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Unmut über Standort für Sirene: Gewerbetreibende fordern zentraleres Grundstück

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Von: Daniel Göbel

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Günter Keßler, der am Rande von Breitenbach eine Gerüstbaufirma betreibt, zeigt das Grundstück im Gewerbegebiet „Am Höfer Weg“, auf dem eine Sirene installiert werden soll.
Günter Keßler, der am Rande von Breitenbach eine Gerüstbaufirma betreibt, zeigt das Grundstück im Gewerbegebiet „Am Höfer Weg“, auf dem eine Sirene installiert werden soll. © Daniel Göbel

Im Gewerbegebiet „Am Höfer Weg“ im Schauenburger Ortsteil Breitenbach will die Gemeinde eine neue Sirene errichten lassen. Dagegen protestieren nun Gewerbetreibende und Anwohner.

Schauenburg – „Wir sind der Auffassung, dass eine Sirene zentral zum Erreichen aller Bürger errichtet werden sollte. Deshalb macht es keinen Sinn, eine solche Anlage abseits des Ortskerns von Breitenbach zu planen“, sagt Günter Keßler, der dort eine Gerüstbaufirma betreibt.

Er habe von der geplanten Sirene aus der HNA erfahren und könne die beabsichtigte Installation der Anlage auf dem ehemaligen Standort des „Maibaums“ vom Handwerks- und Gewerbeverein Schauenburg nicht nachvollziehen – zumal sich derzeit eine Sirene zentral an der Johannesstraße 2 befände, was als Standort für eine Sirene deutlich sinnvoller sei.

Hintergrund ist, dass eine neue Sirene im Gewerbegebiet die bisherige Sirene an der Johannesstraße ersetzen soll. Dafür hat die Gemeinde Schauenburg kürzlich die Bewilligung von 15 000 Euro als Anschubfinanzierung erhalten. Das Geld stammt aus einem Sonderförderprogramm des Bundes.

Keßler macht im Gespräch mit der HNA deutlich, dass es keineswegs darum ginge, den Gemeindevorstand anzugreifen, sondern vielmehr der Wunsch bestehe, dass die Anwohner in solche Vorhaben mit einbezogen werden. „Stattdessen wird einfach bestimmt, wo die Sirene errichtet werden soll und man hat keine Möglichkeit mehr, sich dagegen zu wehren“, sagt Keßler.

Gemeinsam mit weiteren Anwohnern und Gewerbetreibenden hat Günter Keßler nun einen Brief an den Gemeindevorstand formuliert, in dem deren Auffassung zu dem Projekt dargestellt wird. Demnach sollten solche Anlagen zentral beispielsweise an den Stützpunkten der Feuerwehren installiert werden. Dies mache auch dahingehend Sinn, dass eine entsprechende Wartung durch das geschulte Fachpersonal dann zentral möglich sei, heißt es in dem Brief. Zudem würden auch wirtschaftliche Aspekte dagegen sprechen, etwa durch die Schaffung des Fundaments für die Anlage.

Die Gemeindeverwaltung macht hingegen deutlich, dass die Auswahl des Standorts für Sirenen nicht beliebig erfolgen könne. „Wir müssen alle Bürger erreichen, weshalb man nicht einfach sagen kann, wir bauen die Sirene im Ortskern auf“, sagt Bürgermeister Michael Plätzer (SPD). Deshalb mache der Standort im Gewerbegebiet durchaus Sinn. Denn mit der weiteren Sirene in Breitenbach auf dem Gebäude der Märchenwache, die demnächst auf das Feuerwehrgerätehaus versetzt werden soll, würden alle Menschen rund um Breitenbach im Notfall akustisch erreicht, erläutert Plätzer.

Die Gewerbetreibenden halten das besagte Grundstück dennoch für ungeeignet und haben stattdessen ganz andere Vorstellungen, was auf der Fläche entstehen sollte. Sie wollen stattdessen Parkplätze für die Mitarbeiter der anliegenden Unternehmen, die mit Elektro-Wallboxen ausgestattet sind, wie Keßler erklärt. Dies fehle den Gewerbetreibenden und könnte dazu beitragen, die Breitenbacher Betriebe wirtschaftlich zu stärken und für Mitarbeiter attraktiv zu sein. Gleichzeitig könnte man damit auch einen ökologischen Beitrag leisten.

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