Der Traum von Hawaii

Krebs-Erkrankung: Wie ein Gin der 13-jährigen Lina bei ihrem Wunsch hilft

Fünf Euro pro Flasche gehen an Lina Kraft (links), damit sie sich ihren Traum von einer Reise nach Hawaii erfüllen kann. Ihre Mutter Theresa Kraft ist dankbar dafür, dass es so viel Unterstützung gibt.
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Fünf Euro pro Flasche gehen an Lina Kraft (links), damit sie sich ihren Traum von einer Reise nach Hawaii erfüllen kann. Ihre Mutter Theresa Kraft ist dankbar dafür, dass es so viel Unterstützung gibt.

Lina Kraft kämpft gegen einen Feind, den man mit bloßem Auge nicht sehen kann. Es ist der Krebs in ihrem Blut, denn die 13-Jährige aus Schauenburg-Breitenbach hat Leukämie.

Schauenburg – Lange war sie im Krankenhaus, inzwischen ist sie zu Hause – doch geheilt ist sie noch nicht ganz, wie ihre Mutter Theresa Kraft berichtet. Bis August muss Lina noch Tabletten nehmen, dann gilt ihre Chemotherapie voraussichtlich erst einmal als beendet.

Für die Zeit danach hat Lina einen Wunsch: nach Hawaii reisen, sobald die Gesundheit es zulässt. Damit ihr das ermöglicht werden kann, hat die Diemelstrand-Destillerie in Liebenau eine Aktion ins Leben gerufen: Sie verkaufen eine spezielle Lina-Edition ihres Gins. Bei jedem Kauf gehen fünf Euro an Lina, damit sie – irgendwann nach der Corona-Pandemie und nach überstandener Chemotherapie – ihren Traum von Hawaii wahr machen kann.

Krebs-Erkrankung: Lina lag Ende 2018 im künstlichen Koma

Begonnen hat alles Ende 2018 – Lina war plötzlich krank und schlapp. Es ging ihr sehr schlecht, sie lag im künstlichen Koma – insgesamt zwei Mal – und hat inzwischen zehn Operationen am Bauch hinter sich. Im Frühling 2019 ging es bergauf, aber im Sommer 2019 ging es Lina plötzlich wieder schlechter. Am 16. August, das weiß ihre Mutter noch genau, bekam Lina die Diagnose: Leukämie.

Weihnachten 2019 konnte Lina nicht zu Hause verbringen, obwohl sie es sich sehr gewünscht hat. „Wir haben in der Klinik gefeiert“, sagt Theresa Kraft – mit Weihnachtsschmuck und Festmahl, gekocht vom Opa. Ab Anfang 2020 ging Linas Chemotherapie im Kasseler Klinikum unter Coronabedingungen weiter, meist war Lina wochenweise zu Hause und in der Klinik. Im Krankenhaus waren alle ab Januar schon vorsichtig, berichtet Kraft. Nur noch ein Elternteil habe zu Lina gedurft.

An Krebs erkrankt: Lina wird am Klinikum unterrichtet

Zudem wird die 13-Jährige bis heute am Klinikum unterrichtet – von der Kliniklehrerin, in einer kleinen Klasse mit lediglich drei weiteren Schülern. In ihrer Klasse am Goethe-Gymnasium in Kassel wäre das Ansteckungsrisiko zu groß. Die Lehrerin besorgt sich den Unterrichtsstoff von der Schule, damit Lina in etwa auf einem Stand mit dem Rest ist. Eigentlich wäre sie schon in der siebten Klasse, aber weil sie krankheitsbedingt viel Stoff verpasst hat, wiederholt sie die sechste Klasse.

Das Foto im Kasseler Klinikum entstand kurz vor Weihnachten 2019.

Durch die Tablettentherapie, die Lina aktuell macht, leidet sie laut ihrer Mutter manchmal noch unter Übelkeit und Bauchkrämpfen. Insgesamt geht es ihr aber schon viel besser als noch vor einem Jahr – sie kann wieder fast alles machen, sofern die Coronabedingungen es ermöglichen. Nur beim Geräteturnen, das sie früher mehrmals die Woche gemacht hat, „komm ich nicht mehr da hin wo ich war“, sagt Lina. Deshalb habe sie das aufgegeben, spielt dafür aber Tennis.

Krebs-Erkrankung: Lina vermisst ihre Klassenkameraden

Ihre Klassenkameraden vom Goethe-Gymnasium vermisst Lina. Zum Glück wohnt ihre beste Freundin gleich nebenan – die besucht sie immer mal. Theresa Kraft berichtet, dass sie sehr beeindruckt davon war, wie gut Linas Freundin mit der Situation umging. Wenn Lina Ruhe brauchte, habe sie immer Verständnis gehabt.

Auf Hawaii ist Lina aufmerksam geworden, weil der Cousin ihrer Mutter dort 2019 Urlaub gemacht und Fotos geschickt hatte, außerdem habe eine Physiotherapeutin von Hawaii geschwärmt. Wenn nun viele Flaschen Gin der Lina-Edition verkauft werden, Lina wieder gesund ist und die Pandemie endet, steht dem Reiseziel nichts mehr im Weg. (Lara Thiele)

Der Gin ist im Gasthaus Kraft in Schauenburg-Breitenbach erhältlich sowie in der Hospitalskellerei Kassel. (Lara Thiele)

Krebs ist in Europa ein zunehmendes Problem. Deshalb hat die EU-Kommission nun einem Plan zugestimmt. Dieser sieht 4 Millionen Euro zur Krebsbekämpfung vor.

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