobby, aus dem Sport ließen sich einige Elemente auf die Arbeit im Gottesdienst anwenden. 

Ein Problem zwischen Hobby und Beruf bestehe seiner Meinung nach nur, wenn es einen Unterschied zwischen Gesagtem und Handeln gebe. „Rugby gibt einem wichtige Fähigkeiten mit: Durchhaltevermögen, Achtung und Respekt vor Mit- und Gegenspielern.“

Dank einer Schul-AG die Leidenschaft gefunden

Moser ist in der Nähe von Hannover aufgewachsen, betrieb in der Jugend Leichtathletik und spielte Fußball. „Am Gymnasium gab es einen rugby-begeisterten Lehrer, der eine AG angeboten hat. So bin ich zu dem Sport gekommen“, erinnert sich der 34-Jährige. 

Nach dem Abitur arbeitete er ein Jahr in einem Kinderheim in Kenia, studierte Theologie in Gießen, machte ein Praktikum in Innsbruck und arbeitete sieben Jahre bei den Jesus Freaks – einer Glaubensbewegung – in Gießen. 

Währenddessen lernte er seine Ehefrau Line kennen, 2017 zog er mit seiner Familie nach Schauenburg und wurde Pastor der Gemeinde in Baunatal. Sein Vater und sein Großvater haben denselben Beruf ausgeübt.

"Viel laufen und viel tackeln"

Dem Rugby blieb er trotz seiner Umzüge treu. „Ich habe das nie hinterfragt. Ich bin mit Sport und Vereinsleben groß geworden, Rugby ist ein super Ausgleich“, sagt der Vater einer einjährigen Tochter und eines dreijährigen Sohnes. „Der kämpferische, aber zugleich faire Aspekt ist selten bei Sportarten“, sagt Moser, der häufig als rechter Flügelstürmer zum Einsatz kommt: „Viel laufen und viel tackeln“ – so beschreibt er die Position.

Moser ist bei Rugby Cassel aktiv. Seine Mitspieler nennen ihn nicht Ruben, sondern „Preacher“ – Prediger. Kassel spielt in der drittklassigen Regionalliga Westfalen, die Gegner kommen aus Osnabrück, Dortmund, Bielefeld, Paderborn und Göttingen. 

Ruben Moser (am Ball) im Einsatz für Rugby Cassel.

„Der große Aufwand in den unteren Ligen ist das Dilemma einer Randsportart“, sagt Moser. Wegen vieler beruflicher Abendtermine versucht er, wenigstens einmal pro Woche beim Training zu sein. Die Spiele, die in der Regel samstags stattfinden, plant er Wochen zuvor um die beruflichen Termine herum ein. „Wird eine Paarung verschoben, kann ich meistens nicht mitspielen“, erzählt der Pastor. 

Wichtiger als der Sport ist für ihn die Familie

Von der aktuell laufenden Weltmeisterschaft hat er drei oder vier Partien gesehen, zuletzt das Viertelfinale zwischen Neuseeland und Irland.

Wichtiger als der Sport ist für ihn aber die Familie. Wie lange er noch spielt, möchte Ruben Moser von seiner Frau und seinen Kindern abhängig machen: „Beruf, Familie und Sport lassen mich lernen, die richtigen Prioritäten zu setzen.“ 

Momentan spielt Rugby aber eine wichtige Rolle in seinem Leben: „Das Mannschaftsgefühl, den Zusammenhalt und das Bierchen nach Training und Spiel mag ich sehr.“

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