Elisabeth Lauterbach aus Schauenburg feiert 100. Geburtstag

Sie ist für alle „Tante Lieschen“

Wird 100 Jahre alt: Elisabeth Lauterbach feiert heute Geburtstag.  
 Repro: Sabine Oschmann
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Wird 100 Jahre alt: Elisabeth Lauterbach feiert heute Geburtstag. Repro: Sabine Oschmann

Immer unterwegs, Wege erledigen, Menschen besuchen, Neuigkeiten austauschen – „Tante Lieschen“, wie Elisabeth Lauterbach im Ort von jeher genannt wird, ist so etwas wie eine Institution im Dorf. Jeder kennt sie, sie kennt jeden und jeden am längsten, denn sie ist die älteste Hooferin – heute begeht die alte Dame ihren 100. Geburtstag.

Schauenburg - Ein Besuch bei der Jubilarin war wegen der Pandemie nicht möglich, darum erzählt Sohn Hans-Helmut mit seiner Frau Karin aus dem langen Leben der Mutter, das sie ausschließlich in der Schmiedegasse 14, wo sie das Licht der Welt erblickte und mit ihrer jüngeren Schwestern Käte aufwuchs, verbrachte. Die Eltern hatten eine kleine Landwirtschaft, Elisabeth besuchte die Volksschule, anschließend machte sie eine Hauswirtschaftslehre auf dem Gut von Kiekebusch, wo sie später noch viele Jahre arbeitete.

1947 heiratete Elisabeth, geborene Carl, Konrad Lauterbach aus Hoof, von Beruf Korbmacher. Der junge Mann wollte gerne in der Landwirtschaft arbeiten, also lebten er und Elisabeth nach der Eheschließung fortan im elterlichen Haus an der Schmiedegasse. „Außer seinen Körben verkaufte mein Vater Konrad im Winter noch seine selbst gemachten begehrten Kartoffelklöße, für meine Eltern damals eine wichtige zusätzliche Einnahmequelle“, erzählt Hans-Helmut, der 1948 geboren wurde, Schwester Käte 1952.

„Mutter versorgte uns Kinder, den Haushalt, arbeitete in der Landwirtschaft, das waren harte Jahre“, erzählt der Sohn. „Als Vater dann 1959 zur Bundeswehr ging, wurde das Leben leichter durch das gesicherte regelmäßige Einkommen“. „Noch in den 1970er-Jahren arbeitete Mutter als Haushaltshilfe, um in die Rentenkasse einzuzahlen, sie war sparsam und fleißig, eine gute Hausfrau, gönnte sich selbst kaum etwas“, fährt er fort.

Jahre später brachten drei Enkel und vier Urenkel viel Freude in Elisabeths und Konrads Leben. Als er 2004 starb, fand die Witwe Trost und Geborgenheit bei ihrer großen Familie. „Oma Elisabeth“, wie sie nur genannt wird, wollte weiter im Haus an der Schmiedegasse wohnen. Bis ins Jahr 2013 besuchte sie regelmäßig Enkel und Urenkel, die alle in Hamburg leben.

Bis ins hohe Alter war Elisabeth im Frauenkreis in Hoof tätig, bestellte noch mit 92 Jahren ihren Garten. Sohn und Schwiegertochter zusammen mit der Schwägerin unterstützten die Mutter stets, übernahmen ab 2013, als es gesundheitliche Einbrüche gab, ihre Pflege.

Seit 2019 hat die alte Dame im Seniorenzentrum Edermünde ihr neues Zuhause gefunden. Vor einigen Wochen bat sie den Pfarrer zu sich zum Abendmahl. „Psalme, Lieder, sie konnte alle Strophen, hatte alles im Kopf, es war erstaunlich, anschließend war sie dann sehr beruhigt“, berichtet der Sohn. Heute freut sich das Geburtstagskind auf die vielen Glückwünsche von der Familie. (Sabine Oschmann)

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