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Gasthäuser am Habichtswaldsteig profitieren kaum vom Wander-Tourismus

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Von: Tanja Temme

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Iris Lauterbach (rechts) vom Gasthaus Himmel in Hoof und Josef und Dorothea Siemon aus dem Saarland machten mit ihrem Wohnmobil auf dem Gelände des Hauses Halt und nutzten den Aufenthalt für eine Gassirunde auf dem Habichtswaldsteig mit ihrem Hund.
Direkt am Habichtswaldsteig: Iris Lauterbach (rechts) vom Gasthaus Himmel in Hoof hat hin und wieder Wanderer zu Gast. Josef und Dorothea Siemon aus dem Saarland machten mit ihrem Wohnmobil auf dem Gelände des Hauses Halt und nutzten den Aufenthalt für eine Gassirunde auf dem Habichtswaldsteig mit ihrem Hund. © Tanja Temme

Wandern boomt nicht nur, es macht auch hungrig und müde. Zu einem der beliebtesten Wanderwege Deutschlands zählt der Habichtswaldsteig, der auch Ortsteile von Schauenburg streift. Wir wollten wissen, ob ansässige Gasthäuser vom Trend profitieren, und fragten bei Betreibern nach.

Schauenburg – Im Ortskern von Breitenbach liegt das Landgasthaus Kraft, das gut 500 Meter von dem Premiumwanderweg entfernt liegt. „Den Habichtswaldsteig kann man zwar von unserem Haus aus sehen, aber viele, die dort wandern, finden nicht den Weg zu uns“, sagt Inhaber Tim Kraft und fügt an, dass er die Region sowieso nicht als „klassisches Tourismusgebiet“ ansehe und obendrein auf dem Weg nicht so viel los sei, wie angenommen werde. So kehren zwar vereinzelt Wanderer oder auch Gruppen bei ihm ein, die aber nur einen untergeordneten Anteil unter seinen Gästen einnehmen. „Bei Motorradgruppen sieht das schon anders aus. Die dürfen wir öfter mal bei uns begrüßen“, ergänzte der 34-Jährige. Gleiches gilt auch für die Zimmerbelegung im Haus Kraft, auch dieses Angebot nutzen jene, die auf Schusters Rappen unterwegs sind, eher selten.

Was die Wandersleut angeht, macht auch Iris Lauterbach vom Gasthof Himmel in Hoof ganz ähnliche Erfahrungen: „Der Habichtswaldsteig ist ein schöner Weg, doch dass wir groß von ihm profitieren, kann ich nicht behaupten.“ So speisen und schlafen eher wenige Wanderer in ihrem Traditionshaus, das direkt an Route liegt. Diese ist in diesem Abschnitt sogar asphaltiert, so dass man vor allem Radfahrer hier sehen kann. „Aber auch die machen selten Halt“, gibt Lauterbach preis.

Nicht sonderlich euphorisch zeigte man sich im Landgasthaus Unteres Firnsbachtal bei der Frage nach wandernden Gästen. „Uns fahren unsere Gäste eher gezielt an, Wanderer gehören nicht so oft dazu“, hieß es von Seiten der Betreiber: Da auch dieses Lokal direkt an der Strecke in Elgershausen liegt, hätte man anderes erwarten können.

In der Nähe liegt das Pensionshaus Firnsbachtal, das im Grünen zwischen Hoof und Elgershausen Übernachtungsgelegenheiten bietet. „Wenn Wanderer bei uns übernachten, dann vor allem im Frühjahr und dem Herbst“, erklärt Betreiberin Anna Keßler. Dann bevorzugt an verlängerten Wochenenden oder wenn das Wetter an den freien Tagen mitspiele. Den Sommer bezeichnet sie eher als Durststrecke. Auch sie könnte von den „Habichtswaldsteig-Läufern“ nicht existieren, seien es doch auf das Jahr verteilt „einfach zu wenige“. Da der Wanderweg von Zierenberg über Kassel bis zum Edersee führt, seine erste Etappe nach knapp 25 Kilometer nach Schauenburg führt, kann Keßler nur mutmaßen, warum die Resonanz eher verhalten ist: „In der Ferienzeit fahren die Leute in den Urlaub und auch in der übrigen Zeit laufen ja keine Massen über den Wanderweg.“ (Tanja Temme)

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