„Jeder Ort trauert anders“

Ursula Barkhof pflegt für den VdK-Ortsverband das Ehrenmal in Breitenbach

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Vorbereitungen für Sonntag abgeschlossen: Ursula Barkhof pflegt die Blumen des Ehrenmals auf dem Breitenbacher Friedhof. Für den Volkstrauertag wurden sie bereits abgehängt, um den Kränzen Platz zu machen.

Auf vier Gedenktafeln neben dem Eingang zur Friedhofskapelle Breitenbach stehen die Namen von ehemaligen Bewohnern des Dorfes, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallen sind.

Ursula Barkhof, Vorsitzende des VdK-Ortsverbandes, pflegt das Ehrenmal und hat es für den Volkstrauertag an diesem Sonntag vorbereitet.

„Es ist traurig, dass die Beteiligung an diesem Tag so gering ist“, sagt Barkhof. Für Hinterbliebene von Kriegsversehrten und Gefallenen sei die Teilnahme selbstverständlich. Doch Zeitzeugen gäbe es immer weniger. Und junge Menschen machten ihrer Erfahrung nach nur einen geringen Teil der Trauergruppe am Gedenktag aus. „Der Erste Weltkrieg ging vor 100 Jahren zu Ende. Wir müssen es wertschätzen, in Frieden zu leben.“

Als Ursula Barkhof 2001 Mitglied und Vorsitzende des Ortsverbandes wurde, trat sie in große Fußstapfen. Denn sie übernahm das Ehrenamt von Gründer Kurt Bläsing selbst. Bläsing hatte die Ortsgruppe 1948 ins Leben gerufen, nachdem er schwer verwundet aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekehrt war. Damals nannte sich der „Sozialverband VdK“ noch „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands“. Bläsing habe es sich zur Lebensaufgabe gemacht, verwundeten Kameraden und Witwen beizustehen. Und er sorgte dafür, dass die Gedenktafeln auf dem Friedhof angebracht wurden.

Barkhof ist 1953 geboren, hat den Krieg also nicht persönlich erlebt. Aber ihr Vater habe ihr von seinen Erlebnissen erzählt und auch einige Mitglieder des VdK teilten bei Treffen ihre Erinnerungen in Gesprächen. „Ein Glück, dass wir seitdem keinen Krieg mehr erleben mussten, sagen sie immer.“

In ihrer Rede am Sonntag möchte Ursula Barkhof auch darauf aufmerksam machen, dass heute wieder deutsche Soldaten bei militärischen Einsätzen versehrt werden. Und sie hofft auf viele Teilnehmer.

Eine zentrale Gedenkfeier für die Gemeinde Schauenburg könne sie sich jedoch nicht vorstellen, auch wenn die Beteiligung nachlasse. „Das wäre zu anonym. Jeder Ort trauert anders.“

Es sei schön zu sehen, dass nicht nur Alteingesessene teilnehmen, auch Zugezogene könne man am Volkstrauertag auf dem Friedhof in Breitenbach antreffen, so Barkhof. Der Verlust eines Vorfahren verbinde alle Beiwohner der Kranzniederlegung am Gedenktag. Wenn dann das Lied „Ich hatte einen Kameraden“ gespielt würde, ginge das allen ans Herz.

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