„Sind für Winter gewappnet“

So bereiten sich Gastronomen im Kreis Kassel auf die kalte Jahreszeit vor

Auf der neuen Terrasse: Daniel Hess, Braumeister der Fuldabrücker Landbrauerei in Dörnhagen, hofft, dass sich die Lage nicht wieder verschlimmert und die Gäste weiterhin kommen können.
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Auf der neuen Terrasse: Daniel Hess, Braumeister der Fuldabrücker Landbrauerei in Dörnhagen, hofft, dass sich die Lage nicht wieder verschlimmert und die Gäste weiterhin kommen können.

Für viele Gastronomen war der Sommer ein Segen, konnten sie doch trotz Corona-Bestimmungen ihre Gäste bewirten. Doch der Herbst steht vor der Tür.

Kreis Kassel - Die Wirte müssen kreativ werden, um weiterhin genügend Plätze anbieten zu können. Wie bereiten sie sich auf Herbst und Winter vor? Wir haben nachgefragt.

Fuldabrücker Brauerei

Sichtlich stolz steht Daniel Hess auf der neuen Terrasse vor der Fuldabrücker Landbrauerei in Dörnhagen. Innerhalb von zwei Wochen hat der Braumeister den Aufgang verbreitert, um für Herbst und Winter gewappnet zu sein. „Ob wir hier heizen werden, steht in den Sternen“, sagt der 33-Jährige. Das hänge davon ab, ob sich die Corona-Bestimmungen änderten, wie viele Gäste kämen und wie es überhaupt weitergehe.

Obwohl Feiern wie Taufen, Hochzeiten und Konfirmationen ausgefallen sind, ist die Landbrauerei bislang glimpflich durch die der Corona-Zeit gekommen. „Wir haben treue Kunden, die uns auch in der Zeit des Lockdowns unterstützt haben“, sagt Hess. Die Brauerei hatte zwischen März und Juni Bier zum Mitnehmen verkauft.

Auch die Gemeinde hätte unterstützt, mit einer Sondergenehmigung, den Parkplatz vor der Brauerei als Bewirtungsfläche zu nutzen. Der sogenannte Betonstrand sei gut angekommen. Nun hofft Hess darauf, dass sich die Lage nicht wieder verschlimmert und die Gäste weiterhin kommen können.

Dass genügend Platz vor allem Vorteile bietet, zeigt sich im Rinklin Weidengarten in Ahnatal. „Wir können trotz Corona-Bestimmungen viele Gäste unterbringen“, sagt Christine Rinklin.

Das sei auch nötig: „Große Feste finden zwar nicht statt, aber im Restaurant haben wir mitunter dreimal so viele Gäste, wie noch vor Corona“, sagt die Gastronomin. Weil für viele die Reise ins Ausland nun passé ist, gönnen sie sich Besuche im Restaurant.

Ist glücklich über den Andrang im Restaurant: Christine Rinklin von Weidengarten in Ahnatal-Weimar. Unser Foto entstand Mitte des Jahres.

Das große Platzangebot sei auch in den kommenden Monaten ein Vorteil. Rund 70 Besucher kämen im Innenraum unter, draußen bis zu 30. Für diejenigen, die im Außenbereich sitzen möchten, werde geheizt: „Wir bieten eine überdachte Fläche mit Heizpaneelen an“, sagt Christine Rinklin. Ihr Fazit lautet: „Wir sind für den Winter gewappnet.“

„Wir haben einen überdachten Innenhof, den können wir beheizen“, sagt Theresa Kraft vom gleichnamigen Gasthaus in Schauenburg-Breitenbach. Der Innenhof sei mit acht Tischen à vier Personen bestückt. „Wir haben fest installierte Heizstrahler“, erläutert Kraft. Und schon vor Corona habe das Gasthaus im Winter Veranstaltungen organisiert. „Wir haben Platz und Möglichkeiten.“

Die Krise habe sich demnach gar nicht sonderlich ausgewirkt, sagt Kraft weiter. „Manchmal haben wir 100 Leute hier zum Essen.“ Theresa Kraft bleibt trotz der Pandemie optimistisch. Krisenstimmung komme jedenfalls keine auf. „Wir haben uns nicht unterkriegen lassen.“

Anna Homm, Geschäftsführerin des Hotel- und Gastronomieverbandes (Dehoga) Hessen, verweist auf ein Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Gastronomie in der Wintersaison. Dazu gehört unter anderem eine Erlaubnis zum Einsatz von Heizpilzen auf Außenflächen. Dazu habe man in einigen Städten schon Gespräche mit den Oberbürgermeistern geführt.

Auch mit Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle sei man weiter im Gespräch, sagt Homm. Dieser sei aufgeschlossen gegenüber den Wünschen der Gastronomen. „Das hat er bereits signalisiert.“ Homm geht davon aus, dass die Ziele des Dehoga in Kassel erreicht werden. Die Gastronomie brauche kurzfristig eine Lösung. „Ich warte auf einen Rückruf vom Oberbürgermeister.“

Auch im Landkreis Kassel will der Verband das Gespräch suchen. Sie wolle einen Termin mit Landrat Uwe Schmidt ausmachen, sagt Homm. Auch für dieses Gespräch ist die Geschäftsführerin zuversichtlich. „Bislang sind alle sehr großzügig.“ (Sven Kühling Und Moritz Gorny)

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