Kostenlawine durch Kinderbetreuung

Schauenburg braucht 2,4 Millionen für den Kita-Bau

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Hier muss viel investiert werden: Die Gemeinde Schauenburg will eine neue Kita bauen oder zumindest die bestehenden Einrichtungen erweitern. Dieses Foto aus einem Kindergarten entstand in Hannover.  

Schauenburg. Die positive Entwicklung bei den Finanzen der Gemeinde Schauenburg hält an. Für den Haushalt 2018 errechnet das Rathaus einen Überschuss von rund 90.000 Euro.

Die Zeiten eines tief roten Etats scheinen zunächst vorbei.

Bürgermeister Michael Plätzer (SPD), der die neusten Zahlen am Donnerstag im Parlament vorstellte, bewertet die Lage dennoch kritisch. Er sieht enorme Belastungen in der Kinderbetreuung auf die Gemeinde zurollen.

Spätestens in zwei Jahren habe die Gemeinde nicht mehr genügend Kindergartenplätze, betonte Plätzer. Grund: Die Schauenburger Baugebiete füllen sich in Windeseile. „Wir gehen davon aus, dass aufgrund der Bevölkkerungsentwicklung mit einem Zuwachs pro Jahr von zehn bis 13 Kindern in den Einrichtungen zu rechnen ist.“

Nach Auffassung des Bürgermeisters muss die Gemeinde deshalb schnell 2,4 Millionen Euro für den Bau einer neuen Kita oder die Erweiterung der bestehenden Einrichtungen aufbringen. Darüber werde im kommenden Jahr entschieden, sagte er. Hinzu kommt laut Plätzer eine jährliche Zusatzbelastung von 150.000 Euro aufgrund des Landesprogrammes für gebührenfreie Kita-Plätze. Erstattet würden den Eltern 136 Euro pro Monat und Kind, so der Bürgermeister. Tatsächlich fielen aber 176 Euro pro Platz an. Die Differenz müsse die Gemeinde also künftig erwirtschaften.

Und so wird es wohl in Schauenburg bei der jüngsten Erhöhung von Grund- und Gewerbesteuer bleiben. Diese war in den vergangenen Wochen vor allem bei den Schauenburger Geschäftsleuten auf Kritik gestoßen (HNA berichtete). In seiner Haushaltsrede ging Schauenburgs neuer Bürgermeister jedenfalls nicht auf die Debatte zwischen Gemeinde und Geschäftsleuten ein. Einige saßen im Zuschauerraum, weil sie wohl in der Sitzung auf eine Aussage zur Korrektur der jüngsten Steuererhöhungen hofften.

Folgende Punkte nannte Michael Plätzer noch zum Haushalt 2018:

 • Der Stellenplan der Gemeinde schrumpft um 2,03 Stellen.

 • Die Abgaben für Kreis- und Schulumlage steigen.

 • Die Einnahmen aus den Blitzeranlagen steigen um 40.000 Euro, weil die Gemeinde jetzt auch ein mobiles Gerät zur Verfügung hat.

 • Bei den Gewerbesteuereinnahmen gibt es einen Rückgang von 2,1 auf 1,9 Millionen Euro. das hat laut Bürgermeister mit geänderten Veranlagungen durch das Finanzamt zu tun.

 • Einen dicken Batzen von 700.000 Euro gibt es mehr über den Anteil der gemeinde an der Einkommenssteuer.

 • Im Investitionsprogramm für 2018 findet sich unter anderem der Ausbau der Bushaltestellen in der Altenritter Straße, an der Raiffeisenbank und am Saalweg in Elgershausen.20 000 Euro sollen in die Veranstaltungstechnik des Elgerhauses investiert werden.

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