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Der Hochwasserverband renaturiert die Bauna zwischen Hoof und Altenritte

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Von: Peter Dilling

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Nach Dürre ein Rinnsal: Das Ufer der Bauna wird – wie hier in Höhe des Schauenburger Rathauses – abgeflacht werden, um dem Wasser mehr Raum zu geben. Links wird das Erdreich aufgegraben, um einen Seitenarm anzulegen. Das nötige Ufer-Randgrundstück hat der VAH angekauft.
Nach Dürre ein Rinnsal: Das Ufer der Bauna wird – wie hier in Höhe des Schauenburger Rathauses – abgeflacht werden, um dem Wasser mehr Raum zu geben. Links wird das Erdreich aufgegraben, um einen Seitenarm anzulegen. Das nötige Ufer-Randgrundstück hat der VAH angekauft. © Peter Dilling

Der Verband für Abwasser und Hochwasserschutz investiert Geld, um die Bauna in Regenzeiten zu bändigen.

Schauenburg/Baunatal – Nach der langen Dürre ist die Bauna in Höhe der Schauenburger Gemeindeverwaltung nur noch ein harmloses Rinnsal, das nur an einigen Stellen durch den dichten Bewuchs des Bachbetts schimmert. Kerstin Müller-Leibold aus Hoof erinnert sich an die Bauna ihrer Jugendzeit noch ganz anders. „Pünktlich zu Pfingsten hat sie die Komposthaufen auf den Ufergrundstücken weggetragen und drei, vier Häuser weiter wieder abgelegt“, erzählt sie.

Das hat sich längst geändert: Seit Jahren investiert der Verband für Abwasser und Hochwasserschutz (VAH) viel Geld, um die Bauna in Regenzeiten zu bändigen. Bis zur Fulda hinunter wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Auch das jüngste und vorerst letzte Projekt, das die Renaturierung zum Ziel hat, kommt indirekt auch dem Hochwasserschutz zugute: Die Baufirma Beisheim wird in dieser Woche beginnen, das Bachbett der Bauna vom Domizil der Feuerwehr in Hoof an bis oberhalb von Altenritte neu zu modellieren: Uferböschungen werden abgeflacht, Seitenarme geschaffen, Barrieren beseitigt – ebenso wie Hindernisse für Fische, die in der Bauna wandern.

Der VAH, den die Stadt Baunatal und die Gemeinde Schauenburg tragen, investiert dafür rund 400 000 Euro. Das Land fördert dieses Projekt mit 80 Prozent der Gesamtkosten. Vom Rest trägt Schauenburg ein Drittel und die Stadt Baunatal zwei Drittel. Bis Mitte oder Ende Oktober sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

„Diese kann als Ruheort für Eisvögel und andere Tiere dienen“

Anwohnerin Müller-Leibold gehörte zu der nicht einmal eine Handvoll zählenden Bürgern, die sich in Hoof am Rathaus das Projekt von Schauenburgs Bürgermeister Michael Plätzer, VAH-Geschäftsführer Hartmut Wicke, dessen Stellvertreter Horst Brixel und Christoph Wegener vom planenden Ingenieurbüro AGC in Kassel erklären ließen: Jenseits einer Wiese unterhalb des Rathauses soll ein Seitenarm der Bauna angelegt werden. Dadurch entsteht eine lang gezogene Insel.

„Diese kann als Ruheort für Eisvögel und andere Tiere dienen. Außerdem werden wir ein Netzwerk von Biotopen schaffen“, erklärte Wegener. Daneben werde es Mulden geben, in denen auch nach Dürrezeiten noch Wasser für Fische, Insekten und Kleinstlebewesen zur Verfügung stehe, sagte Schauenburgs Bürgermeister. Gleichzeitig sollen laut Wegener die dort gesichteten giftigen Herkules-Stauden entfernt werden. Die Einsaat des neu angelegten Uferstreifens soll sicherstellen, dass nur heimische, wasserliebende Pflanzen dort künftig wachsen.

Für die Umgestaltung müssen gewaltige Erdmassen bewegt werden, so um die 3700 Kubikmeter. Es würden Spezialbaufahrzeuge eingesetzt, um die Natur auf den Bauzufahrtswegen nicht mehr als nötig zu schädigen, erklärte Wegener. Natursuchende werden übrigens nicht in den Genuss des neuen Bauna-Ambientes kommen. Anders als an anderen Stellen sind keine Zugänge zum Bachbett geplant. Es verlaufe dort auch kein Wanderweg, sagte Plätzer. Peter Dilling

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