NVV will Hinweisen nachgehen

Schauenburger bemängelt zu volle Schulbusse zur Christine-Brückner-Schule

Voller Schulbus: Als die Linie 59 aus Schauenburg kommend am Donnerstag um 7.24 Uhr vor der Christine-Brückner-Schule in Bad Emstal-Sand hält, steigen mehr als 50 Kinder und Jugendliche aus.
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Voller Schulbus: Als die Linie 59 aus Schauenburg kommend am Donnerstag um 7.24 Uhr vor der Christine-Brückner-Schule in Bad Emstal-Sand hält, steigen mehr als 50 Kinder und Jugendliche aus.

Die Kinder von Nikolai Rauen fahren morgens meist mit dem Bus von Schauenburg-Martinhagen zur Christine-Brückner-Schule in Bad Emstal-Sand. Der Schulbus ist oft voll und Abstand halten unmöglich.

Schauenburg/Bad Emstal – „Es hat sich nichts verändert“, bemängelt Rauen, dabei sei das Problem schon lange bekannt. Viele Eltern kämen inzwischen mit dem Auto, um ihre Kinder zu bringen, berichtet der Vater, der Elternbeirat der Klasse 6G ist. Für die Kinder sei es oft unverständlich, warum sie überall Abstand halten müssen – auch beim Warten auf den Bus nach der Schule werde darauf geachtet – und im Bus dann dicht an dicht stehen. „Bei den Bussen aus Balhorn ist es noch viel schlimmer“, sagt eine Schülerin der Christine-Brückner-Schule und zeigt Fotos, die sie in überfüllten Bussen mit ihrem Handy gemacht hat.

Rauen sagt, dass manche Kinder auf die Linienbusse ausweichen – das sei eigentlich nicht erlaubt, werde aktuell aber meist geduldet. Optimal sei das nicht, weil diese auch von älteren Menschen, die zur Risikogruppe zählen, genutzt werden. Manchmal fahre er seine Kinder von Martinhagen aus zur Schule – aktuell sei das ab und zu möglich, weil er oft im Homeoffice arbeite, aber mittags habe er oft Telefonkonferenzen und könne sie nicht abholen. Seine Frau sei ebenfalls berufstätig.

Dass immer noch nicht mehr Busse eingesetzt werden, obwohl die Lage lange bekannt ist und überall von der Verkehrswende gesprochen wird, ärgert Rauen. „Die Busdepots sind voll“, sagt er – es stünden genug Fahrzeuge zur Verfügung und bei entsprechenden Buchungen würden die Busunternehmen auch Fahrer aus der Kurzarbeit holen.

Eltern und Schüler hätten bereits in der ersten Woche des Schulbeginns auf die Bussituation hingewiesen, berichtet Schulleiter Ulf Imhof. Er kann die Bedenken durchaus verstehen und weist darauf hin, dass die Schule stets darauf achte, dass alle die Abstands- und Hygieneregeln einhalten.

Von dem Vorschlag eines zeitversetzten Unterrichtsbeginns, wie er bei diesem Thema immer wieder diskutiert wird, hält Rauen nichts – er befürchtet, dass es zulasten des Unterrichts geht und es wieder zum Ausfall von Stunden kommt. „Die jetzige Zeit ist eh schon stressig für die Kinder“, erklärt er, weil sie Stoff nachholen müssten.

„Wir werden den Hinweisen des Elternbeirates nachgehen“, sagt Sabine Herms vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV). Der NVV steuere dort nach, wo zusätzliche Fahrzeuge gebraucht werden. Es seien bereits einige im Einsatz – ob das für die Linie 59 und 144 ebenfalls möglich ist, werde aktuell geklärt.

Zwischen 6 und 8 Uhr sind wochentags alle verfügbaren Fahrzeuge im Einsatz, berichtet Landkreissprecher Harald Kühlborn. Es gebe ein paar Ersatzfahrzeuge, aber die seien für Ausfälle reserviert. Für die Linie 59 sei festgestellt worden, dass es morgens in der Spitze zwischen 45 und 55 Fahrgäste sind – allerdings betreffe diese hohe Auslastung lediglich den Streckenabschnitt zwischen Bad Emstal-Balhorn und der Schulhaltestelle, also sieben Minuten der Fahrzeit. Auch auf der Rückfahrt um kurz nach eins sei nur in diesem Streckenabschnitt eine hohe Fahrgastzahl festgestellt worden. „Es ist schwierig, dieses Problem zu lösen“, so Kühlborn – er könne die Sorge der Eltern verstehen.

Man sei dabei, zu prüfen, ob doch die Möglichkeit der Verstärkung besteht. Generell liege die maximale Auslastung für Busse derzeit coronabedingt bei 60 Prozent der normalen Besetzung – das gelte als Maßstab. (Lara Thiele)

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