500 neue Bäume in Schauenburg

Waldpädagogik trägt Früchte: Kinder pflanzten Bäume bei Elmshagen

Zwei Menschen links schneiden in schwierigem Gelände das Dickicht weg, zwei weitere bringen Setzlinge.
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Mit vereinten Kräften: Achim Kaiser (von links) und Stefan Dettke schnitten in schwierigem Gelände das Dickicht weg. Rainer Weishaar (rechts) und Jonas Sünder (11) brachten Setzlinge.

Der Wald leidet unter dem Klimawandel. Trockenheit, Stürme und Schädlinge setzen ihm zu. Doch er findet immer mehr engagierte, ehrenamtliche Helfer, auch in Elmshagen.

Schauenburg – Zu besichtigen war das am Wochenende im Gemeindewald an und oberhalb der Straße „Am Forsthaus“, wo mehr als zwei Dutzend Freiwillige trotz widriger Wetterbedingungen etwa 500 Edellaubbäume auf einer Fläche pflanzten, auf der der Fichtenbestand durch Sturm und Borkenkäfer zerstört worden war. Auffällig viele Kinder und junge Leute beteiligten sich in zwei Schichten an der Aufforstungsaktion, die vom Fuldabrücker Baumarkt Bauhaus finanziert wird. Das große Engagement ist wohl auch ein Erfolg der Waldpädagogik, die sowohl von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald als auch von Hessen Forst vorangetrieben wird.

Bürgerschaftliches Engagement für den Erhalt des Waldes fällt nicht vom Himmel. „Man kann nur schützen, was man kennt“, sagt Rainer Weishaar, Waldpädagoge in Diensten des Forstamts Wolfhagen und seit 30 Jahren Forstpate der Elgershäuser „Jungspechte“, der örtlichen Nachwuchsgruppe der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Wer mit eigenen Händen Bäume pflanze und den Wald hautnah erlebe, bekomme ein stärkeres Bewusstsein für dessen Bedürfnisse, als wenn er nur darüber lese oder einen Film schaue. Als Erwachsener könne man besser mitreden, wenn es um die Zukunft des Waldes gehe. Weishaar erklärt Kindern bei den Waldjugendspielen, wie das Biotop Wald funktioniert und lehrt sie, Baumarten zu unterscheiden. Er ist auch in Kitas und Schulen aktiv.

Hier wächst bald eine Wildkirsche: Thorsten Vockenrodt und sein Sohn Theodor (7) aus Elmshagen gruben mit dem Rundspaten Pflanzlöcher in den Waldboden. Theodor geht mit seinem Vater oft in den Wald.

Schauenburg: Zögling von Rainer Weishaar mit dabei

Bei der Aufforstungsaktion, die von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald koordiniert wird, macht auch einer von Weishaars „Zöglingen“ mit: Der Schauenburger Stefan Dettke schneidet mit einer Motorsense Dickicht im unwegsamen Gelände weg, um Platz für die Pflanzung von Bergahorn, Elsbeere, Baumhasel und Esskastanie zu schaffen. Das sind tiefwurzelnde Baumarten, die besser als die Fichte mit Trockenheit umgehen können. Dettke war vor 27 Jahren Schülerpraktikant bei Förster Weishaar. Dettke hat als Lehrer zwar nicht den Berufsweg Weishaars eingeschlagen, ist aber immer dann zur Stelle, wenn es darum geht, dem Wald etwas Gutes zu tun. Weishaar hat auch Verstärkung aus der eigenen Familie mitgebracht: Sein Sohn Michael schneidet mit einem Erdbohrer Löcher in den harten Boden.

Ortsvorsteherin Alexandra Werner (SPD) hat für die Aufforstungsaktion erfolgreich die Werbetrommel in Elmshagen gerührt und packt selbst mit an. Demnächst wollen weitere Freiwillige aus dem Dorf die zweite Hälfte der 1000 vom Baumarkt gestifteten Setzlinge pflanzen. Ursprünglich sollten Bauhaus-Kunden die Bäume pflanzen, das war wegen Corona aber abgesagt worden.

Von Peter Dilling

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